Glienicke/Nordbahn startet mit Energiesparprojekt fifty/fifty durch

Starterpaket ermöglicht geringinvestive Maßnahmen in sechs kommunalen Einrichtungen

Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn beantragt ein sogenanntes Starterpaket für geringinvestive Maßnahmen im Rahmen ihres Energiesparprojekts. Damit können in den kommenden Projektjahren gezielte Investitionen in sechs kommunalen Einrichtungen – einer Schule, einem Hort, einem Jugendclub und drei Kindertagesstätten – umgesetzt werden. Ziel ist es, den Energieverbrauch spürbar zu senken und gleichzeitig pädagogische Impulse für den Klimaschutz zu setzen.

Kleine Maßnahmen, große Wirkung

Mit den Fördermitteln, die bis zu 6.000 Euro pro Einrichtung betragen, lassen sich zahlreiche energiesparende Verbesserungen umsetzen. Dazu zählen beispielsweise der Austausch veralteter Thermostatventile, die Optimierung der Heizungsregelungen oder der Erwerb von Materialien für pädagogische und öffentlichkeitswirksame Aktivitäten.
Solche geringinvestiven Maßnahmen zeigen schnell sichtbare Erfolge: Sie verbessern das Energiemanagement vor Ort und machen für Nutzerinnen und Nutzer unmittelbar erfahrbar, dass die Kommune aktiv zum Klimaschutz beiträgt.

Förderung schafft Handlungsspielräume

Finanziert wird das Projekt über die sogenannte Kommunalrichtlinie, die Kommunen bei der Einführung von Energiesparmodellen unterstützt. Neben der Förderung von Personalkosten bieten die zusätzlichen Mittel des Starterpakets eine wertvolle Möglichkeit, sinnvolle Investitionen auch bei knappen Haushalten umzusetzen.

„Sechstausend Euro mögen auf den ersten Blick nicht viel erscheinen – für kommunale Bildungseinrichtungen können sie jedoch den entscheidenden Unterschied machen“, betont Marlies Bock vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU), welches das Projekt im Auftrag der Gemeinde an den Einrichtungen durchführt. „Das Geld kann direkt und unbürokratisch eingesetzt werden – ein wichtiger Schritt, um Motivation, Selbstwirksamkeit und Nachhaltigkeit zu fördern.“

Bildung trifft Technik

Ein besonderer Fokus liegt auf der Verbindung von pädagogischer Arbeit und technischem Know-how. Durch die Einbeziehung der Hausmeister*innen sowie des pädagogischen Personals entstehen Synergien, die über das Projekt hinaus wirken können. Kinder und Jugendliche erleben unmittelbar, dass ihr Engagement für den Klimaschutz zu sichtbaren Veränderungen führt – ein nachhaltiger Lerneffekt, der weit über die Projektlaufzeit hinausreichen soll.

Blick in die Zukunft

Das Energiesparprojekt in Glienicke/Nordbahn startete Anfang 2025 und läuft bis Mitte 2028. Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Starterpaket ist ab 2026 geplant, sodass sie bereits zur Heizperiode 2026/27 Wirkung zeigen können. Begleitend dazu finden pädagogische Aktionen und Workshops statt, in denen weitere Ideen für Energieeinsparung und Klimaschutz entwickelt werden.

Langfristig soll das Projekt in den Einrichtungen und in der gesamten Kommune fortgeführt werden. Erfahrungen aus ähnlichen Projekten zeigen, dass eine kontinuierliche Unterstützung entscheidend ist, um dauerhafte Energieeinsparungen und ein wachsendes Bewusstsein für Klimaschutz zu erreichen.


Natürlicher Klimaschutz - Schulen zukunftsfähig machen!

Natürlicher Klimaschutz muss in Schulen in Zukunft eine größere Rolle spielen. Dies zeigte die 27. Fachtagung zu Klimaschutz an Schulen am 13. November in Berlin. Das diesjährige Schwerpunktthema „Schule im Wandel: Natürlicher Klimaschutz an Schulen“ untersuchte, inwieweit Schulen aktiv zur Klimaanpassung beitragen können.

Die enorme und oftmals unterschätzte Bedeutung intakter Ökosysteme für das Stadtklima hat auch Auswirkungen auf den Schulalltag. Insbesondere in Hitzemonaten und in Zeiten von Dürre, merken die Schüler*innen in den oftmals nicht klimaangepassten Gebäuden die Auswirkungen des Klimawandels in ihrem Alltag. Entsprechend zeigte die Fachtagung mit Vorträgen, Workshops und Initiativen auf, wie sich Klimaanpassung sowohl baulich, als auch pädagogisch in den Schulalltag integrieren lässt.

Im Mittelpunkt solcher Maßnahmen stehen naturbasierte und wassersensible Lösungen für die Schule. Durch Begrünung, Nutzung von Regenwasser oder innovative Bauformen werden die Biodiversität gesteigert, das Mikroklima an der Schule verbessert und gesunde Lernräume geschaffen, was die Resilienz von Schulgebäuden und Städten stärkt. Die auf der Fachtagung beispielhaft vorgestellte Umgestaltung des Schulhofs des Hermann-Hesse-Gymnasiums veranschaulicht, dass Schulen selbst zu Orten des Wandels werden können, an denen Lehrkräfte und Schüler*innen gemeinsam nachhaltige Strategien umsetzen.

