Europäische Umweltpolitik beeinflussen - neue Kurzfilme

12. Juli 2021

Welche Möglichkeiten gibt es, sich auf EU-Ebene für den Umweltschutz einzusetzen und Einfluss auf Umweltpolitik sowie relevante Rechtssetzungsprozesse zu nehmen? Vier neue Kurzfilme des UfU erklären die Bedeutung der Aarhus-Konvention und deine Informations-, Beteiligungs- und Klagerechte auf EU-Ebene.

 

Die Aarhus-Konvention: Ein umweltvölkerrechtlicher Vertrag, der die Zivilgesellschafft im Umweltbereich stärken und die Möglichkeit der Beteiligung schaffen soll. Die Aarhus Konvention ist der erste umweltvölkerrechtliche Vertrag, der internationale Mindeststandards für den Zugang aller Menschen zu Umweltinformationen setzt, die Beteiligung an umweltrelevanten Entscheidungen regelt und den Zugang zu Gerichten bei Umweltbelangen verankert. Wie das funktioniert hat das UfU versucht in Kurzfilmen verständlich zu machen.

Die ersten beiden Filme sind inzwischen online und führen in das Thema ein und gehen der Frage nach, was man unter Umweltinformationen versteht und wie man sie von EU-Organen, also z.B. von der Europäischen Kommission bekommt.

Die Aarhus-Konvention auf EU-Ebene 1: Einführung

https://www.youtube.com/watch?v=gusgm1o5szw

Die Aarhus-Konvention auf EU-Ebene 2: Informationszugang

https://www.youtube.com/watch?v=gSb6HsUOsF0

Zwei weitere Kurzfilme, die die Beteiligungsmöglichkeiten und Klagrechte auf EU-Ebene erklären, werden im Herbst folgen.


Vier Pfoten und zwei Füße auf der Suche nach invasiven Pflanzenarten

11. Juni 2021

Es gibt in Deutschland Pflanzen- und Tierarten, die sich hier zwar ausgesprochen wohl fühlen, eigentlich aber nicht hierher gehören. Sogenannte gebietsfremde Arten nennt man Neobiota. Nicht jede dieser gebietsfremden Arten ist per se schlecht, allerdings verhalten sich manche invasiv. Da sie in einem fremdem Ökosystem auf wenig Konkurrenz oder Fressfeinde stoßen, breiten sie sich stark aus und gefährden die heimische Flora und Fauna.

Die Ausbreitung dieser Arten zu überwachen ist schon lange die Aufgabe unseres Korina-Projekts in Sachsen-Anhalts. Die invasiven Neophyten werden dokumentiert und ihre Verbreitung in Karten genau festgehalten. Die Neophyten zu finden ist aber nicht immer einfach. Besonders bei Pflanzen wird eine genaue Artenkenntnis benötigt und gerade wenn die Pflanzen noch sehr klein sind, kann man sie leicht verwechseln. Noch dazu wachsen Pflanzen nicht immer zugänglich am Wegesrand, sondern oft an Orten, die leicht übersehen werden. Also holt sich das UfU gemeinsam mit dem UFZ und dem Wildlife Detection Dogs e.V Hilfe bei flauschigen Vierbeinern mit einer besonders guten Nase.

Hunde eignen sich perfekt für die Suche nach invasiven Arten. Mit ihren feinen Nasen können sie Pflanzen wesentlich besser aufspüren und unterscheiden als der Mensch. Das Projekt IGAMon-Dog bildet in den nächsten Jahren die geselligen Vierbeiner mit ihren Hütern zu Artenspürhunden aus. Das Tolle dabei: Wir verwenden normale Haushunde. Es kann also jeder mitmachen, vorausgesetzt der Hund bringt bestimmte Fähigkeiten mit und ist lernwillig. In einer gemeinsamen Ausbildung mit den anderen Hundehalter*innen verwandeln sich die Hunde in echte Spürhunde und spüren dann gemeinsam mit den Halter*innen invasive Arten auf.

