Erneuerbare Energien im Konflikt

Laufzeit: ab 09/2010

Eigenforschungsprojekt

Die Energiewende und die Implementierung Erneuerbarer Energien werden in Deutschland sehr positiv gesehen und finden hohe Akzeptanz in der Bevölkerung. Die hohe Zustimmung sinkt jedoch, sobald Bürger von der Ansiedlung Erneuerbarer Energien direkt betroffen sind. Häufig kommt es zu lokalen Protesten der betroffenen Anwohner und zur Gründung von Bürgerinitiativen gegen die geplanten Projekte. Im Ergebnis können lokale Akzeptanzvorbehalte zu erheblichen Verzögerungen bei der Projektumsetzung, wenn nicht sogar mit der Aufgabe des Projektes, sowie mit erheblichen Mehrkosten für Betreiberfirmen, Kommunen und genehmigende Behörden führen. Oft wird in diesem Zusammenhang vom NIMBY-Effekt („not in my backyard“) gesprochen. Doch das Konzept ist nur von begrenzter Erklärungskraft. Hinter dem NIMBY-Phänomen liegen in der Regel andere, lokalspezifische Gründe, die zur Ablehnung führen.

Im Rahmen des Projekts „Erneuerbare Energien im Konflikt“ wurden vom UfU insgesamt 40 Konflikte um die Erzeugung Erneuerbarer Energien, ihren Transport und ihre Speicherung untersucht. Anhand von Internetrecherchen und Inhaltsanalysen wurde den Gründen für Energiekonflikte, der jeweiligen Konfliktgenese und Lösungsversuchen nachgegangen. Neben befürchteten Risiken, Kommunikationsproblemen und fehlendem Nutzen waren befürchtete Beeinträchtigungen des gewohnten Lebensumfelds der wichtigste Grund, sich gegen Planungen zum Bau neuer Infrastrukturvorhaben für Erneuerbare Energie aufzulehnen. Dieses Ergebnis eröffnet Betreiberfirmen und Genehmigungsbehörden jedoch gute Chancen, durch transparente Kommunikation, Kompensation und Beteiligung Konflikte in konstruktive Bahnen zu lenken.

Aktuell wird das Projekt anhand von Fallstudien zur Windenergie, zum Netzausbau und zu Pumpspeicherkraftwerken vertieft.

Artikel in UfU 70 - themen und informationen

Kontakt: Dr. René Zimmer