4. Oktober 2019

In den letzten Wochen hat die Mitteldeutsche Zeitung mehrfach über die Ausbreitung des Götterbaumes in Sachsen-Anhalt berichtet. Dank des Informationsangebotes der Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts beim UfU e. V. kann sich jeder genauer darüber informieren, wie man den Götterbaum erkennt und wo er bereits in Sachsen-Anhalt gefunden wurde oder selbst Funde melden.

Der ursprünglich aus China nach Europa als Zierbaum eingeführte Götterbaum breitet sich derzeit in Europa aus und wurde im Juli 2019 aufgrund seiner negativen Auswirkungen auf die Biodiversität von der EU als invasiv eingestuft. In den Artikeln der letzten Wochen wurde diskutiert, dass nicht bekannt ist, wo der Götterbaum in Sachsen-Anhalt vorkommt und wo er sich ausbreitet.

Sachsen-Anhalt ist in der für Deutschland einmaligen Situation, dass es eine Koordinationsstelle besitzt, die seit 2010 Informationen über invasive Pflanzenarten sammelt und diese Informationen den zuständigen Behörden und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Diese Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts, kurz KORINA genannt, wird vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen in Halle betrieben und hat von 2010 bis 2018 mit EU-Geldern (ELER) umfangreiche Projekte durchgeführt. In diesen Projekten wurden die Ausbreitung und die Auswirkungen invasiver Pflanzenarten untersucht. KORINA hat Maßnahmen gegen invasive Neophyten, wie z. B. den Riesen-Bärenklau, getestet und Behörden und andere Akteure bei Maßnahmen unterstützt. Darüber hinaus hat KORINA durch eine umfangreiche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit die Zivilgesellschaft über die Auswirkungen invasiver Neophyten informiert und dazu aufgerufen, die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern.

Auf der Internetseite www.korina.info werden 120 invasive Pflanzen, u. a. Götterbaum, Riesen-Bärenklau, Ambrosie ausführlich mit Fotos und Bestimmungshilfen und Informationen zu ihrer Kontrolle vorgestellt. Im Atlas der Internetseite werden alle bekannten Fundorte dieser Arten in Sachsen-Anhalt gezeigt. Jeder Interessierte kann im Atlas nachgucken, wo welche invasive Pflanzenart bereits gemeldet wurde.

KORINA bietet die Möglichkeit an, Funde des Götterbaumes oder anderer invasiver Pflanzen zu melden. Nach einer einfachen Registrierung können solche Funde per Meldeformular im Internet oder per KORINA-App gemeldet werden. Anhand der bei der Meldung getätigten Fotos kann der Fund geprüft und ggf. bestätigt werden.

Das UfU hat von 2010 bis 2018 ca. 1,8 Millionen Euro ELER-Fördermittel erhalten, um dieses umfangreiche Informations- und Beratungsangebot von KORINA aufzubauen. Seit Anfang 2019 wird das UfU mit Landesgeldern gefördert, um die Arbeit des Umweltministeriums und des Landesamtes für Umweltschutz bei der Kontrolle invasiver Pflanzen zu unterstützen. Wie die Bildungs- und Informationsangebote von KORINA für die Öffentlichkeit weiter aufrechterhalten werden können, ist bisher nicht geklärt.

Weitere Informationen finden Sie in dieser Pressemitteilung.