Das Ziel ist eine bessere Kenntnis der Fundorte und des Ausbreitungsverhaltens dieser Arten.

Das Projekt hat eine Laufzeit von April 2021 bis September 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Sie möchten sich mit Ihrem Hund bewerben? Hier geht’s zur Teilnahme: Teilnahme am Artenspürhundeprojekt


Unsere neuen Räume im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Photo by Erda Estremera on Unsplash

  1. Juni 2021

Das UfU ist umgezogen. Die Adresse bleibt zwar dieselbe, aber im Haus der Demokratie und Menschenrechte befinden wir uns jetzt in neuen noch größeren Büroräumen. Für das UfU ist dieser Umzug in Zeiten von Corona und Homeoffice auch eine Investition in die Zukunft. Wir wachsen stetig  und wenn wir glauben, dass Homeoffice nach der Pandemie weiterhin ein Thema sein wird, möchten wir unseren Mitarbeitenden auch in Zukunft die Möglichkeit geben, im Büro zu arbeiten.

Das UfU befindet sich jetzt im Mittel- und Hinterhaus auf der vierten Etage und führt damit auch zwei vorher getrennte Teile des Instituts wieder zusammen.

Teilweise sind wir noch mit dem Auspacken der Kisten beschäftigt, freuen uns aber jetzt schon über Besuch im Institut.


Prinzipien der Datennutzung für ein sozial-ökologisches Berlin

30. April 2021

Ecornet-Papier: Prinzipien der Datennutzung für ein sozial-ökologisches Berlin

Die innovative Nutzung von Daten hat ein enormes Potenzial, die sozial-ökologische Transformation in Berlin voranzutreiben. Unter anderem der öffentliche Nahverkehr, städtische Infrastrukturen sowie allgemein der Klima- und Gesundheitsschutz können von datengetriebenen Innovationen profitieren. Allerdings verwirklichen sich diese Gemeinwohlpotenziale nicht von selbst. Ohne politische Steuerung wird sich die Datennutzung stattdessen weiterhin vor allem an Profitinteressen orientieren. Es bedarf also einer nachhaltigkeitsorientierten Datenregulierung. Eine solche Regulierung ist eine komplexe Aufgabe, die unterschiedliche Ziele und Interessen im Blick haben muss. Die Formulierung von „Datenprinzipien“ kann hier Orientierung vermitteln und den Blick für Zielkonflikte schärfen.

Das vorliegende Hintergrundpapier (EcornetBerlin_Report4_Prinzipien der Datennutzung) untersucht daher vier unterschiedliche Diskurse um eine „gute“ Datennutzung aus sozial-ökologischer Perspektive und leitet daraus sechs Prinzipien für eine nachhaltigkeitsorientierte Datenregulierung in Berlin ab: individuelle Datensouveränität, Datentransparenz, Datensolidarität, Datensuffizienz, Datenverantwortung und öffentliche Datensouveränität. Diese Prinzipien werden abschließend auf die konkreten Handlungs- und Regelungsmöglichkeiten der Stadt Berlin bezogen.

Das Hintergrundpapier ist Teil des Ecornet-Projekts „Datengovernance und -regulierung für ein nachhaltiges Berlin“. Im Forschungsverbund Ecornet Berlin untersucht das UfU im Auftrag des Berliner Senats, wie eine gemeinwohlorientierte Datenregulierung für Berlin aussehen kann.

Kontakt: Dr. Johannes Franke


UfU-Vortrag: Prinzipien einer nachhaltigen Datenregulierung

07. April 2021

Wie kann eine nachhaltige Datenregulierung aussehen und an welchen Leitideen sollte sie sich orientieren? Über diese Frage sprach Dr. Johannes Franke am 30.03.2021 vor Vertreter*innen der Zivilgesellschaft auf dem Digital Social Summit. Der vollständige Vortrag kann hier angesehen werden.

Die Digitalisierung birgt enorme Chancen, aber auch Risiken für die sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft. So kann Künstliche Intelligenz (KI) den Klima- und Umweltschutz effektiver und effizienter machen, aber auch in den Dienst einer nicht nachhaltigen Konsum- und Profitsteigerung gestellt werden.