Auch die Befähigung von Schüler*innen, sich an der eigenen Schule zu beteiligen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung junger Menschen. Beteiligungsprojekte wie das UfU Projekt KlimaVisionen bestätigten auch in der Fachtagung, dass die Schüler*innen vermehrt auch außerhalb der Schule zu Klimathemen zu kommunizieren. Schulische Klimaschutzprojekte stoßen dementsprechend nicht nur räumliche Veränderungen an, sondern stärken auch die Handlungskompetenz junger Menschen. Vor diesem Hintergrund sind geplante Kürzungen bei derartigen Projekten kritisch zu bewerten.

Das UfU hebt mit dieser Fachtagung hervor, dass Klimaanpassung machbar, wirkungsvoll und ein Gewinn für Bildung, Gemeinschaft und Umwelt ist. Deutlich wird dabei auch: Natürlicher Klimaschutz ist kein Zusatzprojekt, sondern eine Investition in die Zukunftsfähigkeit von Schulen und in das Bewusstsein der kommenden Generationen.


UfU Sporthallen Projekt: Erste Ergebnisse zeigen hohen Sanierungsbedarf in Sporthallen

Das Unabhängige Institut für Umweltfragen untersucht in seinem Sporthallenprojekt seit November 2024 die energetische Situation von Sporthallen in Deutschland. Ziel des Projekts ist es, einen besseren Überblick über die Verbräuche von Sporthallen in Deutschland zu bekommen und die Gesamtemissionen durch verschiedene Maßnahmen nachhaltig zu senken. Dazu entwickelt das UfU eine Systematik zur differenzierten Erfassung und Reduktion des tatsächlichen Endenergieverbrauchs von Sporthallen.

Am 6. November 2025 wurden im Rahmen einer Online-Veranstaltung des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) gemeinsam mit ZEBAU erste Daten und Maßnahmen zur laufenden Untersuchung vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen einen immensen Sanierungsbedarf bei den untersuchten Sporthallen auf. 60 Prozent der Sporthallen sind in einem energetisch schlechten Zustand. Zusätzlich zeigt die Untersuchung, dass viele Sporthallen falsch eingestellt sind und es dementsprechend höhere Verbräuche gibt, als eigentlich notwendig wären.

Solide Datengrundlage fehlt

Um die energetische Situation von Sporthallen zu untersuchen, musste das Projekt erst eine eigene Datengrundlage schaffen. Offizielle Statistiken zur Anzahl von Sporthallen und Sportstätten gibt es nicht. Schätzungen geben an, dass es in Deutschland ca. 40.000 Sporthallen gibt. Zusammen mit anderen Sportanlagen (Tennisanlagen, Schwimmbäder, etc.) ergeben sich ungefähr 231.000 Sportstätten.

Auch die Verbräuche werden für einen Großteil der Sporthallen nicht statistisch erfasst und öffentlich zugänglich gemacht. Ähnlich unseren Erfahrungen mit Schulen, ist es bisher noch sehr schwer, überhaupt an die Verbrauchsdaten von Sporthallen und Sportstätten zu kommen. Oft sind nur Jahresverbräuche abrufbar. Um die Verbräuche aber interpretieren zu können, sind statistische Auswertungen mindestens auf Monatsbasis notwendig.

Die mit den Verbräuchen verbundenen Emissionen deutscher Sportstätten können ebenfalls bisher nur grob geschätzt werden. Laut einer alten Berechnung des Ökoinstitutes verursachen deutsche Sportstätten jährliche Emissionsmengen von rund 7,5 Millionen Tonnen CO₂.

Aufgrund dieser massiven Datenlücke, hat das UfU hat im Projekt eigene Daten von ca. 200 Sporthallen generiert und die daraus errechneten Energiekennwerte anhand der Klassenuntergrenzen des Deutschen Städtetags (DST) eingeordnet. Die Verbräuche der von uns untersuchten Sporthallen liegen für das Jahr 2023 im Mittel bei 115 kWh/m² für Wärme und 21 kWh/m² für Strom. Dies entspricht für beide Medien der Energieeffizienzklasse „C“ des DST.

Die Ergebnisse

  1. Hohes Potential durch technische Modernisierung

Die höchste Einsparwirkung bei Sporthallen erzielen Modernisierungen an der Gebäudehülle, Heizungs- und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, sowie stromsparende LED-Beleuchtung. Sporthallen mit effizienter Lüftung reduzieren den spezifischen Wärmeverbrauch um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu konventionellen Systemen. Der Wechsel zu Deckenstrahlungsheizungen und abgesenkten Vorlauftemperaturen spart bis zu zwei Drittel der Wärmeenergie und bis zu 30 Prozent Strom.

  1. Flexible Nutzung ermöglichen

Neben der technischen Modernisierung kann viel Energie durch die Änderung des Nutzungsverhaltens und Optimierung der Betriebsführung eingespart werden. Viele Sporthallen werden zentralisiert verwaltet und weisen aktuell wenig Flexibilität in der Verbrauchsanpassung auf. Im alltäglichen Sportgeschäft fehlen Möglichkeiten wie Dimmer, Schlüssel zur Heizungsanlage oder zu Schaltkästen, damit der Verbrauch flexibel nach Nutzung angepasst werden kann. Dadurch gehen enorme Einsparpotentiale verloren. Heizungen, Licht, Wasserverbrauch sollten in Zukunft von Verantwortlichen vor Ort flexibler anpassbar sein, um Überverbräuche zu vermeiden.

