9. Juli 2018

Während das Management von Altlasten in Deutschland seit 1999 durch das Bodenschutzrecht geregelt ist, ist der Umgang mit kontaminierten Böden in Vietnam noch ein relativ neues Thema. Um sich über Möglichkeiten der Registrierung, des Managements und der Sanierung von Altlasten zu informieren, besuchten zwei Mitarbeitende des Umweltamtes der Provinz Bắc Ninh sowohl Behörden als auch belastete sowie bereits sanierte oder gesicherte Flächen in Nordrhein-Westfalen und Berlin. Die Studienreise fand im Rahmen des CapaViet-Projektes zur Erstellung eines Altlastenkatasters in der nordvietnamesischen Provinz Bắc Ninh statt.

Beim Besuch der Rummelsburger Bucht, des Teufelsbergs und der Rieselfelder in Berlin sowie des Phoenix-Sees und der Zeche Zollverein in Nordrhein-Westfalen bekam die vietnamesische Gruppe einen Einblick in mögliche Sicherungs- und Sanierungsmethoden sowie Möglichkeiten der Nachnutzung von ehemals kontaminierten Flächen. Mit für das Management von Altlasten zuständigen Experten aus Behörden wie dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Bonn, der Senatsverwaltung Berlin, dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Brandenburg, dem Umweltamt der Stadt Dortmund sowie dem Bezirksamt Berlin-Lichtenberg wurde diskutiert, wie sinnvolle, administrative Strukturen für das Management von kontaminierten Standorten aussehen können. Die Delegation freute sich über einen spannenden fachlichen Austausch und viele Anregungen und Informationen für die weitere Arbeit in Vietnam.