Welches Szenario Realität wird, hängt unter anderem von der Datenregulierung ab: Wer soll zu welchen Zwecken Zugriff auf welche Daten haben? Hier werden auf politischer Ebene derzeit wichtige Weichen gestellt. Die Zivilgesellschaft muss Einfluss darauf nehmen, dass sich eine künftige Regulierung an Prinzipien orientiert, die eine nachhaltige Datennutzung fördern: individuelle und öffentliche Datensouveränität, Datentransparenz, Datensolidarität, Datenverantwortung und Datensuffizienz.

Der Vortrag ist im Kontext des Projekts „Datengovernance und -regulierung für ein nachhaltiges Berlin“ entstanden. Im Forschungsverbund Ecornet Berlin untersucht das UfU im Auftrag des Berliner Senats, wie eine gemeinwohlorientierte Datenregulierung für Berlin aussehen kann.

 

Kontakt: Dr. Johannes Franke


Digitale Schüler*innenkonferenz in Bielefeld

Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

17. März 2021

Einmal jährlich findet in die Bielefeld die Klimawoche statt. In dieser Woche finden Interessierte zahlreiche Veranstaltungen, Vorlesungen und Ausstellungen zum Thema Klimaschutz. Dieses Jahr wurde die Klimawoche Bielefeld aufgrund der Coronapandemie digitale veranstaltet. Am 17.3.2021 fand im Rahmen des Programms auch der Tag der Bildung statt, der besonders für Schüler*innen interessant ist. Dieses Jahr wurde eine digitale Schüler*innen-Klima-Konferenz zum Thema der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN durchgeführt.

Über 450 Schüler*innen, Lehrkräfte und andere Multiplikatoren sowie interessierte Personen aus verschiedenen Teilen Deutschlands und auch aus anderen Ländern nahmen daran teil. Mit dabei das Gymnasium Bethel, welches vom UfU im Three4Climate Projekt begleitet wird.

Organisiert wird die jährliche Veranstaltung vom Verein „KlimaWoche Bielefeld e.V.“. Das Hauptziel der Klimawoche besteht in der Verbesserung des Informationsgrades und der Gestaltungskompetenz der Bielefelder Bevölkerung hinsichtlich (lokaler) Maßnahmen, Ansätzen und Produkten des Klima- und Artenschutzes, der Energieeffizienz und der Förderung erneuerbarer Energien im Kontext von Bildung für Nachhaltigkeit.

Bei der von einer Schülerin und einem Schüler moderierten halbtägigen Klima-Konferenz wurden deshalb verschiedene Initiativen, Projekte und Aktionen von Schulen und anderen Einrichtungen vorgestellt. Den Teilnehmer*innen sollen dadurch Lösungen an die Hand gegeben werden, durch die der/die Einzelne in die Lage versetzt wird, selbstständig nachhaltig zu handeln.

Seinen Ursprung hat die gesamte Initiative unter anderem Jens Ohlemeyer, einem Lehrer der Friedrich-v.Bodelschwingh-Schulen, Gymnasium Bethel zu verdanken. Die Schule nimmt auch am sogenannten Three4Climate Projekt teil, bei dem sich Schulen aus Portugal, Slowenien und Deutschland im Rahmen der EU Trio-Ratspräsidentschaft über ihre Klimaschutzaktivitäten austauschen und auch andere ermutigen sollen, sich für den Klimaschutz einzusetzen. Dies hat mit der Teilnahme auch dieser Schulen an der Bielefelder Schüler*innen Klima-Konferenz bereits Früchte getragen.

Das UfU begleitet auf deutscher Seite die Aktivitäten der Schulen in diesem vom BMU geförderten Projekt.