Notwendige Weichenstellungen: Energiemonitoring in Sporthallen und Modernisierung fördern

Sporthallen benötigen eine systematische und ambitionierte Neuausrichtung der politischen und finanziellen Rahmenbedingungen, um Verbräuche in Zukunft einzusparen. Als erster Schritt muss eine Datengrundlage geschaffen werden. Wir müssen wissen, wieviel Sporthallen es in Deutschland gibt, wieviel Energie und welche Art von Energie diese verbrauchen und welche Emissionen damit verbunden sind. Dafür ist ein zentrales und flächendeckendes Energiemonitoring für Sporthallen notwendig. Erst wenn Verbräuche täglich digital ablesbar sind und den einzelnen Sporthallen und ihren Versorgungsarten zugeordnet werden, können alle Einsparpotentiale aufgedeckt werden. Die technischen Möglichkeiten sind dazu bereits vorhanden. In der Praxis scheitert es bisher jedoch oft an langen bürokratischen Wegen und der Frage, wer für die Veröffentlichung der Verbrauchsdaten eigentlich zuständig ist.

Sobald die Sporthallen energetisch mittels Monitorings überwacht werden wird ersichtlich, wo die dringendsten Sanierungen notwendig sind und welche Hallen überproportional viel verbrauchen. Durch den Vergleich werden Nacht- und Wochenendabsenkungen besser geplant und Havarien wie Rohrleckagen oder defekte Spülungen frühzeitig aufgedeckt. Außerdem gibt das Monitoring Aufschluss, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit die meiste Energie in der Sporthalle benötigt wird. Mit solchen Informationen können dann Nutzungsanpassungen vorgenommen werden und in hohem Maßen Energie eingespart werden. In einer weiteren Befragung, die das UfU unter 89 Sporthallenbetreibern und Energieberater*innen durchgeführt hat, gaben nur sieben Prozent der Befragten an, über ein digitales Energiemonitoring zu verfügen.

Der Untersuchungsbericht

Im Laufe des Projektes entsteht ein umfassender Untersuchungsbericht, welcher Anfang des Jahres 2026 veröffentlicht wird. Dieser wird auch auf der Projektseite hochgeladen: https://www.ufu.de/projekt/energiesporthallen/


Digitale BNE: Bildungsmaterialien für Lehrkräfte sind online

27. Oktober 2025

Das Erasmus+ Projekt „Digital Education for Sustainable Development across Europe” revolutioniert die Grundschulbildung für nachhaltige Entwicklung durch die Einführung einer mehrsprachigen digitalen Plattform, die die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren zugänglich und interessant macht. Die innovative Plattform ermöglicht es Lehrkräften – unabhängig von ihren bisherigen Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit –Nachhaltigkeitsthemen auf praktische, altersgerechte und flexible Weise in den Unterricht zu integrieren.

Hier geht‘s zur Lernplattform

Kostenlose Lehr- und Lernmaterialien ohne Anmeldung

Die Digital-ESD-Plattform bietet 19 interaktive „Lernwelten”, die jeweils einem bestimmten SDG gewidmet sind und animierte Geschichten, Arbeitsblätter und umfassende Lehrleitfäden enthalten. Diese Ressourcen sind in mehreren Sprachen verfügbar und können sowohl digital als auch auf Papier verwendet werden, sodass sie für verschiedene Bildungsumgebungen zugänglich sind. Die Struktur der Plattform ermöglicht es Lehrkräften, Nachhaltigkeitskonzepte auf einfache Weise einzuführen, Reflexionen im Unterricht anzuregen und Schüler:innen zu ermutigen, Maßnahmen gegen globale Herausforderungen wie Klimawandel, Armut und Ungleichheit zu ergreifen.

Unterrichtsvorbereitung in Minutenschnelle
Sie wissen am besten, wie Ihr Unterricht funktioniert, daher liefert die Plattform keine starren Vorgaben, sondern bietet Ihnen eine Auswahl an direkt einsetzbaren Materialien: Erklärvideos, Arbeitsblätter, Reflexionsfragen und Projektideen. Sie können daraus wählen, was zu Ihrer Klasse und Ihrem Zeitplan passt – ob als kurzer Impuls, als Gruppenarbeit oder für eine größere Projektarbeit.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Mehr Infos zum Projekt

Broschüre „RevierUpdate. Kohle. Wandel Perspektiven.“ erschienen!

29. September 2025

Zum Abschluss des Projekts RevierUPGRADE – Wir. Jetzt. Nachhaltig. hat das Projektteam von BUNDjugend und UfU eine Broschüre herausgebracht. Darin kommen verschiedene Akteur*innen zu Wort und zeigen Handlungsansätze für sozial-ökologischen Wandel in den ostdeutschen Braunkohlerevieren auf. Dadurch werden sowohl vielfältige bestehende Herausforderungen wie auch vielversprechende Perspektiven auf kommende Entwicklungen im Mitteldeutschen und im Lausitzer Revier deutlich.

