Der Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt zählen zu den zentralen umweltpolitischen Zielen der Bundesregierung. Trotz klarer Zielsetzungen der ersten Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt aus dem Jahr 2007, wie der Entwicklung von Naturwäldern („NWE5-Ziel“) und der Ausweisung großflächiger Wildnisgebiete („2-%-Wildnisziel“), bleibt Deutschland bislang deutlich hinter den eigenen Vorgaben zurück. Gleichzeitig gewinnen Wildnisflächen angesichts von Artenverlust, Klimawandel und Anpassungsbedarf zunehmend an Bedeutung für den natürlichen Klimaschutz und die ökologische Resilienz. Auch in der neuen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt mit dem Horizont 2030 sind diese Ziele erneut aufgeführt. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche politische Initiativen und Förderinstrumente auf Bundes- und Landesebene geschaffen, um die Ausweisung und Entwicklung von Wildnisgebieten voranzubringen. Dennoch bestehen weiterhin erhebliche rechtliche, ökonomische, administrative und finanzielle Hemmnisse. Hinzu kommen soziokulturelle Herausforderungen, die eine flächendeckende Umsetzung erschweren.
In dem vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) beauftragten Vorhaben untersucht das UfU gemeinsam mit der Naturstiftung David und der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg – Die Wildnisstiftung diese Herausforderungen systematisch. Ziel des Projekts ist es, bestehende Hemmnisse für die Etablierung und Umsetzung von Wildnis und Prozessschutz in Deutschland zu identifizieren und zu analysieren. Darauf aufbauend werden Lösungsansätze und praxisrelevante Handlungsempfehlungen entwickelt. Das Vorhaben kombiniert Literaturrecherche, Online-Umfrage und qualitative Interviews mit einer systematischen Analyse des bestehenden Rechtsrahmens. Dabei werden wissenschaftliche, rechtliche und praktische Expertisen zusammengeführt. Auf dieser Grundlage sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden, um den Abbau von Wildnishürden und die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt 2030 wirksam zu unterstützen.



