Neue Verwaltungsvorschriften zum Bodenschutz in Vietnam

23. April 2018

Am 17. April 2018 fand in Bac Ninh (Vietnam) erstmals ein deutsch-vietnamesischer Workshop zum Thema „Rechtliche Regelungen zum Bodenschutz in Vietnam“ statt. Organisiert wurde der Workshop vom UfU-Büro in Hanoi. Hintergrund der Veranstaltung ist der Erlass bodenrechtlicher Regelungen (u.a. Vorschrift 30/2016 TTNG), die auch auf die jahrelange Beratung und Tätigkeit des UfU zur Übertragung rechtlicher Regelungen von Deutschland nach Vietnam zustande kam. Gegenstand des eintägigen Workshops in Bac Ninh, einer Provinzhauptstadt etwa 40 km nördlich von Hanoi, war daher der Vollzug der neuen rechtlichen Regelungen und der Vergleich mit deutschen Erfahrungen. Hierzu sprachen einige deutsche und vietnamesische Sachverständige:

– der Referatsleiter aus dem Bundesumweltministerium für Bodenschutz und Altlasten Andreas Bieber,
– der Geschäftsführer der MSP GmbH aus Bochum Herr Dr. Harald Mark,
– der Leiter der Abfallabteilung aus dem Umweltbundesamt Vietnams (VEA), Herr Hung sowie
– Frau Dr. Trang vom Bodenamt Vietnams (GDLA).

Erörtert wurden zahlreiche Fragen und Probleme, u.a. die unzureichende Ausstattung der örtlichen Behörden sowie die zum Teil nicht immer eindeutig formulierten Rechtsvorschriften. Anwesend waren etwa 40 Expertinnen und Experten aus dem Umweltamt Bac Ninh sowie vier weiteren Umweltämtern, Vertreter weiterer Behörden aus Bac Ninh sowie von Ministerien aus Hanoi und Universitäten. Der Workshop konnte nicht nur bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmenrn Interesse wecken, sondern es wurde auch in den Bac Ninh News und im Provinzfernsehen berichtet.

Übereinstimmend wurde hervorgehoben, dass die deutschen Erfahrungen im Bodenschutz- und Altlastenbereich sehr wertvoll seien und daher in Vietnam gebraucht würden. Das BMU sicherte im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem BMU und dem MONRE auch weiterhin Unterstützung im Altlastenbereich zu und verwies auch auf das laufende CAPAVIET Projekt, ein Modellprojekt zur Erstellung eines Bodenkontaminationskatasters in der Provinz Bac Ninh, welches im September 2017 vom BMU für zwei Jahre bewilligt wurde. In dem CAPAVIET-Projekt sind MSP und UfU zusammen mit dem DONRE Bac Ninh beteiligt.

Weitere Informationen und Kontakt: Dr. Michael Zschiesche, Sarah Kovac


Neue Studie zur Klagetätigkeit von Umweltverbänden

18. April 2018

Zusammen mit Prof. Dr. Alexander Schmidt (Hochschule Anhalt) hat Dr. Michael Zschiesche vom UfU aktuelle Ergebnisse der Verbandklagen von anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbänden im Zeitraum 2013 bis 2016 untersucht und ausgewertet.

Die beiden Wissenschaftler konnten in ihrer Studie nachweisen, dass die Umweltverbände weiterhin sehr maßvoll von ihren seit 2006 deutlich ausgeweiteten Klagerechten Gebrauch machen: So ist die durchschnittliche Zahl von Fällen trotz des deutlichen Anstiegs anerkannter Umweltverbände im Vergleichszeitraum nur leicht angestiegen:

im Zeitraum 2007 bis 2012: jährlich 28,5
im Zeitraum 2013 bis 2016: jährlich 35

Die Erfolgsquote lag im Zeitraum 2013 bis 2016 bei insgesamt 48,5% erfolgreicher oder teilweise erfolgreicher Klagen. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Zeitraum 2007 bis 2012 mit einer Erfolgsquote von 44,9% erfolgreicher oder teilweise erfolgreicher Verbandsklagen. Besonders erfolgreich haben anerkannte Umweltverbände bei Tierhaltungsanlagen geklagt; hier waren sie zwischen 2013 und 2016 ausnahmslos erfolgreich oder teilweise erfolgreich. Hingegen ist die Erfolgsquote bei Fällen, wo es um Umweltschadensrecht und wasserrechtliche Erlaubnisse ging, sehr niedrig. Stark gestiegen sind auch die Klagen im Bereich von Windkraftanlagen – als Ausdruck einer härteren Auseinandersetzung zum Thema Energiewende und erneuerbare Energien.