Im Rahmen von RevierUPGRADE haben wir gemeinsam mit jungen Menschen aus den Regionen unterschiedliche kreative und aktivierende, bunte und lebendige Bildungs- und Empowermentformate durchgeführt. Diese reichten von Formaten wie Gruppen-Coachings über inhaltliche Workshops mit Themenschwerpunkten wie z.B. „Der Cottbusser Ostsee“ oder „Nachhaltige Chemieindustrie“ auch wiederkehrend zur konkreten Frage: Wie kann ich mich als junger Mensch vor Ort und überregional einbringen und Zukunft mitgestalten? Neben einer Sensibilisierung für Problemlagen (Beispiele: Auslagerung von Kohle-Folgekosten, Stand der Klimakrise und Aspekten von Klimagerechtigkeit etc.) haben wir immer wieder daran gearbeitet, Perspektiven und mögliche Ansätze für sozial-ökologische Entwicklungen aufzuzeigen und zu erarbeiten, so etwa durch inspirierende Exkursionen und Gespräche mit progressiven Akteur*innen oder auch praktische Tätigkeiten wie dem Bau von Regenbänken.

Die Broschüre spiegelt unter dem Motto „Kohle. Wandel. Perspektiven“ verschiedene Eindrücke, Begegnungen und Fragmente aus unseren Tätigkeiten wieder. Dabei haben wir unterwegs einige Antworten gefunden – vielleicht aber auch noch mehr Fragen. Die Publikation ist sowohl online verfügbar als auch als print-Exemplar zum Blättern vorhanden. Bei Interesse an Print-Exemplaren wende dich an das Projektteam von RevierUPGRADE.

KOHLE

Der 2020 beschlossene Kohleausstieg bis 2038 war der Ausgangspunkt des dreijährigen Kooperationsprojektes des BUNDjugend Bundesverbands, der BUNDjugend Brandenburg und des UfU. Kohle als fossiler Rohstoff, über Millionen von Jahren entstanden, wird heute immer noch als hochgradig klimaschädliche Ressource verfeuert, während die Förderung in den Gegenden Mondlandschafften und Tagebaurestlöcher erzeugt(e). Welche Geschichten stecken etwa hinter dem Cottbusser Ostsee oder dem Geiseltalsee? Welche Ortschaften verschwanden nahezu spurlos und inwiefern ist die Flutung von Tagebaurestlöchern eigentliche eine nachhaltige Lösung?

Der Begriff Kohle kann auch als Geld verstanden werden. Auch dieses spielt im Strukturwandel eine wichtige Rolle und wirft Gerechtigkeits- und Verteilungsfragen auf. Denn viel Geld fließt durch komplizierte Förderkonstrukte in die Regionen. Aber bei wem kommt dieses Geld wirklich an und inwiefern sind junge Menschen in Entscheidungen darüber oder auch in die Auswirkungen involviert? Wie profitieren sie von der (angestrebten) Entwicklung der Regionen, und warum verlassen insbesondere viele junge Frauen diese?

WANDEL
Auch wenn der Wegfall gut bezahlter Jobs in der Kohleindustrie für viele problematisch ist – für den Klimaschutz und damit auch für unsere menschliche Zukunft ist der Ausstieg aus dieser Technologie, besser heute als morgen, absolut notwendig und unabdingbar. Und schon jetzt weist vieles eher auf einen Mangel an Fachkräften denn an Arbeitsplätzen hin.

Der Wandel hat längst begonnen. Uns war und ist es wichtig, die Veränderungen auch als Chance zu begreifen – für sozial und ökologisch sowie zukunftsweisende Entwicklungen vor Ort, die dem guten Leben für alle einen kleinen Schritt näherkommen. Für Möglichkeiten, mitzugestalten, dabei (kollektive) Selbstwirksamkeit zu erleben und Mut zu schöpfen.

PERSPEKTIVEN

In kreativen Workshops haben wir uns im Projekt sowohl mit persönlichen Perspektiven wie auch mit potenziellen Entwicklungsmöglichkeiten für die Städte und Regionen auseinandergesetzt.

Wie will ich selbst persönlich (mit-)wirken? Wie sieht meine Utopie für meine Stadt aus? Welches „Handwerkszeug“ braucht es dazu? Wo lässt sich dieses aneignen? Wie lassen sich Mitstreitende motivieren? (…)

Die Perspektiven im Osten, der – ebenso wie nahezu die gesamte Bundesrepublik – weiter nach rechts außen driftet, sind nicht rosig. Ökonomische und soziale Herausforderungen, auch in Bezug auf die demographische Entwicklung, verbleiben. Geschichten von Marginalisierung, Traumata und Kämpfen nach Gehör sind uns ebenso begegnet. Perspektiven nach vorn, ohne frustrierende Erfahrungen schlicht zu verdrängen, erscheinen uns konstruktiv.

Und letztlich zu nennen ist auch unsere eigene ganz konkrete Perspektive im Projekt: Die Aktivitäten gehen weiter. Mit RevierUPGRADE 2.0 werden wir auch weiterhin in Halle (Saale) im Mitteldeutschen Revier sowie in Cottbus im Lausitzer Revier tätig sein. Bewährte Aktivitäten werden fortgesetzt und ausgebaut, andere Formate werden angepasst bzw. kommen neu dazu.

