Die digitale Transformation verändert zunehmend, wie Umweltinformationen erzeugt, verarbeitet und genutzt werden. Insbesondere Künstliche Intelligenz (KI) beeinflusst den Zugang zu Umweltdaten und deren Auswertung. Für anerkannte Umweltverbände, die das Umweltinformationsgesetz (UIG) nutzen, um staatliches Handeln nachzuvollziehen, Umweltprobleme aufzudecken oder sich an umweltrelevanten Verfahren zu beteiligen, ergeben sich daraus neue rechtliche und praktische Fragen.
KI-Systeme bieten neue Möglichkeiten, große und komplexe Umweltdatensätze effizient auszuwerten und Umweltinformationen besser zugänglich zu machen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen für Transparenz und Beteiligungsrechte. Wenn algorithmische Systeme Informations- und Entscheidungsprozesse mitsteuern, stellt sich zunehmend die Frage, welche Informationen Umweltverbänden künftig zur Verfügung stehen müssen, um ihre Rechte wirksam wahrnehmen zu können. Dazu gehören unter anderem Informationen über Datengrundlagen, Bewertungsmaßstäbe und Funktionsweisen KI-gestützter Systeme.
Das Projekt untersucht diese Entwicklungen aus der Perspektive der Zivilgesellschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich das Umweltinformationsrecht im Kontext KI-gestützter Verfahren verändert und welche Anforderungen sich daraus für den Zugang zu Umweltinformationen ergeben. Dabei werden sowohl Potenziale als auch Risiken betrachtet. Neben Fragen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit geht es auch um mögliche Verzerrungen in KI-Systemen sowie um den Umgang mit fehlerhaften oder irreführenden Ausgaben automatisierter Systeme.
Zu Beginn des Projekts führt das UfU eine Bedarfsanalyse durch, um den Kenntnisstand und Unterstützungsbedarf der Umweltverbände im Umgang mit KI und dem UIG zu erfassen. Darauf aufbauend werden praxisorientierte Schulungs- und Informationsmaterialien entwickelt, darunter ein Leitfaden zum verantwortungsvollen Einsatz von KI im Kontext des Umweltinformationsrechts. Ergänzend bringt eine Werkstatt Umweltverbände, juristische Fachleute und Datenwissenschaftler*innen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
Ziel des Projekts ist es, Umweltverbände bei der Nutzung und Einordnung KI-gestützter Verfahren zu unterstützen und Impulse für die Weiterentwicklung von Transparenz- und Beteiligungsrechten im digitalen Zeitalter zu geben.




