19. November 2015

Im Beisein einer kleinen Delegation des Deutschen Bundestages (Klaus Mindrup, MdB (SPD) sowie Karsten Möring, MdB  (CDU) – beide Umweltausschuss) sowie des Abteilungsleiters Ressourcenschutz und Wasser Dr. Helge Wendenburg und des Referatsleiters Bodenschutz Andreas Bieber des BMUB, des stellvertretenden Präsidenten des vietnamesischen Umweltamtes (VEA) Dr. Tung sowie 50 vietnamesischen Expertinnen und Experten wurde am 19.11.2015 der Startschuss für das neue Klimaschutzprojekt des UfU zusammen mit den deutschen Partnern Ruhr-Universität Bochum und MSP Bochum in Hanoi (Vietnam) vollzogen.

Wie Frau Prof. Dr. Dang Thi Cam Ha, Leiterin des Instituts für Biotechnologie der Akademie der Vietnamesischen Wissenschaften Hanoi, auf dem Kick-Off Workshop betonte, brauche Vietnam genau dieses Projekt, um mehr integrierte Problemlösungen für komplexe Herausforderungen im Klimaschutz anzugehen. Sie beglückwünschte UfU für die Konzeption des Projektes und wünschte viel Erfolg. Auch der Vizepräsident der VEA Dr. Tung nahm in seiner Eröffnungsrede Bezug zur „Green Groth Strategy Vietnams“ und hob die Wichtigkeit dieses Projektes für die Umsetzung der neuen Vereinbarung zwischen dem BMUB und dem vietnamesischen Umweltministerium (MONRE) vom September 2015 hervor. Klaus Mindrup, MdB (SPD), ging in seiner Rede auf die Herausforderungen Vietnams in Bezug auf die Klimaänderungen ein. Er betonte, dass Deutschland seine Unterstützung für Vietnam beibehalten und in den nächsten Jahren im Rahmen der Internationalen Klimainitiative (IKI) sogar verstärken würde. Dr. Helge Wendenburg vom BMUB hob den Leuchttumcharakter des  neuen Projekts hervor und erwähnte zugleich, dass Vietnam seit 2008 im Rahmen von IKI auf bislang 49 geförderte Projekte zurückblicken könne.

Ein bemerkenswertes Ergebnis des Kick-Off-Workshops stellte, neben der Bekanntgabe von Informationen zu den Projektzielen und den Aktivitäten, dar, wie ähnlich – unabhängig voneinander – die VEA und UfU die Idee eines vietnamweiten Bergbaukatasters für brachliegende Flächen angingen. Bereits im letzten Jahr wurde vom Monitoring Centre for Environmental Information and Documentation (CEID) eigenständig die Struktur eines solchen Katasters entworfen und anhand einer Bergbaufläche zum Bauxitabbau getestet. Der Direktor Dr. Nguyen Quoc Khanh vom  CEID, das der VEA unterstellt ist, sammelte die Daten, um ein Modell für die Rekultivierung und Sanierung der Bergbaufläche zu entwickeln. Beauftragt von der vietnamesischen Regierung, sollten so auch  den vielen Beschwerden aus der örtlichen Bevölkerung nachgegangen werden, um genaue Standortdaten auf der Grundlage eines GIS-Systems, bereitzustellen. Genau aus diesem Grund haben MSP und UfU die Idee eines Katasters in das Projektportfolio integriert, um für die VEA ein zusätzliches Instrument zum Umgang mit brachliegenden Bergbauflächen zu generieren.

Nunmehr können – nach Überprüfung und Anpassung der Strukturdaten – weitere 49 Standorte in ein solches Bergbaukataster eingepflegt werden. Dieses Kataster steht dann künftig neben den Umweltbehörden auch den Baubehörden oder den Grundstücksämtern zur Verfügung. Und, wie Dr. Michael Zschiesche vom UfU in seiner Präsentation ausführte, auch die Bevölkerung der benachbarten Gemeinden kann so viel besser als bisher über die Sanierung der Bergbaugebiete informiert werden. Dadurch kann Aufklärung betrieben und  Missverständnissen und Gerüchten entgegengewirkt werden. Das sei zwar noch kein wirksamer Umweltschutz, aber immerhin die Voraussetzung dafür.

Das Projekt legt ohnehin einen der Schwerpunkte auf eine transparente und umfassende Kommunikation mit vietnamesischen Experten. So sollen mindestens halbjährlich Expertengespräche in Vietnam  durchgeführt werden und die Grundsätze von Good Governance u.a. auch dadurch gelebt werden, indem ressortübergreifend Experten gleichberechtigt in das Projekt einbezogen werden.

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