Infos dazu folgen zeitnah, stay tuned! Vorweg können wir schon verraten, dass das Thema Wasser und Wassergerechtigkeit einen größeren Stellenwert einnehmen wird.


Vier Jahre KlimaVisionen: 70 Berliner Schulen zeigen, wie Klimaschutz geht

02. September 2025

Nach vier intensiven Projektjahren endet das Projekt „KlimaVisionen – Wege zur klimaneutralen Schule in Berlin“. 70 Schulen aus allen Berliner Bezirken haben jeweils eine eigene Roadmap (Maßnahmenfahrplan) zur Klimaneutralität entwickelt und konkrete Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen umgesetzt. Jetzt braucht es eine Anschlussfinanzierung, um die Schulen auch weiterhin wirkungsvoll zu unterstützen und zugleich neue Schulen auf ihrem Weg zu begleiten, ihre Selbstwirksamkeit zu stärken und gemeinschaftliche Aktionen zu initiieren.

Schulen als Impulsgeber für Klimaneutralität

Der Handlungsdruck ist enorm: Um Berlins Ziel der Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen, braucht es deutlich mehr konkrete Maßnahmen – insbesondere in öffentlichen Einrichtungen. Schulen nehmen hier eine zentrale Rolle ein. Die im Projekt entwickelten Roadmaps zeigen eindrucksvoll, wie Schulen strukturell und pädagogisch wirksam Emissionen einsparen – und zugleich als Vorbild für andere Institutionen agieren können.

Was gut lief – und was bleibt

Im Rahmen des Projekts wurden nicht nur Zukunftsvisionen entwickelt, sondern greifbare Veränderungen angestoßen. Besonders die strukturelle Verankerung von Klimaschutz durch Klimaparlamente, wie etwa an der Friedrich-Ebert-Oberschule, gehören zu den Highlights des Projekts.

Zudem führte die Projektteilnahme zu intensivem Erfahrungsaustausch zwischen den Schulen. Hier werden nicht nur Kontakte geknüpft, sondern auch die konkrete Projektplanung vorangetrieben. Im Anschluss tragen die Teilnehmenden die wieder aufgefrischte Motivation zurück in ihre Schulgemeinschaft. Im Verlauf des Projekts haben sich als besonders wirksam herauskristallisiert:

  • Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern
  • Die Kooperation von Teams innerhalb der Schule und die Einbindung z.B. der Gesamtkonferenz
  • Die nachhaltige, strukturelle Verankerung der Bemühungen und Klimaschutzaktionen z.B. durch ein Klimaparlament oder eine Klima-AG
  • Die Festlegung von realistischen Zielen und die Priorisierung wirkungsvoller Maßnahmen

Klimaschutz braucht strukturelle Verankerung

Die Erkenntnisse der projektbegleitenden Evaluation zeigen deutlich: Für eine nachhaltige Umsetzung braucht es verbindliche Strukturen und politische Rückendeckung. Viele Maßnahmen wurden bislang freiwillig und zusätzlich zur regulären Arbeit umgesetzt. Ohne genügend Zeitressourcen, koordinierende Stellen und angemessener Anerkennung bleibt es beim Engagement Einzelner. Daher fordert das UfU an jeder Schule eine feste Koordinierungsperson für Klimaschutz und Klimaanpassung, die Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund rückt.

Darüber hinaus braucht es eine intensivere Begleitung durch externe Partner, um engagierte Lehrkräfte entlasten zu können, sowie eine stärkere Vernetzung mit Bezirksämtern und Kommunen. Denn dort, wo gute Ansprechpersonen vorhanden waren, konnten Schulen ihre Roadmaps deutlich schneller umsetzen.

Klimaaktionen umsetzen motiviert und stärkt Selbstwirksamkeit

Die Erfahrungen im Projekt zeigen deutlich: Effektiver Klimaschutz an Schulen braucht eine Balance zwischen sichtbaren, direkt emissionsvermeidenden Maßnahmen und der Bewusstseinsbildung im Schulalltag. So kann die Gestaltung von Hochbeeten ein erster Erfolg sein, um Momentum zu gewinnen und mit Motivation auch die schwierigeren Themen anzugehen. Wie etwa: Wie gelingt es die Schulgemeinschaft zu mobilisieren? Wie kann die energetische Sanierung der Schulgebäude auf die Agenda von Entscheidungsträger*innen gesetzt werden? Wie kann effektiver Hitzeschutz etabliert werden?
Auch die sogenannte „Attitude-Behavior-Gap“ (Kollmuss & Agyeman, 2002) zeigt sich deutlich: Lehrkräfte erleben Klimaschutz besonders dann als sinnvoll, wenn sie selbstwirksam handeln können – nicht nur, wenn Themen im Unterricht behandelt werden.

Wie geht es nun weiter?

Nach Projektende liegt die Umsetzung der Roadmaps bei den Schulen selbst. Viele engagieren sich weiterhin mit großer Motivation – nicht zuletzt dank der entstandenen Netzwerke. Doch es braucht klare politische Signale, dass die Klimaziele Berlins ernst genommen werden. Das bisher Erreichte wird ohne nachhaltige strukturelle Förderung und zentrale Unterstützung nicht dauerhaft Bestand haben.

