10 Jahre Ecornet! Ein Netzwerk das Wissen und Wandel schafft!

14. Oktober, 2021

10 Jahre Ecornet

Das Netzwerk der unabhängigen Institute der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung wird zehn Jahre alt.

2011 haben sich acht gemeinnützige Wissenschaftseinrichtungen – darunter das Unabhängige Institut für Umweltfragen – zum Ecological Research Network (Ecornet) zusammengeschlossen, um, die wissenschaftliche Arbeit rund um Nachhaltigkeit, Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz noch stärker in den öffentlichen und politischen Fokus zu rücken. Ihr gemeinsames Ziel: wissenschaftlichen Background für die Gestaltung einer nachhaltigen Welt liefern, Lösungen für die dafür notwendigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln und Handlungsoptionen mit den vielfältigen Akteuren zu diskutieren.

Die Institute arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen regelmäßig an verschiedenen Projekten zusammen. Gleichzeitig findet regelmäßig die Veranstaltungsreihe Zukunftsforum Ecornet statt, bei welchem die Institute wichtige Themen der Zukunft diskutieren. Im Rahmen des Jubiläums finden mehrere Zukunftsforen statt.

Die Jubiläumspressemitteilung können Sie hier lesen:  Pressemitteilung_10-Jahre-Ecornet (PDF)
Die Jubiläumsveranstaltung und die Anmeldung finde Sie hier: 10 Jahre Ecornet

Mitglieder des Ecornet sind:


KlimaVisionen - Teilnahme ab sofort möglich!

12. Oktober, 2021

KlimaVisionen – Teilnahme ab sofort möglich!

Interessierte Schulen können sich ab jetzt für das UfU-Projekt KlimaVisionen anmelden.

Das UfU-Projekt KlimaVisionen erstellt in gemeinsamer Zusammenarbeit zwischen Schulen, Schüler*innen und dem UfU individuelle Roadmaps für den Weg hin zur klimaneutralen Schule. Ziel ist, durch thematische Inputs und Workshops, einen KlimaCheck sowie eine Beratung konkret umsetzbare Projekte zu finden und so den Weg für eine klimaneutrale Schule der Zukunft zu ermöglichen.

Das Projekt besteht aus mehreren zentralen Punkten:

  1. Klimacheck: Im KlimaCheck wird herausgefunden, wo in der Schule der größte Handlungsbedarf besteht.
  2. Themen-Workshops: In den Themen-Workshops wird mit den Schüler*innen und Lehrenden das Thema Klimaneutralität erarbeitet. Dabei werden neben der Wissensvermittlung auch die Gestaltungs- und Handlungskompetenzen gefördert.
  3. Sprechstunde: In der Sprechstunde erhalten die Schulen Unterstützung und es wird der Erfahrungsaustausch mit anderen am Projekt teilnehmenden Schulen ermöglicht.

 

Folgende Workshops werden unter anderem angeboten:

Zur genauen Projektbeschreibung geht’s hier: https://www.ufu.de/projekt/klimavisionen/
Zur Projektanmeldung geht’s hier: https://www.ufu.de/klimavisionen-anmeldung/


Fünfter Aarhus-Workshop zu Klimaschutzgesetzen in der EU

Photo by Christian Lue on Unsplash

27. September 2021

Fünfter Aarhus-Workshop zu Menschenrechten und Klimaschutzgesetzen in der EU

Am 7. September 2021 organisierte das UfU zusammen mit slowenischen NGOs den fünften Aarhus-Workshop zum Thema: Zusammenhang von Menschenrechten, Klimaschutzgesetzen und der Aarhus-Konvention in der Europäischen Union (EU). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Bürger*innen und zivilgesellschaftliche Organisationen in umwelt- und klimapolitische Prozesse auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten eingebunden werden.

Die 1998 von der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten verabschiedete Aarhus-Konvention legt den Grundstein für das Recht auf Information und auf Beteiligung, um eigene Vorstellungen von einem klimaneutralen Europa wirksam einbringen zu können und für Klagerechte in Umweltangelegenheiten. Aufgrund der Konvention haben die Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen formal das Recht, vor Gericht zu gehen und EU-Entscheidungen anzufechten, wenn Umwelt- und Klimaschutzgesetze mutmaßlich verletzt werden. Beispiele für solche Verwaltungsentscheidungen sind die Genehmigung neuer Projekte für fossile Brennstoffe, Fischereiquoten, die Genehmigung staatlicher Beihilfen für Kernkraftwerke und viele mehr. Da die Europäische Union dafür kritisiert wird, dass sie Bürger*innen und Nichtregierungsorganisationen aber in der Praxis keine Möglichkeit gibt, ihre Entscheidungen zu überprüfen, wird die Aarhus-Verordnung momentan überarbeitet.

Der Workshop fand nur wenige Wochen vor der siebten Tagung der Vertragsparteien der Aarhus-Konvention (sog. „MoP 7″; vom 18. bis 21. Oktober 2021 in Genf) und somit zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Denn von der Vertragsstaatenkonferenz werden richtungsweisende Entscheidungen, auch hinsichtlich des Rechtsschutzes erwartet.  Daher wurde auf dem Workshop ausgiebig erörtert, ob die zu erwartende überarbeitete Aarhus-Verordnung und andere EU-Gesetze letztendlich mit der Aarhus-Konvention in Einklang sein werden und wo weiterhin Umsetzungsdefizite bestehen. Die rund 50 Teilnehmenden aus Umweltverbänden, Stiftungen, Universitäten, Regierungsorganisationen sowie Jurist*innen – vor allem aus Slowenien, Deutschland und Brüssel diskutierten auch die Herausforderungen innerhalb einzelner Mitgliedstaaten sowie Möglichkeiten, die (rechtliche) Beteiligung von Bürger*innen und NGOs am Klima- und Umweltschutz zu verbessern.