Bürgerbeteiligung muss auch in der Pandemie möglich sein - Stellungnahme

19. Februar 2021

Mehr als 2000 Infrastrukturprojekte sind pro Jahr vom Planungssicherstellungsgesetz betroffen. Das bedeutet im Klartext, dass die Zivilgesellschaft bei über 2000 Vorhaben in der Regel die Möglichkeit zur Mitsprache haben muss. Diese Einwände müssen in Dialogform in sogenannten Erörterungsterminen gehört und beachtet werden.

Durch die Corona-Pandemie ist es im Moment nicht möglich, solch physische Veranstaltungen für die Bürger*innen zu organisieren. Das kann aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass die Bürger*innen dieses Recht nicht mehr wahrnehmen können. Im Gegenteil – Lösungen müssen gefunden werden.

Zur Verteidigung der Behörden ist natürlich zu sagen, dass eine Umstellung auf digitale Erörterungstermine besonders zu Anfang der Pandemie nicht zu erwarten war. Viele Behörden waren schlichtweg überfordert mit der neuen Situation. Doch jetzt, im Februar 2021, kann man andere Ansprüche stellen. Nachdem überall im Land Betriebe, Schulen und Privatpersonen auf digitale Konferenzen umstellen mussten und Bürger*innen von zu Hause aus arbeiten, kann man auch von den Behörden erwarten, dass diese Konferenzsysteme wie Zoom, MS Teams, Big Blue Button oder ähnliche eingerichtet haben.

Die Realität sieht anders aus: Die digitalen Portale der Behörden sind versteckt, die Dateien tragen kryptische Bezeichnungen und Einwände können lediglich schriftlich gemacht werden. Zumal nur ein Bruchteil der ca. 2000 Projekte überhaupt verfügbar gemacht wurde. Echte Bürgerbeteiligung sieht anders aus. Denn ein schriftlicher Einwand über eine vorgefertigte Maske ist nicht dasselbe, wie ein physischer Erörterungstermin.

Gemeinsam mit den Deutschen Naturschutzring, der Deutschen Umwelthilfe und Green Legal Impact fordert das UfU in seiner Stellungnahme, dass das zu verlängernde Planungssicherstellungsgesetz nicht nur verlängert, sondern auch weiterentwickelt wird.

Zur Stellungnahme geht es hier:  Verlängerung_Planungssicherstellungsgesetz_Stellungnahme_UfU_DNR_DUH_GLI


Pressemitteilung - Energieverbrauch an Schulen im Coronabetrieb

9. Februar 20201

Jetzt vorbereiten auf die Zeit nach dem Lockdown: Wie lüften und heizen Schulen im Corona-Betrieb richtig?

  • Auswertung zeigt: Potsdamer Schulen verbrauchten im Corona-Winter vor dem zweiten Lockdown etwa 5 Prozent mehr Heizenergie.

  • Für Schulen und Schulträger ist jetzt die Zeit, um Voraussetzungen für die Zeit nach dem Lockdown zu schaffen.

  • Die Herausforderung: lüften, die Gesundheit schützen und unnötige Heizverbräuche bewusst vermeiden

 

Berlin/Potsdam, 9.2.2021. Wie heizen und lüften Schulen im Coronawinter richtig? Eine Frage, die sich viele Schulen und Schulträger stellen, wenn sie sowohl das Infektionsrisiko, als auch den Mehrverbrauch von Heizenergie so niedrig wie möglich halten wollen.

Tatsächlich ist in einigen Potsdamer Schulen der Heizenergieverbrauch im Corona-Betrieb 2020 gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU, www.ufu.de) mit der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online (www.co2online.de). Im Oktober und November 2020 lag der Heizenergieverbrauch um etwa 5 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Ausgewertet wurden die Daten von 30 Schulen aller Schultypen in Potsdam, darunter Grundschulen, Oberschulen, Gesamtschulen, Gymnasien und ein Oberstufenzentrum. Der Zeitraum Oktober und November steht für den Schulbetrieb in der Corona-Heizsaison. Er bezieht sich also auf die Zeit vor dem zweiten Lockdown, der demnächst wieder enden könnte.