Das UfU sucht aktiv nach neuen Fördermöglichkeiten, um das erfolgreich und mehrfach ausgezeichnete Modellprojekt fortzusetzen und weitere Schulen und auch andere Bildungseinrichtungen auf dem Weg zur Klimaneutralität zu begleiten.

Das Projekt „KlimaVisionen“ zeigt: Klimaschutz an Schulen wirkt – wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Damit Berlin seine Ziele erreicht, braucht es neben engagierten Lehrkräften und motivierten Schüler*innen vor allem auch den politischen Willen, Schule neu zu denken: als echten Lern- und Gestaltungsort für eine klimaneutrale Zukunft.

Weitere Informationen, Materialien und die Handreichung „Schulen als Impulsgeber für Klimaneutralität in Städten – Die Vision einer klimaneutralen Schule“ finden Sie hier.


FutureLab – Energie trifft Kreativität: Jugendliche gestalten ihre Zukunft im Jugendbildungszentrum Blossin

26. August 2025

Wie kann eine nachhaltige Zukunft aussehen – und welche Rolle können junge Menschen dabei spielen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Ferienfreizeit „FutureLab – Energie trifft Kreativität“, die vergangene Woche im Jugendbildungszentrum Blossin stattfand. Mit Unterstützung von Muriel Neugebauer und Matthias Laminski aus dem Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) setzten sich Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren auf kreative, praxisnahe und partizipative Weise mit den Themen Klimaschutz, Energie und Zukunftsgestaltung auseinander.

Ziel des Projekts war es, Jugendlichen Raum zu geben, eigene Ideen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln – und gleichzeitig erfahrbar zu machen, dass ihr eigenes Handeln einen Unterschied machen kann. Dabei stand die Verbindung von interaktiven Lernspielen, praktisch-kreativen Methoden, und gemeinschaftlichen Erfahrungen im Mittelpunkt.

Zu den Programmpunkten gehörten eine Klimarallye, eine interaktive Ausstellung zur Energiewende, eine Visionswerkstatt zur künstlerischen Gestaltung eigener nachhaltiger Zukunftsideen sowie ein Segeltörn mit dem Team-Kutter, bei dem Windkraft direkt erlebbar wurde.

Beim Fahrradkino erzeugten die Jugendlichen ihren eigenen Strom – und reflektierten spielerisch den Zusammenhang zwischen Energieverbrauch und -erzeugung. Eine Exkursion ins energieautarke Dorf Feldheim rundete die Woche ab und zeigte anhand eines realen Beispiels, wie nachhaltige Energieversorgung funktionieren kann.

Warum ist das wichtig? Die Freizeit stärkt nicht nur das Umweltbewusstsein der Jugendlichen, sondern auch ihre Selbstwirksamkeit: Sie erleben konkret, dass nachhaltige Ideen entwickeln und Mut zum eigenen Handeln Wirkung haben und etwas bewegen kann.

Projektbetreuende Muriel Neugebauer betont:
„Wir wollten mit dem FutureLab einen Raum schaffen, in dem junge Menschen spielerisch, kreativ und gemeinschaftlich über ihre Zukunft nachdenken – und gleichzeitig ganz konkrete Erfahrungen zu Fragen nachhaltiger Energie sammeln. Die Freude und das Engagement der Teilnehmenden haben uns gezeigt, wie wichtig und wirksam solche Formate sind.“

Ganz praktisch zeigt das Projekt, dass Nachhaltigkeitsbildung am besten funktioniert, wenn sie aktiv, partizipativ und lebensnah gestaltet wird und dass Jugendliche ein tieferes Verständnis für komplexe Themen wie die Energiewende entwickeln, wenn sie durch Erleben, Gestalten und Reflektieren lernen.

Wie geht es weiter?
Die positiven Rückmeldungen von Jugendlichen, Eltern und dem pädagogischen Team zeigen: Das FutureLab hat Zukunft. Eine Fortsetzung der Ferienfreizeit ist für den Sommer 2026 bereits in Planung.


Energiesparprojekt in Marzahn-Hellersdorf – Drei Schulen mit Modellcharakter für Berlin

12. August 2025

Berlin, Marzahn-Hellersdorf – An drei Schulen des Bezirks ist für das aktuelle Schuljahr ein neues Energiesparprojekt durchgeführt worden. Das Projekt, welches nachhaltig die Energieverbräuche der Schulen senken soll, setzt auf intensive pädagogische Betreuung, Teilhabe der Kinder und auf ein monatliches Energiemonitoring. Damit wurden in dem Vorhaben neue Maßstäbe in der schulischen Klimabildung und Energieeffizienz gesetzt.

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Warum Energiesparen an Schulen?

Wenn es um die erfolgreiche Energiewende geht, wird das Potential der Suffizienz, also Einsparung immer noch massiv unterschätzt. Dabei bieten der schonende Umgang mit Ressourcen und das Einsparen von Energieverbräuchen die Chance, unseren Bedarf erheblich zu senken und damit auch den Druck auf bekannte Konflikte wie bspw. den Flächenkonflikt zu senken. Schulen sind der größte Energieverbraucher der öffentlichen Hand und bieten enorme Einsparpotentiale.