Auftraggeber war der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU); die Studie „Die Klagetätigkeit der Umweltverbände im Zeitraum von 2013 bis 2016. Empirische Untersuchung zu Anzahl und Erfolgsquoten von Verbandsklagen im Umweltrecht“ steht als Download (pdf-file, 30 Seiten) dort zur Verfügung:

Weitere Informationen und Kontakt: Dr. Michael Zschiesche


Ausreichender Zugang zu Gericht in Umweltangelegenheiten

17. April 2018

Veranstaltungseinladung: „Ausreichender Zugang zu Gericht in Umweltangelegenheiten“ am 29. Mai 2018, 10.30 bis 13.00 Uhr

Nach wie vor ist umstritten, ob das 2017 novellierte Umweltrechtsbehelfsgesetz den europarechtlichen und internationalen Anforderungen der Aarhus-Konvention entspricht.

Mit der wegweisenden EuGH-Entscheidung vom 20.12.2017 (C-664/15) wurden die Verbandsklagerechte in Deutschland erweitert und auch hierzulande gibt es wichtige Urteile zur Auslegung des novellierten UmwRG. Diese aktuellen Entwicklungen und die neuesten empirischen Ergebnisse der Untersuchung zur Wahrnehmung der Verbandsklagerechte im Umwelt- und Naturschutz im Zeitraum 2013 bis 2016 in Deutschland werden am 29. Mai ab 10:30 Uhr in einem halbtägigen Workshop vorgestellt und diskutiert.

Der Workshop findet im Rahmen des Projektes „Zugang zu Gerichten für ein grüneres Europa“ statt, in dem Organisationen in acht Mitgliedsstaaten Expertise gemeinsam aufbauen, gute Praxis zum Zugang zu Gerichten austauschen und den Zugang zu Gerichten verbessern wollen. Der im Workshop erarbeitete Status Quo dient als Ausgangspunkt für die Erarbeitung eines nationalen Toolkits zur Verbesserung des Zugangs zu Gerichten.

Programm

Moderation: Dr. Michael Zschiesche, UfU

10:30 Uhr  Registrierung der Teilnehmenden, Kaffee und Tee

11:00 Uhr  Begrüßung
Dr. Michael Zschiesche, UfU

11:10 Uhr  Einführung zum Projekt: Zugang zu Gerichten für ein grüneres Europa – A2J EARL
Karl Stracke, UfU

11:20 Uhr  Neueste empirische Befunde der Klagepraxis von anerkannten Naturschutzvereinigungen im Zeitraum 2013-2017
Prof. Dr. Alexander Schmidt, Hochschule Anhalt

11:50 Uhr  Nach dem „Freispruch auf Bewährung“ in Budva – neueste Spruchpraxis des EuGH und nationaler Gerichte
RA Prof. Dr. Remo Klinger, Kanzlei Geulen & Klinger, Berlin

12:15 Uhr  Diskussion zu den aktuellen Herausforderungen für den Zugang zu Gerichten in Deutschland                                                                   

13:00 Uhr  Leichter Lunch und Ende der Veranstaltung

Download Veranstaltungs-Flyer

Anmeldung/ Kontakt: Eva Lütkemeyer; Unabhängiges Institut für Umweltfragen, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin; Tel.: 030 428 4993 34 / E-Mail: eva.luetkemeyer@ufu.de


Beschleunigungsgesetzgebung der neuen Bundesregierung

16. April 2017

Veranstaltungseinladung: „Beschleunigungsgesetzgebung der neuen Bundesregierung – Auswirkungen auf Natur- und Umweltschutz“ am 29. Mai 201, 14.00 bis 16.30 Uhr

Beschleunigungsgesetze begleiten die Debatte zu Instrumenten im Umweltschutz seit den 1990er Jahren. Zumeist geht es dabei darum, die Standards im Umweltschutz beispielsweise durch einen Abbau von Beteiligungsrechten oder die Verkürzung von Fristen zu senken. Unter dem Titel „Innovationsforum Planungsbeschleunigung“ hat bis 2017 eine Expertenkommission am Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur getagt und weitreichende neue Vorschläge vorgelegt.

