Passivhausschulen

„Passivhausschulen werden aktiv - Nutzerverhalten, Umweltbildung und Betrieb in Passivhausschulen“.

Seit Januar 2015  läuft das 3-jährige Projekt „Passivhausschulen werden aktiv - Nutzerverhalten, Umweltbildung und Betrieb in Passivhausschulen“. Das UfU arbeitet hierbei mit den beiden Partnern e&u energiebüro gmbh aus Bielefeld und Werk-statt-Schule e.V. aus Hannover zusammen. Es handelt sich um ein Projekt, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert wird. Ziel ist es, den verschiedenen Beteiligten Hinweise zu geben, wie die Zufriedenheit mit effizienten Gebäuden gesteigert und somit ggf. aufkommende Skepsis gegenüber energiesparenden Neubau und Sanierung abgebaut werden kann. Im Projekt werden die notwendigen technischen, informativen und pädagogischen Maßnahmen entwickelt und exemplarisch umgesetzt, um einen nutzerfreundlichen und effizienten Anlagenbetrieb sicherzustellen.

ERSTE ERGEBNISSE LIEGEN VOR

In den drei Projektregionen (Niedersachsen, NRW und Berlin/Brandenburg) wurden an 26 Schulen umfangreiche Befragungen und Messreihen durchgeführt; die Fragen zielten sowohl auf die technische Ausstattung und Funktionalität der Anlagen als auch auf die Nutzerzufriedenheit und den Nutzereinfluss ab. Nun liegen die ersten Ergebnisse vor, die sich in aller Kürze wie folgt darstellen:

  • Grundsätzlich sehen mehr als die Hälfte der befragten Schulen Vorteile bei den energetisch optimierten Gebäuden. Etwas mehr als zwei Fünftel verbinden dem entgegen Nachteile mit solchen Bauten.
  • Als wichtigste Vorteile wurden von rund einem Drittel der Befragten die Behaglichkeit und Raumqualität angegeben. Knapp ein Fünftel hob die Energie- und somit Kosteneinsparungen hervor.
  • Hinsichtlich der aktuell bekannten Probleme mit der Gebäudetechnik gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, Probleme mit der Lüftungsanlage zu haben.
  • Bei den Nachteilen stand mit fast zwei Fünfteln deutlich die Qualität der Lüftung und der Raumluft in der Kritik. Ebenfalls wurden die zu hohen Temperaturen im Sommer und niedrige Temperaturen im Winter  genannt. Circa ein Viertel hat Probleme mit dem Sonnenschutz bzw. den Jalousien und der Heizung. Ein Fünftel gab an, mit Fenstern  und Außentüren Probleme zu haben. Auch fühlten sich die BenutzerInnen von der Technik selber überfordert .
  • Bei allen bis auf eine der befragten Schulen, ist Klimaschutz und Energiesparen ein aktuelles Thema.  Rund die Hälfte der Schulen bindet SchülerInnen aktiv in die Problemlösung bei der Gebäudetechnik mit ein. Fast drei Fünftel der Schulen ist oder war an Klimaschutz-Projekten bzw. -Wettbewerben beteiligt.

NÄCHSTE SCHRITTE IM PROJEKT

In den nächsten Monaten wird auf Grundlage der vorliegenden Ergebnisse der Messungen und Befragungen die Erstellung von umsetzungsfähigen Vorschlägen im gebäudetechnischen und organisatorisch-pädagogischen Bereich erfolgen. Dabei wird Wert auf die Umsetzbarkeit der Maßnahmen im gebäudetechnischen Bereich und die Einbeziehung der NutzerInnen sowie die Einbindung von Verbesserungsmaßnahmen in den Unterricht gelegt.

In 10 Projektschulen sollen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Heizungs-, Lüftungs- und Energieverbrauchssituation durchgeführt werden. Technische Fehler und Anwenderfehler sollen beseitigt und  Optimierungen durchgeführt werden.

BUNDESWEITER WETTBEWERB

Begleitend findet ein bundesweiter Wettbewerb statt, an dem sich alle Schulen, die in Passivhausbauweise oder als Niedrigenergiegebäude (KfW-Standard) errichtet oder saniert wurden, oder in naher Zukunft entsprechend modernisiert werden.

  • Diese können folgende Wettbewerbsbeiträge einreichen:
  • eigene Unterrichtsmodule zu (ihren) energieeffizienten Gebäuden
  • Ergebnisse von Projekten, die sich mit dem Schulgebäude beschäftigten
  • Darstellungen von Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern, die bestehende Probleme des eigenen Gebäudes  aufgreifen und zu beheben helfen

Abschließend sollen die Ergebnisse des Projektes in einer Good-Practice-Broschüre dargestellt und somit zum Anreiz für Aktivitäten durch energieeffiziente Schulen werden.

Links

Projektflyer

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Programm 8. Norddeutsche Passivhauskonferenz

Marlies Bock, marlies.bock@ufu.de, Tel.: 030/428 499 3-22



Bilderquelle: e&u energiebüro gmbh, Bielefeld