Pilotprojekt mit Vorbildfunktion

Das Energiesparprojekt besteht sowohl aus Unterrichtseinheiten, Praxisworkshops und einem Energiemonitoring. Dem Bezirk war es wichtig, dass innerhalb des Projekts, die Schulen intensiv pädagogisch betreut werden. Deshalb erhielten alle Schulen in dem Projekt Unterrichtseinheiten zu Energie, Klima und Nachhaltigkeit und stärkten so das Bewusstsein der Schüler- und Lehrer*innen für Umweltthemen. Zusätzlich führten die Schulen regelmäßig Raumtemperaturmessungen und andere Workshops durch, damit die Schüler*innen Verständnis für die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Verbräuche anschaulich erfahren können. Es wurden Energy-Clubs an den Schulen gegründet, die den Schüler*innen die Möglichkeit geben, sich für die Schule verantwortlich zu fühlen und eigene Ideen umzusetzen. Auf diese Weise macht Bildungsarbeit Spaß und die Schüler*innen erfahren Selbstwirksamkeit. Zusätzlich wurde an allen drei Schulen erstmalig ein monatliches Energiemonitoring durchgeführt. Dabei wurden die Verbrauchsdaten für Wärme, Strom und Wasser ausgewertet und mit Vorjahreswerten verglichen. Die Ergebnisse zeigen sowohl Erfolge als auch Herausforderungen:

– Wärmeverbrauch sank in zwei der drei Schulen um bis zu 7 %
– Stromverbrauch reduzierte sich um 11 % (WvS) und 7 % (JS)
– Wasserverbrauch stieg in einer Schule um 19 %, was auf eine möglichen Schaden hinweist

Diese regelmäßigen Auswertungen machen deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Energiecontrolling ist – nicht nur zur Einsparung, sondern auch zur schnellen Erkennung und Behebung von Problemen. Teilweise werden Maßnahmen in den Schulen, z.B. im Bereich der Nacht- und Wochenendabsenkung der Heizungsanlage auch erst zur kommenden Heizperiode umgesetzt, so dass weiteres Einsparpotential erwartet wird.

Forderung nach Ausweitung des Projekts

Das Projekt zeigt, dass gezielte pädagogische Betreuung in Kombination mit technischem Monitoring echte Wirkung zeigt – sowohl bei den Verbrauchszahlen als auch bei der Klimabildung. Schüler*innen wirken bei den Projekten selbst aktiv mit und werden so für die Thematik sensibilisiert, erfahren Selbstwirksamkeit im Zusammenhang mit der Energiewende. Das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) fordert daher eine Ausweitung vergleichbarer Projekte auf alle Berliner Bezirke und Kommunen in Brandenburg, um das Ziel einer klimaneutralen Schule realistisch zu erreichen. Auch finanziell ist die Durchführung solcher Projekte lohnend. Denn die Kosteneinsparungen durch die Reduzierung des Ressourcenverbrauchs übersteigen die anfallenden Kosten für die Durchführung derartiger Projekte.

Wie geht es weiter?

Im kommenden Schuljahr wird das Projekt in den drei Marzahn-Hellersdorfer Schulen fortgesetzt – allerdings ist die Beauftragung zunächst nur bis Ende 2025 gesichert. Eine Fortführung über 2026 hinaus sowie die Einbindung weiterer Schulen wird angestrebt. Die Erfassung der Verbrauchsdaten soll weiter optimiert werden, um ein noch effizienteres Controlling zu ermöglichen.


Bildungsstätten für den Klimawandel resilient machen

In Deutschland stehen Bildungsstätten (Schulen, Kindergärten, Berufsschulen, Nachmittagsbetreuung) angesichts des Klimawandels vor enormen Herausforderungen. Auf der einen Seite sind sie Orte des Lernens und können als solche nur funktionieren, wenn sie selbst klimaangepasst und resilient gegenüber den klimatischen Bedingungen der Zukunft sind. Dies betrifft vor allem ihre bauliche Beschaffenheit, das Problem des Denkmalschutzes und fehlende Gelder für Sanierung. Auf der anderen Seite haben diese Bildungsstätten den Auftrag, die Thematik Klimawandel, Klimaanpassung, Naturschutz auch in die eigene Bildungsarbeit zu integrieren und hier als Vorbilder zu fungieren.

In unserem aktuellen Policy Paper zeigen wir auf, wie dringend gezielte Investitionen in die Sanierung – insbesondere denkmalgeschützter Gebäude – und die Qualifizierung des Personals bzw. die Weiterentwicklung der Bildungsformate sind. Besonders wichtig ist es, die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen stärker zu berücksichtigen. Bildungsstätten müssen in die Lage versetzt werden, Schutzkonzepte anzupassen und regionale Besonderheiten in ihren Programmen zu adressieren.

Ein zentrales Anliegen ist die Integration von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), globalem Lernen und politischer Bildung. Diese sollen helfen, die gesellschaftlichen und politischen Dimensionen des Klimawandels zu vermitteln und Menschen zu befähigen, sich aktiv in die Klimadebatte einzubringen.

Wir fordern:

  • Spezifische Förderprogramme für bauliche Anpassungen, insbesondere bei denkmalgeschützten Gebäuden.

  • Stärkere Berücksichtigung und Schutz vulnerabler Gruppen.

