29. September 2025

Zum Abschluss des Projekts RevierUPGRADE – Wir. Jetzt. Nachhaltig. hat das Projektteam von BUNDjugend und UfU eine Broschüre herausgebracht. Darin kommen verschiedene Akteur*innen zu Wort und zeigen Handlungsansätze für sozial-ökologischen Wandel in den ostdeutschen Braunkohlerevieren auf. Dadurch werden sowohl vielfältige bestehende Herausforderungen wie auch vielversprechende Perspektiven auf kommende Entwicklungen im Mitteldeutschen und im Lausitzer Revier deutlich.

Im Rahmen von RevierUPGRADE haben wir gemeinsam mit jungen Menschen aus den Regionen unterschiedliche kreative und aktivierende, bunte und lebendige Bildungs- und Empowermentformate durchgeführt. Diese reichten von Formaten wie Gruppen-Coachings über inhaltliche Workshops mit Themenschwerpunkten wie z.B. „Der Cottbusser Ostsee“ oder „Nachhaltige Chemieindustrie“ auch wiederkehrend zur konkreten Frage: Wie kann ich mich als junger Mensch vor Ort und überregional einbringen und Zukunft mitgestalten? Neben einer Sensibilisierung für Problemlagen (Beispiele: Auslagerung von Kohle-Folgekosten, Stand der Klimakrise und Aspekten von Klimagerechtigkeit etc.) haben wir immer wieder daran gearbeitet, Perspektiven und mögliche Ansätze für sozial-ökologische Entwicklungen aufzuzeigen und zu erarbeiten, so etwa durch inspirierende Exkursionen und Gespräche mit progressiven Akteur*innen oder auch praktische Tätigkeiten wie dem Bau von Regenbänken.

Die Broschüre spiegelt unter dem Motto „Kohle. Wandel. Perspektiven“ verschiedene Eindrücke, Begegnungen und Fragmente aus unseren Tätigkeiten wieder. Dabei haben wir unterwegs einige Antworten gefunden – vielleicht aber auch noch mehr Fragen. Die Publikation ist sowohl online verfügbar als auch als print-Exemplar zum Blättern vorhanden. Bei Interesse an Print-Exemplaren wende dich an das Projektteam von RevierUPGRADE.

KOHLE

Der 2020 beschlossene Kohleausstieg bis 2038 war der Ausgangspunkt des dreijährigen Kooperationsprojektes des BUNDjugend Bundesverbands, der BUNDjugend Brandenburg und des UfU. Kohle als fossiler Rohstoff, über Millionen von Jahren entstanden, wird heute immer noch als hochgradig klimaschädliche Ressource verfeuert, während die Förderung in den Gegenden Mondlandschafften und Tagebaurestlöcher erzeugt(e). Welche Geschichten stecken etwa hinter dem Cottbusser Ostsee oder dem Geiseltalsee? Welche Ortschaften verschwanden nahezu spurlos und inwiefern ist die Flutung von Tagebaurestlöchern eigentliche eine nachhaltige Lösung?

Der Begriff Kohle kann auch als Geld verstanden werden. Auch dieses spielt im Strukturwandel eine wichtige Rolle und wirft Gerechtigkeits- und Verteilungsfragen auf. Denn viel Geld fließt durch komplizierte Förderkonstrukte in die Regionen. Aber bei wem kommt dieses Geld wirklich an und inwiefern sind junge Menschen in Entscheidungen darüber oder auch in die Auswirkungen involviert? Wie profitieren sie von der (angestrebten) Entwicklung der Regionen, und warum verlassen insbesondere viele junge Frauen diese?

WANDEL
Auch wenn der Wegfall gut bezahlter Jobs in der Kohleindustrie für viele problematisch ist – für den Klimaschutz und damit auch für unsere menschliche Zukunft ist der Ausstieg aus dieser Technologie, besser heute als morgen, absolut notwendig und unabdingbar. Und schon jetzt weist vieles eher auf einen Mangel an Fachkräften denn an Arbeitsplätzen hin.

Der Wandel hat längst begonnen. Uns war und ist es wichtig, die Veränderungen auch als Chance zu begreifen – für sozial und ökologisch sowie zukunftsweisende Entwicklungen vor Ort, die dem guten Leben für alle einen kleinen Schritt näherkommen. Für Möglichkeiten, mitzugestalten, dabei (kollektive) Selbstwirksamkeit zu erleben und Mut zu schöpfen.

PERSPEKTIVEN

In kreativen Workshops haben wir uns im Projekt sowohl mit persönlichen Perspektiven wie auch mit potenziellen Entwicklungsmöglichkeiten für die Städte und Regionen auseinandergesetzt.

Wie will ich selbst persönlich (mit-)wirken? Wie sieht meine Utopie für meine Stadt aus? Welches „Handwerkszeug“ braucht es dazu? Wo lässt sich dieses aneignen? Wie lassen sich Mitstreitende motivieren? (…)

Die Perspektiven im Osten, der – ebenso wie nahezu die gesamte Bundesrepublik – weiter nach rechts außen driftet, sind nicht rosig. Ökonomische und soziale Herausforderungen, auch in Bezug auf die demographische Entwicklung, verbleiben. Geschichten von Marginalisierung, Traumata und Kämpfen nach Gehör sind uns ebenso begegnet. Perspektiven nach vorn, ohne frustrierende Erfahrungen schlicht zu verdrängen, erscheinen uns konstruktiv.

Und letztlich zu nennen ist auch unsere eigene ganz konkrete Perspektive im Projekt: Die Aktivitäten gehen weiter. Mit RevierUPGRADE 2.0 werden wir auch weiterhin in Halle (Saale) im Mitteldeutschen Revier sowie in Cottbus im Lausitzer Revier tätig sein. Bewährte Aktivitäten werden fortgesetzt und ausgebaut, andere Formate werden angepasst bzw. kommen neu dazu.

Infos dazu folgen zeitnah, stay tuned! Vorweg können wir schon verraten, dass das Thema Wasser und Wassergerechtigkeit einen größeren Stellenwert einnehmen wird.