Die letzten Jahre vor der Wende

Auch kurz vor dem ökonomischen Zusammenbruch der DDR 1989 liegt die Zahl der Ereignisse, die Katastrophencharakter tragen, hoch. 1988 werden 3899 Unfälle und Havarien an überwachungspflichtigen Anlagen in der Volkswirtschaft der DDR registriert. Dabei finden 31 Menschen den Tod, 463 werden zum Teil schwer verletzt. Der Produktionsausfall wird auf 262 Millionen Mark der DDR beziffert. Umweltschutz wird zwar zunehmend in den Berichten der Staatssicherheit erwähnt, aber noch immer kaum thematisiert. Typische Ereignisse aus den letzten beiden Jahre der DDR bis 1990 sind u.a.:

  • 11.7.1988: Kollision der Rangiereinheit mit einem auf dem Anschlußgleis zum Chemiehandel Potsdam abgestellten Waggon, auf einer Fläche von 50 x 5 Metern gelangen etwa 7 000 Liter reine Schwefelsäure ins Erdreich.
  • 12.03.1989: ein Waggon beladen mit Heizöl auf der Strecke Rostock-Seehafen Kavelsdorf entgleist, 40 000 Liter Heizöl strömen ins Erdreich, geschätzter Sachschaden 1,2 Mio Mark der DDR
  • 14.01.1989: Explosion in der Blockgießerei des Chemiekombinats Bitterfeld, 1 tödlich verletzter Strafgefangener, 2 Leichtverletzte, 5 Mio Mark Sachschaden
  • 30.5.1989: Wasserschadstoffhavarie im VEB Mansfeld-Kombinat in Eisleben, ca. 30 m³ Heizöl sind in benachbarte Flüsse und Vorfluter des Einzugsbereichs Süßer See gelangt