  • Unterstützung regionaler Bildungsprogramme zur Klimaanpassung.

  • Finanzielle und strukturelle Förderung von BNE, globalem Lernen und politischer Bildung.

  • Intensivierten Austausch und Zusammenarbeit zwischen Bildungsstätten und politischen Entscheidungsträgern.

UfU, AdB & Villa Fohrde | Policy Paper - Bildungsstätten resilient für den Klimawandel machen

ENRICH Workshop 2 – Kinderrechte und Umweltschutz vermitteln

25. Juni 2025

Ökologische Kinderrechte in der zeitgemäßen Bildungsarbeit

Am 17. Juni 2025 fand im Rahmen des ENRICH-Projekts der zweite Workshop des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) zum Thema „Kinderrechte und Umweltschutz vermitteln – ökologische Kinderrechte in der zeitgemäßen Bildungsarbeit“ statt. Im Zentrum stand die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Schnittstelle von Kinderrechten und Bildung, insbesondere im Kontext von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in Theorie und Praxis.

Fachlicher Input und Diskurs

Rund 30 Fachkräfte aus der formalen und non-formalen Bildungsarbeit, aus den Bereichen Umweltbildung und BNE sowie Expertinnen aus dem Umwelt- und Kinderrecht kamen zusammen. Bereits in der Eröffnung wurde deutlich, dass BNE eine zentrale Rolle in der Vermittlung und Umsetzung ökologischer Kinderrechte spielt. Neben Good-Practice-Beispielen wurden bestehende Defizite in der Implementierung identifiziert.

Thematischer Fokus

Zu Beginn des Workshops lieferten zwei Fachvorträge fundierte Hintergrundinformationen: Die Umweltjuristin Luisa Schneider gab einen umfassenden Einblick in Inhalte und Bedeutung der Aarhus-Konvention im Kontext von Kinderrechten. Insbesondere der Zugang zu Umweltinformationen, das Mitspracherecht bei umweltrelevanten Entscheidungen und den Zugang zu Gerichten (vgl. Materialien) wurden thematisiert.

Im Anschluss erläuterte Sven Stumpf, Mitglied des Netzwerks zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention und sowie der Stabsstelle Advocacy bei SOS Kinderdorf Deutschland e.V., in seinem Vortrag „Ökologische Kinderrechte und BNE verstehen und umsetzen“. Dabei plädierte Herr Stumpf dafür, BNE, politische Bildung und Kinderrechte stärker zusammenzusagen und die Umsetzungslücke Ökologischer Kinderrechte endlich zu schließen. Sein Fazit lautete: BNE ist nicht Add-on, sondern Ausdruck von Kinderrechten. (vgl. Materialien)

Praxisbeispiele

Drei Impulsbeiträge stellten erfolgreiche Praxisprojekte vor:

  • „Young Impact Fund“ (Anne Nemack, BUNDjugend Bundesverband)
  • „FREI Day“ (Tobias Feitkenhauer)
  • „UNICEF Kinderrechteschulen“ (inkl. Kurzschaltung von Kirsten Leyendecker)

Im Anschluss reflektierten die Teilnehmenden in einer interaktiven „stillen Diskussion“ ihre Erfahrungen aus der Praxis. Der Blick richtete sich sowohl auf bestehende Ressourcen, als auch auf Herausforderungen bzw. Hürden sowie notwendige Maßnahmen.

Zentrale Forderungen und Ideen für Maßnahmen umfassen:

Visionen

  • Kinderrechts auf gesunde Umwelt wird ernst genommen
  • Selbstwirksamkeitserfahrungen von Kindern und Jugendlichen im gesamtem Kontext Jugendhilfe und Schule
  • Ernstnehmen von Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten von Kindern und Jugendlichen
  • Gemeinsame, partizipative Planung von Radwegen und ÖPNV mit Jugendlichen

Notwendige Ressourcen; Prozesse und Akteure

  • Finanzierung:
    • Langfristige Finanzierung > dadurch auch Gewährleistung von Planbarkeit
    • Niedrigschwellige Fördertöpfe für Projekte
  • Personal
    • Vollzeitstelle Klimamanagement (Bsp. Jugendhilfeträger)
    • BNE-Koordinator*in in jeder Bildungseinrichtung
    • Personal und Zeit für den Themenkomplex
  • Weiterbildung
    • Strukturell verankerte, verbindliche Weitebildung von Lehrkräften und Schulleitungen zu BNE
    • Foren / Aktionstage zu Demokratiebildung
  • Maßnahmen
    • Austauschmöglichkeiten und Vereinheitlichung von Forderungen (Bsp. Voneinander Lernen in Bezug auf die Maßnahme, auf einem Schuldach Solarpanels anzubringen)
    • Strukturelle verankerte Beteiligungsformate für Kinder und Jugendliche auf allen Ebenen (Kommune, Land, Bund)
    • Mehr Jugendclubs in ländlichen Gegenden sowie in städtischen Gebieten mit sozialen Herausforderungen

Ausblick

Diese Empfehlungen sowie die Vernetzung als solches sind ein Schritt in Richtung einer stärkeren Verzahnung von ökologischen Kinderechten und Bildung in Deutschland. Die Ergebnisse des Workshops fließen in die kommende Veranstaltung im November 2025 ein.

Workshopdokumentation