Am 29. Mai 2018 veranstaltet das Unabhängige Institut für Umweltfragen – UfU e.V. gemeinsam mit dem dem Deutschen Naturschutzring (DNR) einen Workshop, in dem die neuesten Vorhaben zur Beschleunigungsgesetzgebung im Umwelt- und Naturschutzrecht vorgestellt werden. Weiterhin wird Raum geboten für Vernetzung und einen Austausch zwischen Umweltorganisationen, wie auf diese Herausforderungen reagiert werden kann.

 

Programm

Moderation: Franziska Sperfeld, UfU

14:00 Uhr  Begrüßung
Franziska Sperfeld, UfU; Florian Schöne, Generalsekretär DNR

14:10 Uhr  Die Strategie Planungsbeschleunigung und aktuelle Gesetzesvorhaben des BMVI
Iris Reimold; BMVI, Referat G10

14:40 Uhr  Beschleunigungsgesetzgebung 2018 – welche Änderungen im Naturschutzrecht stehen bevor?
Dr. Michael Zschiesche, UfU

15.10 Uhr  Kaffee- und Tee Pause, Kuchen

15:30 Uhr  Austausch, Priorisierung von Themen und Vorschlägen sowie Vernetzung zu Aktivitäten der Umweltorganisationen bezüglich der Beschleunigungsgesetzgebung

16:30 Uhr  Ende der Veranstaltung

Download Veranstaltungs-Flyer

Anmeldung/Kontakt: Eva Lütkemeyer, Unabhängiges Institut für Umweltfragen, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin; Tel.: 030 428 4993 34 / E-Mail: eva.luetkemeyer@ufu.de

Hinweis: Von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr findet am gleichen Tagungsort der Workshop „Ausreichender Zugang zu Gericht in Umweltangelegenheiten? “statt, zu dem wir Sie ebenfalls herzlich einladen möchten.


Verstärkung für das FG "Energiewende & Energieeffizienz" gesucht

29. März 2018

Stellenausschreibung

Mitarbeiterin/Mitarbeiter Energiesparprojekte an Grund- und Oberschulen

Das Unabhängige Institut für Umweltfragen e.V. (UfU) ist eines der bestimmenden sozial-ökologischen Institute in Deutschland. Es initiiert und betreut seit 1990 angewandt wissenschaftliche Projekte, Aktionen und Netzwerke. 30 Mitarbeitende arbeiten in vier Fachgebieten.

Das Fachgebiet Energieeffizienz & Energiewende sucht für die Mitarbeit in Energiesparprojekten zum nächstmöglichen Termin, idealer Weise zum 01. Juni 2018, eine neue Mitarbeiterin oder einen neuen Mitarbeiter (30 – 35 h/Woche), ggf. auch mit Projektleitungsaufgaben, befristet für zwei Jahre (bis 31.05.2020). Eine Verlängerung wird angestrebt.

  • Gesucht werden erfahrene Personen, mit fachlichem Hintergrund aus dem Bereich der Gebäude- oder Energietechnik mit Affinität im Bereich Bildung.
  • Außerdem nehmen wir gerne auch Bewerbungen von erfahrenen Pädagoginnen und Pädagogen aus dem technisch, naturwissenschaftlichen Bereich entgegen.

 

Aufgaben:

  • eigenverantwortliche Vereinbarung und Durchführung von Vor-Ort-Terminen in Schulen
  • Beratung und Durchführung von Schulungen verschiedener Personengruppen (Schulleitung, Lehrkräfte, Hausmeisterinnen/Hausmeister, Schülerinnen und Schüler) zum Thema energiesparende Nutzung und Betrieb von Gebäuden
  • Unterricht mit Schülergruppen (max. Klassengröße) zu den Themen Energie, Energieeffizienz, Energiesparen und anthropogener Klimawandel nach den Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE)
  • Durchführung energetischer Gebäudeanalysen
  • Durchführung und Auswertung von Messungen
  • Anleitung der Durchführung schulinterner Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt
  • Dokumentation der Arbeit an Schulen inkl. Erstellung einer Maßnahmenliste zur Energieeinsparung für die einzelnen Schulen
  • Ggf. Übernahme eines (Teil-)Projektes als Projektleitung

Wir führen Energiesparprojekte an Schulen seit über 20 Jahren durch und beraten fortlaufend Kommunen, die Energiesparmodelle einführen möchten. Weiterhin werden durch das UfU Projekte zum Thema Energiesparen und Energieeffizienz mit ausländischen Partnern (u.a. Behörden, Schulen und NGOs) durchgeführt.

