6. September 2015

2015 ist das internationale Jahr des Bodens. Auf dem vom UfU veranstalteten Aktionstag Bodenschutz Urban am Samstag, dem 5.September, stand der Bodenschutz in Städten und Ballungsräumen im Fokus. Böden sind eine wichtige Lebensgrundlage. Auf ihnen wächst Nahrung, sie sorgen für sauberes Grundwasser, sie bieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere und speichern große Mengen an Kohlenstoff. Gerade in Zeiten des Klimawandels und einer wachsenden Weltbevölkerung sind intakte Böden von großer Bedeutung. Städtewachstum und damit einhergehender Flächenverbrauch und Versiegelung gehören, neben unangepasster Landnutzung, zu den größten Bedrohungen für intakte Böden. Im Rahmen des Aktionstags fand auf dem Gelände der Prinzessinnengärten in Berlin ein abwechslungsreiches Programm rund um das Thema Boden statt. Darüber hinaus wurde die von UfU konzipierte Ausstellung „Bodenschutz Urban“ eröffnet, die noch bis Mitte Oktober in den Prinzessinnengärten besichtigt werden kann.

Prof. Dr. Dagmar Haase erläuterte in ihrem Vortrag die wichtigen Funktionen von Böden in Städten, wie u.a. dem Klimaschutz und der Filterung von Luft und Wasser. Sie machte darauf aufmerksam, dass man auch heute noch intakte Böden in Ballungsgebieten vorfindet, die dauerhaft geschützt werden sollten.

Auf dem Podium diskutierten Amy Green (IASS), Klaus Mindrup (SPD, MdB), Sabine Hilbert (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt) und Marco Clausen (Prinzessinnengärten) über Möglichkeiten, unseren Flächenverbrauch zu reduzieren, den Boden in Städten besser zu schützen, öffentliche Freiflächen zu erhalten, und Verantwortung für einen faireren und nachhaltigeren Umgang mit der begrenzten Ressource Boden zu übernehmen.

Bei einer Fahrradexkursion mit Dr. Thomas Nehls wurden unterschiedliche städtische Böden erkundet und deren Entstehung und Beeinträchtigungen diskutiert. In praktischen Workshops bauten die Teilnehmer/-innen Hochbeete, die auf Grund der Schadstoffbelastung von Stadtböden ein wichtiges Element des Urban Gardening sind, und einen Trommelkompost, der dazu dient organische Abfälle dazu zu nutzen, Böden wieder fruchtbar zu machen. Die während des Workshops gebauten Hochbeete wurden dem Schulgarten der Heinrich-Zille-Grundschule und der Trommelkompost den Bewohner/-innen einer sozialen Wohnanlage in Berlin-Kreuzberg zur Verfügung gestellt. Bei einem Stadtspaziergang mit Marco Clausen und Dr. Ina Säumel wurde darüber hinaus die Entwicklung von Stadtbrachen und die daraus resultierenden Einflüsse auf Böden und Stadtnatur diskutiert.

Weitere Informationen:

Projektseite

www.bodenschutz-urban.de

facebook.de/bodenschutzurban