Mobilisierung von Zusatznutzen des Klimaschutzes durch die Beratung von politischen Institutionen (CoBenefits)

Die Förderung von erneuerbaren Energien ist für eine nachhaltige Entwicklung unverzichtbar. Sie ist zudem ein wichtiger Teil der nationalen Pläne zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung (Nationally Determined Contributions – NDCs), zu deren Umsetzung sich die Vertragsstaaten des UNFCCC mit der Ratifizierung des Klimaabkommens von Paris in 2015 verpflichtet haben.

Von einem „Ja“ zu Wind- und Solarenergie profitiert jedoch nicht nur das Klima: Vielmehr geht die Priorisierung von Erneuerbaren meist mit einer Reihe positiver Zusatzeffekte einher, den sogenannten Co-Benefits. Darunter fallen beispielsweise eine bessere Luftqualität, der Schutz natürlicher Ressourcen, die Förderung technologischer Entwicklung, mehr Energiesicherheit, ein besserer Zugang zu Elektrizität, aber auch die Schaffung von zukunftssicheren Arbeitsplätzen.

Länder mit einem stark steigenden Energiebedarf wie die Türkei, Indien, Südafrika und Vietnam stehen in den nächsten Jahren vor energie- und klimapolitischen Entscheidungen, welche ihre energiepolitische Zukunft auf Jahrzehnte hin beeinflussen werden.

In den nationalen Diskussionen über die zukünftigen Energiepolitiken in diesen Partnerländern sind Co-Benefits wichtige Argumente für die Entscheidung für mehr erneuerbare Energien. Sie können deshalb positiv zum Beschreiten eines nachhaltigen und klimafreundlichen Entwicklungsweges beitragen.

Hierbei ist jedoch von großer Bedeutung, dass die Zusatzeffekte nicht abstrakt und allgemein bleiben, sondern dass sie individuell auf die politischen und gesellschaftlichen Bedürfnisse in den jeweiligen Ländern zugeschnitten werden.

Das Projekt COBENEFITS setzt hier an, indem es Ministerien, Behörden und Nichtregierungsorganisationen in den Projektländern zukünftig eine „maßgeschneiderte“ Beratung zu diesem Thema  ermöglicht.

Gemeinsam mit nationalen Wissenspartnern in Indien, Südafrika, Vietnam und der Türkei spezifiziert das Projekt länderspezifische Co-Benefits von Klimapolitiken, mit Schwerpunkt auf Möglichkeiten durch nachhaltige Energien.

Das Projekt möchte die Kapazitäten von politischen Entscheidungsträgern, Wissenspartnern und Multiplikatoren stärken, damit diese vermehrt in der Lage sind, die positiven sozialen und ökonomischen Nebenwirkungen von Klimaschutzmaßnahmen erfolgreich zu nutzen.

Diese Kenntnisse sollen aufgearbeitet und verbreitet werden durch:

  • Länderspezifische Berichte über die sozialen und ökonomischen Wirkungen erneuerbarer Energien.
  • Trainingsmaterialien, Onlinekurse und Präsenzschulungen über die Co-Benefits erneuerbarer Energien.
  • Mobilisierung der positiven Nebenwirkungen von Klimaschutzmaßnahmen durch die Stärkung politischer Institutionen
  • Politische Dialogrunden, um ein begünstigendes politisches Umfeld zu schaffen und Barrieren zur Nutzung der Co-Benefits abzubauen.

COBENEFITS verbindet die sozialen und ökonomischen Möglichkeiten erneuerbarer Energien mit Klimaschutzstrategien. So bildet es starke Allianzen und verringert die politischen Hemmnisse zur Überprüfung und effektiven Umsetzung der NDCs des Pariser Klimaabkommens von 2015.