25. Juni 2025

Ökologische Kinderrechte in der zeitgemäßen Bildungsarbeit

Am 17. Juni 2025 fand im Rahmen des ENRICH-Projekts der zweite Workshop des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) zum Thema „Kinderrechte und Umweltschutz vermitteln – ökologische Kinderrechte in der zeitgemäßen Bildungsarbeit“ statt. Im Zentrum stand die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Schnittstelle von Kinderrechten und Bildung, insbesondere im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Theorie und Praxis.

Fachlicher Input und Diskurs

Rund 30 Fachkräfte aus der formalen und non-formalen Bildungsarbeit, aus den Bereichen Umweltbildung und BNE sowie Expertinnen aus dem Umwelt- und Kinderrecht kamen zusammen. Bereits in der Eröffnung wurde deutlich, dass BNE eine zentrale Rolle in der Vermittlung und Umsetzung ökologischer Kinderrechte spielt. Neben Good-Practice-Beispielen wurden bestehende Defizite in der Implementierung identifiziert.

Thematischer Fokus

Zu Beginn des Workshops lieferten zwei Fachvorträge fundierte Hintergrundinformationen: Die Umweltjuristin Luisa Schneider gab einen umfassenden Einblick in Inhalte und Bedeutung der Aarhus-Konvention im Kontext von Kinderrechten. Insbesondere der Zugang zu Umweltinformationen, das Mitspracherecht bei umweltrelevanten Entscheidungen und den Zugang zu Gerichten (vgl. Materialien) wurden thematisiert.

Im Anschluss erläuterte Sven Stumpf, Mitglied des Netzwerks zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und sowie der Stabsstelle Advocacy bei SOS Kinderdorf Deutschland e.V., in seinem Vortrag „Ökologische Kinderrechte und BNE verstehen und umsetzen“. Dabei plädierte Herr Stumpf dafür, BNE, politische Bildung und Kinderrechte stärker zusammenzusagen und die Umsetzungslücke Ökologischer Kinderrechte endlich zu schließen. Sein Fazit lautete: BNE ist nicht Add-on, sondern Ausdruck von Kinderrechten. (vgl. Materialien)

Praxisbeispiele

Drei Impulsbeiträge stellten erfolgreiche Praxisprojekte vor:

  • „Young Impact Fund“ (Anne Nemack, BUNDjugend Bundesverband)
  • „FREI Day“ (Tobias Feitkenhauer)
  • „UNICEF Kinderrechteschulen“ (inkl. Kurzschaltung von Kirsten Leyendecker)

Im Anschluss reflektierten die Teilnehmenden in einer interaktiven „stillen Diskussion“ ihre Erfahrungen aus der Praxis. Der Blick richtete sich sowohl auf bestehende Ressourcen, als auch auf Herausforderungen bzw. Hürden sowie notwendige Maßnahmen.

Zentrale Forderungen und Ideen für Maßnahmen umfassen:

Visionen

  • Kinderrechts auf gesunde Umwelt wird ernst genommen
  • Selbstwirksamkeitserfahrungen von Kindern und Jugendlichen im gesamtem Kontext Jugendhilfe und Schule
  • Ernstnehmen von Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten von Kindern und Jugendlichen
  • Gemeinsame, partizipative Planung von Radwegen und ÖPNV mit Jugendlichen

Notwendige Ressourcen; Prozesse und Akteure

  • Finanzierung:
    • Langfristige Finanzierung > dadurch auch Gewährleistung von Planbarkeit
    • Niedrigschwellige Fördertöpfe für Projekte
  • Personal
    • Vollzeitstelle Klimamanagement (Bsp. Jugendhilfeträger)
    • BNE-Koordinator*in in jeder Bildungseinrichtung
    • Personal und Zeit für den Themenkomplex
  • Weiterbildung
    • Strukturell verankerte, verbindliche Weitebildung von Lehrkräften und Schulleitungen zu BNE
    • Foren / Aktionstage zu Demokratiebildung
  • Maßnahmen
    • Austauschmöglichkeiten und Vereinheitlichung von Forderungen (Bsp. Voneinander Lernen in Bezug auf die Maßnahme, auf einem Schuldach Solarpanels anzubringen)
    • Strukturelle verankerte Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen (Kommune, Land, Bund)
    • Mehr Jugendclubs in ländlichen Gegenden sowie in städtischen Gebieten mit sozialen Herausforderungen

Ausblick

Diese Empfehlungen sowie die Vernetzung als solches sind ein Schritt in Richtung einer stärkeren Verzahnung von ökologischen Kinderechten und Bildung in Deutschland. Die Ergebnisse des Workshops fließen in die kommende Veranstaltung im November 2025 ein.

Workshopdokumentation