Bewusst lüften und heizen kann helfen, unnötige Mehrverbräuche zu vermeiden

Für Schulen und Schulträger in Brandenburg und Berlin ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich auf die Zeit nach dem Lockdown vorzubereiten. „Zwar gehört richtiges Stoßlüften inklusive dem Herunterdrehen der Heizkörperventile für die meisten Schüler*innen in Potsdam mittlerweile zum selbstverständlichen Alltag“, sagt UfU-Expertin Marlies Bock. „Aber wir vermuten, dass in Schulen, in denen dieses Thema keine bewusste Aufmerksamkeit erfährt, der Mehrverbrauch vermutlich sogar noch höher liegt.“

Das UfU und co2online geben konkrete Handlungsempfehlungen

Wie das UfU in einer Stellungnahme zeigt, kann unter anderem ein gutes Energie-Controlling zu erheblichen Einsparungen führen. Auch bewusstes, richtiges Stoßlüften kann dazu beitragen, dass weniger Wärmeenergie verlorengeht.

Das heißt Querlüften: alle Fenster weit öffnen, möglichst für Durchzug sorgen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, das alle zwanzig Minuten zu tun. Im Winter für 3 bis 5 Minuten, an wärmeren Tagen 10 bis 20 Minuten und zusätzlich in allen Pausen. Thermostatventile sollten während des Lüftens heruntergedreht werden und zum Heizen maximal auf Stufe 3 (20 Grad Celsius) stehen. Weitere konkrete Tipps gibt es hier in der UfU Stellungnahme und auf www.co2online.de/richtig-lueften.

Auch unabhängig von Corona haben Schulen großes Sparpotenzial beim Energieverbrauch

Dass Schulen bundesweit auch unabhängig von Corona ein großes Sparpotenzial beim Energieverbrauch haben, zeigen zahlreiche Beispiele des UfU und von co2online. Manche Schulen können pro Jahr 25.000 Euro Heizkosten und 60 Tonnen CO2 sparen. Interessant für Schulen, die bereits erfolgreich Energie sparen: Bis 26. März 2021 werden Anmeldungen für den bundesweiten Schulwettbewerb Energiesparmeister angenommen, den co2online veranstaltet. Mehr dazu unter www.energiesparmeister.de.

Über das UfU
Das Unabhängige Institut für Umweltfragen ist ein wissenschaftliches Institut und eine Bürgerorganisation. Neben der wissenschaftlichen Tätigkeit im In- und Ausland initiiert UfU Projekte und Netzwerke, die öffentlich und gesellschaftlich relevant sind. UfU arbeitet in vier Fachgebieten:

• Energieeffizienz & Energiewende
• Klimaschutz & Transformative Bildung
• Umweltrecht & Partizipation
• Naturschutz & Umweltkommunikation

Seit 25 Jahren engagiert sich das UfU mit seinen Energiesparprojekten 50/50 an Schulen. Durch pädagogische Aktionen, Veranstaltungen und Maßnahmen sollen Schüler*innen, Lehrende und Hausmeister*innen über einen nachhaltigen Umgang mit Energie und Ressourcen in Schulgebäuden informiert werden. An UfU-Projekten nehmen allein in diesem Schuljahr 161 Schulen und Kitas im gesamten Bundesgebiet teil.

Über co2online
Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online setzt sich dafür ein, den klimaschädlichen CO2-Ausstoß zu senken. Seit 2003 helfen die Energie- und Kommunikationsexperten privaten Haushalten, ihren Strom- und Heizenergieverbrauch zu reduzieren. Mit digitalen Informationskampagnen, EnergiesparChecks und Praxistests motiviert co2online Verbraucher*innen, mit aktivem Klimaschutz Geld zu sparen. Die Handlungsimpulse, die die Aktionen auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei. Unterstützt wird co2online von der Europäischen Kommission, dem Bundesumweltministerium sowie einem Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft und Wirtschaft. www.co2online.de

Kontakt UfU: Unabhängiges Institut für Umweltfragen (UfU) e.V., Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin Tel.: 030/428 499 3-22; E-Mail: marlies.bock@ufu.de

