Marine Sedimente (v.a. Schlickböden) lagern in ihrem ersten Meter Tiefe etwa doppelt so viel Kohlenstoff wie terrestrische Böden. Sofern die Sedimente ungestört bleiben, kann Kohlenstoff für Tausende bis Millionen von Jahren gespeichert werden. Werden Sedimente durch entsprechende Nutzungen aufgewirbelt, können Treibhausgase freigesetzt werden, die bereits lange Zeit im Sediment gebunden waren. Als Beitrag zum natürlichen Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt sollen diese besonders kohlenstoffreichen Gebiete erhalten bleiben. Hierzu könnten Meeresgebiete mit besonders kohlenstoffreichen Sedimenten perspektivisch als sogenannte „Klimaschutzgebiete“ ausgewiesen und somit vor schädlichen Nutzungen geschützt werden.

Um die praktische Realisierbarkeit einer solchen Idee bewerten zu können, hat das UfU in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Alexander Proelß eine juristische Machbarkeitsstudie zur Entwicklung eines geeigneten, möglichen Rechtsrahmens zur Ausweisung von Klimaschutzgebiete für Meeresgebiete in der deutschen Nord- und Ostsee mit besonders kohlenstoffreichen Sedimenten erarbeitet.

Im Rahmen des 34. Meeresumwelt-Symposiums im Oktober 2025, durchgeführt durch das Bundesamt für Seeschiffart und Hydrologie in Hamburg, wurden die Studienergebnisse anhand eines Posters vorgestellt.