2. Oktober 2017

Nimmt man das Votum der 29 Teilnehmenden der am Sonntag, den 1. Oktober zu Ende gegangenen ersten Summerschool zu Klimafragen in Vietnam, könnte die Sommerschool gleich weitergehen. Zum ersten Mal kamen, mit Förderung der Robert Bosch Stiftung und mit Mitteln der internationalen Klimainitiative des BMUB 29 junge Akademiker, Umweltschützerinnen und Studierende aus fünf Provinzen in Hue für drei Tage zusammen, um über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf Mittelvietnam zu diskutieren.

Neben dem Mekong Delta ist Mittelvietnam besonders exponiert für Starkregenereignisse, Stürme, aber auch für Trockenheit und Dürre. Zusammen mit dem Mientrung Institute der Akademie der Wissenschaften Vietnams in Hue konzipierte und organisierte das UfU daher eine Summerschool, um mit jungen Akademikern, Studierenden und Mitarbeitenden in NGO´s über Fragen des Klimawandels und seinen Konsequenzen zu diskutieren. Eingeladen waren zehn Sachversatändige aus vier Ländern. Eröffnet wurde die School von Dr. Jacob Schewe vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK); darüber hinaus gab es Vorträge u.a. von Dr. Katrin Brömme von der Universität Bochum, Chochoe Devaporihartakula vom Institute for Global Environmental Strategies (IGES) aus Bangkok, Thailand  und Dr. Heidi Weiskel, Meeresbiologin aus den USA, die derzeit für die Environmental Law Alliance Worldwide tätig ist.

Es entwickelten sich im Laufe der School spannende Debatten mit offenen und auch kritischen Fragen u.a. ob Vietnam stark genug sei, seine Verpflichtungen aus dem Paris-Abkommen zu erfüllen. Oder ob die Entwicklung des vietnamesischen Steinkohle-Sektors, eines der erklärten Ziele der Regierung Vietnams, um die starke Energienachfrage zu bewältigen, nicht die Ziele des Paris-Abkommens konterkarieren? Einer der Teilnehmer, Herr Huy vom Departement für Forschung und Internationale Angelegenheiten des Managements Board der Cham Insel vor Hoi An, einer lokalen NGO, brachte es auf den Punkt, indem er bemerkte, Vietnam brauche deutlich mehr Anstrengungen im Bereich Klimawandel, aber es brauche ebenso auch Wirtschaftswachstum. Bisher passe beides noch nicht zusammen.

Die Summerschool wartete nicht nur mit vielen spannenden Vorträgen und Impulsen von Klimaschutzsachverständigen auf, sondern beinhaltete auch Elemente, bei denen die Teilnehmenden sich untereinander austauschten. In einem World Cafe widmeten sie sich der Frage, was jeder Einzelne zum Klimaschutz beitrage könne und ob hierzu in Vietnam schon genug Angebote vorhanden seien.

Ein weiterer Teil der School war dem Einblick in Modellprojekte zu Klimafragen in Vietnam vorbehalten. Das CPEP-Projekt, welches UfU und u.a. die Universität Bochum im Rahmen der internationalen Klimainitiative durchführen, stellten nacheinander Fabian Stolpe vom UfU und Katrin Brömme von der Universität Bochum vor. Auch hier wurde in der sich anschließenden Diskussion das hohe Interesse der Teilnehmenden am Thema deutlich.

Mit starkem Applaus wurde die Tätigkeit von Frau Binh Minh von der Akademie der Wissenschaften aus Hue gewürdigt. Die Teilnehmenden wollen in jedem Fall untereinander in Kontakt bleiben und regten die Bildung eines Netzwerkes an. Mit dem Versprechen, sich bei der Robert Bosch Stiftung dafür einzusetzen, die Aktivitäten dieser School weiterzuführen, verabschiedete sich Dr. Michael Zschiesche, der das Konzept der School maßgeblich ausarbeitete.

Nähere Informationen: Dr. Michael Zschiesche michael.zschiesche@ufu.de