Kontakt co2online: Jens Hakenes, co2online gemeinnützige GmbH, Hochkirchstr. 9, 10829 Berlin Tel.: 030 / 780 96 65-10, E-Mail: presse@co2online.de

 

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Citizen Science - Bürgerforschung mit Hunden

Photo by Jeff Nissen on Unsplash

15. Januar 2021

Citizen Science – Bürgerforschung mit Hunden

Das Bundesforschungsministerium fördert 15 neue Citizen Science-Projekte, darunter ein UfU Projekt. In den Citizen Science Projekten sollen Bürger*innen zum Forschen animiert werden. Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und dem Wildlife Detection Dogs e. V., wird das UfU ein Projekt zur Suche und Bestimmung von invasiven Pflanzen- und Tierarten durchführen. Das Besondere: Hundehalter*innen sollen mit ihren Hunden lernen, diese Arten zu finden und zu bestimmen. 

Invasive und gebietsfremde Arten können in einer fragilen Flora und Fauna massiven Schaden anrichten. Da diese Arten gebietsfremd sind, breiten sie sich oft rasant aus und verdrängen heimische Arten. Dies kann nicht nur zur Problemen für den Schutz und die Erhaltung der einheimischen Flora und Fauna, sondern auch zu Problemen für die Wirtschaft und die Gesundheit der Bevölkerung in den neuen Vorkommensgebieten führen.

Die Vorkommen dieser Arten soll in Zukunft besser überwacht werden. Dabei helfen sollen die zahlreichen Hundehalter*innen, die es in Deutschland gibt. Inzwischen gibt es rund 9,6 Millionen Hunde (2018) in Deutschland. Diese Tiere sind nicht nur tolle Weggefährten sondern auch hervorragende Spürnasen. Forschungen haben gezeigt, dass Hunde diese invasiven Arten nicht nur besser finden können als Menschen, sondern die Fehlerquote bei der Bestimmung bei Hunden geringer ist. Denn Menschen verwechseln die Arten zu oft.

Für das Training der Hunde und der Hundehalter*innen wird der Verein Wildlife Detection Dogs zuständig sein. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wird unter anderem das Mapping und die geostatistische Auswertung übernehmen. Das UfU leitet das Projekt und kümmert sich unter anderem um die Umsetzung von partizipativen Formaten für die Bürgerwissenschaftler.


Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten mangelhaft!

Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten mangelhaft!

30. Dezember 2020

Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten mangelhaft!

Zehn Jahre nach Stuttgart 21 – Das UfU untersucht in einer aufwendigen Studie die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung bei Infrastrukturprojekten. Denn laut EU-Recht müssen umweltrelevante Infrastrukturprojekte in sogenannten UVP-Portalen aufgelistet werden. Das Ergebnis: Im Jahr 2018 gab es rund 2.000 geplante Projekte, bei denen die Möglichkeit zur Öffentlichkeitsbeteiligung verpflichtend gewesen wäre. Tatsächlich wurden nur 190 Projekte in den zuständigen UVP-Portalen des Bundes und der Länder gelistet.

Dieses Ergebnis ist insofern verheerend, als dass hier nicht nur geltendes EU-Recht gebrochen wird, sondern auch die Akzeptanz für diese Projekte bei den Bürger*innen leidet. Die Proteste gegen Stuttgart 21 und gegen den Ausbau der A49 in Hessen zeigen, dass die Öffentlichkeit bei solchen Projekten Mitsprache erhalten will.

Am 29. Dezember berichtet die Süddeutsche Zeitung über unsere Untersuchung im Artikel „Wenig gelernt aus Stuttgart 21“.

Das UfU hat die Ergebnisse der Studie in einem Hintergrundpapier zusammengefasst.

Auf der Projektseite ist der vollständige Bericht einzusehen. Das UfU veranstaltet zu diesem Thema eine digitale Fachtagung im März 2021.

Zur Pressemitteilung geht es hier.

Den vollständigen Monitoring Report finden Sie hier.