Das Instrument der Strategischen Umweltprüfung (SUP) dient dazu, die Auswirkungen von Plänen und Programmen auf Umwelt und Gesellschaft frühzeitig zu prüfen, Alternativen abzuwägen und die Öffentlichkeit zu beteiligen. Gerade in Zeiten von Energiewende, Agrarstrategie und Mobilitätswandel hat ihre Bedeutung aufgrund des Anstiegs SUP-pflichtiger Planungen und Strategien stark zugenommen. Mit dem Bundesverkehrswegeplan, dem EU-Agrarstrategieplan, der Carbon-Management-Strategie oder der Raumordnung für Wind- und Solarenergie werden heute Weichen gestellt, die weit in kommende Jahrzehnte hineinwirken. Die verstärkte Nutzung der SUP in strategischen Entscheidungsprozessen und deren veränderte Rolle, insbesondere seit dem Inkrafttreten der geänderten Erneuerbaren-Energien-Richtlinie der EU (RED III), erfordert eine Anpassung der Planungspraxis. Dies stellt neue Herausforderungen, aber auch Chancen, insbesondere für Umweltverbände, dar. Doch während Umweltverbände auf lokaler Ebene oft gut in Genehmigungsverfahren eingebunden sind, fehlt es ihnen gerade bei solchen strategischen Weichenstellungen auf Bundes- und Landesebene häufig an Kapazitäten und Fachwissen.
Hier setzt das Projekt an: Es untersucht, welche Kompetenzen Umweltverbände im Umgang mit der SUP bereits besitzen und in welchen Bereichen eine Stärkung nötig ist. Auf dieser Grundlage werden gemeinsam Weiterbildungen, Informationsmaterialien und Austauschformate entwickelt. Diese befähigen die Umweltverbände dazu, ihre Expertise stärker in Planungsprozesse einzubringen. Das Ziel besteht darin, fundierte Beteiligung zu ermöglichen, die Transparenz und Qualität von Entscheidungen zu erhöhen sowie Synergien zwischen den Verbänden nutzbar zu machen.
Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag dazu, die Rolle der Umweltverbände als konstruktive Partner in strategischen Planungsprozessen durch aktive Teilnahme zu stärken. So können sie umweltrelevante Belange in strategische Entscheidungsprozesse einbringen und zu transparenten und zukunftsfähigen Entscheidungen in den großen Transformationsfeldern unserer Zeit beitragen.
Laufzeit
08/2025 – 07/2027
Kooperationspartner
Technische Universität Berlin, FG Umweltprüfungen
Gefördert durch
Deutsche Bundesstifung Umwelt (DBU)
Kontakt
Dr. Arne Reck


