Das Projekt „Kontinuierliche KI-basierte Biodiversitäts-Assessments für Deutschland“, kurz: KIBA-D, baut auf dem Faktencheck Artenvielfalt auf, der den Zustand der Biodiversität in Deutschland erstmalig umfassend dokumentiert hat. In KIBA-D sollen mit diesem Datenfundus große Sprachmodelle (engl. Large Language Models; LLMs) trainiert werden. Das Ziel: diesen Datensatz mittels KI automatisiert fortschreiben und erweitern. Dafür sollen – nach strengen Regeln der Quellenbewertung – neben wissenschaftlichen Veröffentlichungen auch Behördenberichte, Stellungnahmen und Webseiten, möglicherweise sogar Social Media-Beiträge einfließen. Diese werden von der KI automatisiert gefunden, ausgewertet und in die von Faktencheck Artenvielfalt erarbeitete Struktur der Lebensräume, Treiber und Maßnahmen eingeordnet. Langfristig soll das in KIBA-D entstehende KI-System die Grundlage für ein umfassendes, kontinuierliches neues Biodiversitäts-Assessment im Jahr 2030 ermöglichen. Gefördert wird das Assessment als Begleitforschung der Zentralen Koordinierungsstelle der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

KIBA-D wird als Modul in der Zentralen Koordination der FEdA, die zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gehört, mit rund einer Million Euro gefördert. Das Assessment knüpft an den renommierten Faktencheck Artenvielfalt an, der im Oktober 2024 erschienen. Mehr als 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 75 Institutionen hatten dafür rund 6.000 Studien ausgewertet und einen einmaligen Überblick über Trends und Ursachen des Biodiversitätsverlusts in Deutschland erstellt. KIBA-D steht exemplarisch für einen neuen, datengetriebenen Zugang zum Schutz der biologischen Vielfalt – und dafür, wie neue Technologien wie die Künstliche Intelligenz helfen können, Natur schneller und besser zu verstehen und gezielter zu bewahren.

Laufzeit
09/2025 – 03/2027

 

Kooperationspartner

DFKI – Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

iDiv – Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig

Öko-Institut

 

Gefördert durch

Senkenberg Gesellschaft für Naturforschung

 

Kontakt

Luisa Schneider

Fokus des UfU: Integrierte rechtliche Begleitung und Entwicklung eines Daten-Governance-Konzepts

In Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut analysiert das UfU die rechtlichen Rahmenbedingungen, in welchen das KIBA-D Projekt operiert (etwa Urheberrecht, Datenschutzrecht, KI-Verordnung, Data-Governance Act und Data Act) und erstellt ein integriertes Daten-Governance-Konzept.