Mit fifty/fifty werden einerseits Nutzerinnen und Nutzer in Schulen motiviert, durch eine Änderung ihres Verhaltens Energie im Alltag einzusparen. Andererseits wird versucht, durch technische und organisatorische Optimierungen in Zusammenarbeit mit den Hausmeisterinnen und Hausmeistern sowie der Schulleitung Einsparungen zu erzielen.

Wir erwarten:

  • abgeschlossenes technisches Studium in den Bereichen Energie- oder Gebäudetechnik

oder

  • abgeschlossene Qualifikation Gebäude-Energieberaterin/Energieberater

oder

  • abgeschlossenes Lehramts-Studium mit naturwissenschaftlich-technischen Fächern

 

  • Erfahrung in Projektarbeit und Projektmanagement sowie Lust und Freude an der Arbeit mit Menschen (Kindern und Erwachsenen)
  • soziale Kompetenz und Kommunikationsgeschick am Telefon, im schriftlichen Verkehr und persönlich
  • Kompetenz und Geschick im Umgang mit technischen Messgeräten
  • Zuverlässigkeit, Organisationsgeschick und Verantwortungsbewusstsein
  • persönliches Interesse am Thema Energieeffizienz und am Klimaschutz
  • sehr gute Kenntnisse in MS Word, Excel und PowerPoint und Grundkenntnisse in der Bildverarbeitung
  • Deutschkenntnisse auf dem Level „verhandlungssicher“, sehr gute bis fließende Englischkenntnisse, gerne weitere Sprachkenntnisse
  • Ggf. Führerschein, Reisetätigkeit im In- und Ausland

Das erwartet Sie:

  •  Mitarbeit in einem Umweltinstitut mit hoher Identifikation und Motivation
  • abwechslungsreiche Arbeit mit Verantwortung und hohem Selbstbestimmungsgrad in einem jungen, energieeffizienten Team
  • Möglichkeit zur Entwicklung eigener Projekte
  • Arbeitsort ist Berlin

Bewerbungsgespräche werden voraussichtlich am 2./3./4. Mai 2018 stattfinden.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbungen mit Anschreiben und Lebenslauf bis spätestens 22.04.2018. Bitte Zusendungen ausschließlich in elektronischer Form in einer pdf-Datei an Florian Kliche (florian.kliche@ufu.de).

Mehr unter: ufu.de  und www.fifty-fifty.eu


5. Seminar zum Neophytenmanagement am 23.3.2018 in Halle (Saale)

19. März 2018

Für das durch die Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts veranstaltete Seminar haben sich mehr als 70 Teilnehmende angemeldet. Bemerkenswert ist die Vielfalt der teilnehmenden Akteure: neben zahlreichen Mitarbeitenden der Naturschutzbehörden haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Behörden für Forstwirtschaft, Straßenbau, Gewässerunterhaltung, Pflanzenschutz, Kommunen, Universitäten, Hochschulen und Naturschutzverbänden angemeldet. 15 Anmeldungen erfolgten aus anderen Bundesländern.

Ausgewiesene Sachverständige stellen langjährige Erfahrungen mit der Kontrolle von invasiven Neophyten oder aktuelle Projekte zum Test neuer Maßnahmen vor. Besonders interessant ist die Teilnahme von drei Firmen, die professionelle Lösungen zur Kontrolle von Riesen-Bärenklau und Staudenknöterich anbieten.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des UfU-Projektes KORINA freuen sich über das breite gesellschaftliche Interesse und hoffen, dass das Seminar zu einer verstärkten Zusammenarbeit und einem effektiveren Umgang mit invasiven Neophyten führt.


Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche - Gutachten vorgelegt

08. März 2018

Deutscher Bundestag und Bundesrat haben im März 2017 das Gesetz „zur Fortentwicklung des Gesetzes zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für Wärme entwickelnde radio­aktive Abfälle“ (Standortauswahl­gesetz, StandAG) verabschiedet. Ziel des Standortauswahlverfahrens ist es, in einem partizipativen, wissenschaftsbasierten, transparenten, selbsthinter­fragenden und lernenden Verfahren den Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für eine Anlage zur Endlagerung in Deutschland für die im Inland verursachten, hoch radioaktiven Abfälle zu finden (§ 1 Abs. 1 StandAG). Der Gesetzgeber hat mit den von ihm in §§ 5 ff. StandAG vorgesehenen Elementen zur Öffentlichkeitsbeteiligung (wie Fachkonferenz Teilgebiete oder Regional­konferenzen) Neuland betreten.

Suche und Auswahl eines Endlagerstandortes, wie es das StandAG vor­sieht, sowie Errichtung und Betrieb eines Endlagers sind hinsichtlich der zeit­lichen und baulichen Dimension einzigartig. Dies trifft auch auf die Öffentlich­keitsbeteiligung zu. Für eine wirksame Öffentlichkeitsbeteiligung genügt es nicht, ein formelles Verfahren zu strukturieren und zu institutiona­lisieren. Zu identifizieren sind vielmehr die Besonderheiten der Endlagersuche und -auswahl. Denn auch wenn große Infrastrukturprojekte regelmäßig um­stritten sind, so trifft das für die Suche und Auswahl eines Endlagerstandortes für insbesondere hoch radioaktive Abfallstoffe in Deutschland in herausragender Weise zu.

UfU erstellte in den Jahren 2016 und 2017 ein 250-seitiges Gutachten zu „Erhebung, Analyse und Bewertung der Öffentlichkeitsbeteiligung im Standortauswahlverfahren“ für den Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung im Standortauswahlverfahren, das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit. Im ersten Teil werden neben der Analyse und Bewertung der historischen, gesellschaftlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen auch die Ausführungen und Vor­schläge der Endlager-Kommission zur Öffentlichkeitsbeteiligung gesichtet und bewertet. Der zweite Teil beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem ver­fah­rensrechtlichen Hintergrund des StandAG n.F. vom Mai 2017, beschreibt europa- und völkerrechtliche Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung und reflektiert die Sichtweise und Erfahrungen erfahrener Stakeholder, mit denen leitfadengestützte Interviews zwischen September und Dezember 2016 geführt wurden. Der dritte Teil widmet sich schließlich der konkreten Ausgestaltung zweier durch das novellierte StandAG von Mai 2017 festgelegter Formate der Öffentlichkeitsbeteiligung: Schwerpunkt waren nunmehr die Informations­plattform nach § 6 StandAG und die Fachkonferenz Teilgebiete nach § 9 StandAG.

Informationen zum Projekt


Kooperationen zwischen NGOs und Unternehmen im Umweltbereich

02. März 2018

Die Anzahl der Kooperationen zwischen Unternehmen und Umweltorganisationen ist in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich angestiegen. Angesichts dessen, dass Kooperationen heute einen festen Platz im Handlungsrepertoire vieler Umweltorganisationen einnehmen, sahen das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Forschungsbedarf zum Stand von Forschung und Praxis dieser Aktivitäten. Insbesondere die Fragen, welche Potentiale die Zusammenarbeit für die Partner haben und ob Kooperationen einen Mehrwert für die Umwelt bringen, sollten im Forschungsvorhaben beantwortet werden.

Das beauftragte Konsortium aus dem Unabhängigem Institut für Umweltfragen (UfU), dem Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und UPJ dem Netzwerk engagierter Unternehmen und gemeinnütziger Mittlerorganisationen veröffentlicht nun den Abschlussbericht und weitere im Projekt entstandene Publikationen wie Handlungsempfehlungen und detaillierte Beschreibungen von Kooperationen (Fallstudien).

Pressemitteilung 3-2018weitere Informationen


UfU-Tagung zu aktuellen Fragen des Umweltinformationsrechts

27. Februar 2018

Am 22. und 23. Februar 2018 organisierte das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) e.V. im Rahmen des Projektes „Evaluation des Umweltinformationsgesetzes“ im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) die Tagung „Die Praxis und aktuelle rechtliche Fragen des Umweltinformationsrechts“.

65 Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, Vorhabenträgern, Umweltvereinigungen, Wirtschaftsverbänden, politischen Entscheidungsträgern sowie aus der Anwalt- und Richterschaft kamen zusammen, um sich über konkrete Rechtsfragen und Erfahrungen aus dem Vollzug des Unweltinformationsgesetzes (UIG) auszutauschen.

Das Umweltinformationsrecht als ein bedeutendes Instrument der Umweltdemokratie wurde im Spannungsfeld seiner datenschutzrechtlichen Schranken und anderer rechtlich geschützter Interessen beleuchtet: Beim ungehinderten Zugang zu Umweltinformationen – als einem wesentlichen Baustein einer bürgerfreundlichen und transparenten Umweltverwaltung – müssen informationspflichtige Stellen den Schutz der dem Informationszugang entgegenstehenden öffentlichen und privaten Belange berücksichtigen und in der Praxis sicherstellen.

Frau Prof. Dr. Annette Guckelberger (Universität des Saarlandes) gelang es in ihrem Eröffnungsvortrag, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen einheitlichen und umfassenden Wissensstand zum Stand des Umweltinformationsrechtes in Deutschland zu geben. Auf diesen konnte der ehemalige Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Dr. Alexander Dix, LL.M, aufbauen. Er beleuchtete das Verhältnis von Umweltinformationsrecht und Datenschutz.
In den sich daran anschließenden drei Arbeitsgemeinschaften (AGs) entstand Raum für die Vertiefung konkreter umstrittener Rechtsfragen in der Praxis des UIG. Angeleitet von Prof. Dr. Bernhard Wegener, Prof. Dr. Spiecker gen. Döhmann und Dr. Sandra Otto fand ein bereichernder Austausch statt. Im Zentrum standen insbesondere die Auslegung und Anwendung der Ausnahmetatbestände aus §§ 8 und 9 UIG sowie die Thematik  der Anspruchsverpflichtung privater Stellen.

Die in den AGs erarbeiteten Themen leiteten über auf die anschließenden Vorträge zum „Drittbeteiligungsverfahren“ nach § 9 UIG (Randolf Kipke, UBA und Dr. Peter Kersandt, Versteyl Rechtsanwälte Berlin). In einer moderierten Abschlussdiskussion des Plenums wurden weitere Praxiserfahrungen ausgetauscht.

Am zweiten Tag weitete sich der Blick auf die völkerrechtlichen Hintergründe des UIG und die Spruchpraxis des Aarhus Convention Compliance Comites (ACCC) im Vortrag von Prof. Dr. Dr. (h.c.) Thomas Schomerus (Leuphana Universität Lüneburg). Zum Ende wurde aus der Praxis des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durch Matthias Sauer (Referatsleiter) und Dagmar Lutz (Referentin) referiert.

Die Tagung fand im Rahmen des Forschungsprojekts „Evaluation des Umweltinformationsgesetzes“ statt, das UfU e.V. gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Thomas Schomerus (Leuphana Universität Lüneburg) und Dr. Kerstin Tews (Freie Universität Berlin) im Auftrag des UBA durchführt. Eine Zusammenfassung der Tagung sowie sämtliche Tagungsunterlagen finden Sie hier.


Neue Veröffentlichung zur Erfassung von Altlasten in Vietnam

16. Februar 2018

Altlasten in Wasser und Böden stellen in Vietnam ein nicht zu unterschätzendes Umweltrisiko dar. Mit den Projekten AnaViet und CapaViet unterstützt das UfU vietnamesische Behörden in der Erfassung von Altlasten. Im Rahmen dieser beiden Projekte wurden in den vergangenen Jahren Sachverständige aus Nordvietnam in der Nutzung von mobilen Röntgenfluoreszenz (RFA)-Spektrometern zur Erkundung und Erfassung von Schwermetallen im Boden geschult. Bei den praxisbezogenen Workshops konnten erste Erfahrungen in der Vor-Ort-Analyse von Altlasten durch die Nutzung von mobiler RFA gesammelt werden.

Die Funktionsweise und richtige Nutzung der mobilen RFA sowie deren Möglichkeiten, aber auch Grenzen sind nun in der englischsprachigen Handreichung „Utilization of Portable X-Ray Fluorescence-Spectrometers for the Registration of Contaminated Sites in Vietnam“ zusammengefasst. Hier können Sie die Handreichung kostenfrei herunterladen.