Redner*innen:

Dr. Vasilka Sancin, Assistenzprofessorin an der Universität Ljubljana & Direktorin des Zentrums für Internationales und Wirtschaftsrecht;

Dr. Roda Verheyen, LL.M., Umweltanwältin der Rechtsanwälte Günther Partnerschaftsgesellschaft;

Mag. Senka Šifkovič Vrbica, Umweltanwältin am Institut für Raumordnungspolitik (IPoP);

Sebastian Bechtel, LL.M., Jurist für Umweltdemokratie bei ClientEarth Brüssel;

Mag. Tanja Pucelj Vidovič, Focal Point für die Aarhus-Konvention im Ministerium für Umwelt und Raumordnung;

Matthias Sauer, Referatsleiter des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit;

Alistair McGlone, Direktor bei Alistair McGlone and Associates Ltd & ehemaliges Mitglied des Aarhus Convention Compliance Committee;

Dr. Maša Kovič Dine, Assistenzprofessorin an der Universität von Ljubljana;

Dr. Maria Alexandra de Sousa Aragão, Professorin an der Universität von Coimbra;

Aljoša Petek, Umweltanwältin bei PIC – Rechtszentrum für den Schutz der Menschenrechte und der Umwelt.

 

In der ersten lebhaften Podiumsdiskussion über das bevorstehende Treffen der Vertragsparteien der Aarhus-Konvention (MoP-7) diskutierten die Podiumsteilnehmer*innen Mag Tanja Pucelj Vidovič; Matthias Sauer und Alistair McGlone darüber, ob die Europäische Union ihren EU-Bürger*innen und NGOs ausreichenden Zugang zu den Gerichten gewährt oder nicht. Dr. Michael Zschiesche, Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des UfU, betonte dazu: „Die Doppelmoral der Europäischen Union muss aufhören. EU-Bürger*innen und Nichtregierungsorganisationen müssen in der Lage sein, die Europäische Union zur Rechenschaft zu ziehen, wenn ihre Entscheidungen der Umwelt und dem Klima schaden, so wie die Zivilgesellschaft die Mitgliedstaaten in Umweltfragen zur Rechenschaft ziehen kann.“  Alistair McGlone unterstrich: „Die EU sollte sich für Rechenschaftspflicht und internationale Rechtsstaatlichkeit einsetzen, um zu vermeiden, dass ihr Ruf als weltweit führendere Akteur*in in Umweltforen beschädigt wird.“

 

Die zweite Podiumsdiskussion befasste sich mit dem Zusammenspiel von der Beteiligung der Öffentlichkeit an umweltpolitischen Entscheidungen und sogenannten Umwelt- und Klimaklagen. Dr. Maša Kovič Dine, Dr. Maria Alexandra de Sousa Aragão und Aljoša Petek formulierten es so: „Ordnungsgemäße Planungs- und Genehmigungsverfahren mit frühzeitiger, umfassender und effektiver Öffentlichkeitsbeteiligung auf Ebene der Mitgliedstaaten und der EU können langwierige und teure Rechtsstreitigkeiten vor Gericht verhindern. Aktive Bürger*innenbeteiligung verhindert langfristige finanzielle Kosten durch Umweltzerstörung.“

 

Die Diskussionsteilnehmer*innen waren sich außerdem einig, dass die derzeitigen Beteiligungsformate nicht den Bedürfnissen der jungen Generation entsprechen, die sich stark für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung engagiert.

 

Präsentationen:

– Gesamtpräsentation mit allen Vorträgen: Menschenrechte, europäische und nationale Klimagesetze und die Bedeutung der Aarhus-Konvention;

Die Sicht der slowenischen Umwelt-NGOs auf die slowenische EU-Ratspräsidentschaft in Umweltfragen.

Presseerklärung:

Wie die Europäische Union seit zwei Jahrzehnten gegen internationales Umweltrecht verstößt.

NGOs, die den Workshop organisiert haben:

  • UfU – das Unabhängige Institut für Umweltfragen,
  • PIC – das Rechtszentrum für den Schutz von Menschenrechten und Umwelt,
  • IPoP – das Institut für Raumordnungspolitiken
  • Umanotera – die slowenische Stiftung für nachhaltige Entwicklung
  • CIEL – Zentrum für internationales Recht und Wirtschaftsrecht

Über die Workshops:

In den Jahren 2020 und 2021 wurden insgesamt fünf digitale Aarhus-Workshops durch das UfU organisiert. Am 11. Mai 2020, 30. Juni 2020, 17. November 2020, 24. März 2021 und 7. September 2021 nahmen interessierte Teilnehmer*innen aus Belgien, Deutschland, Portugal und Slowenien an den Workshops teil. Ein gemeinsames Positionspapier „Deutsch-Portugiesisch-Slowenische Erklärung der Zivilgesellschaft zum Rechtszugang für Bürger*innen und NGOs auf EU-Ebene“ wurde veröffentlicht. Das UfU dankt allen, die zu den fünf Aarhus-Workshops beigetragen und zu einem Erfolg gemacht haben.

Alle Aarhus-Workshops sind Teil des Projekts „Europäische Umsetzung der Aarhus-Konvention im digitalen Zeitalter (EU-AarKo)“ des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen UfU e.V. Dieses Projekt wird vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen der Verbändeförderung gefördert.

Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich bitte an Kathleen Pauleweit (UfU) kathleen.pauleweit@ufu.de.

Weitere Informationen zur Aarhus Konvention und ihrer Umsetzung auf europäischer Ebene finden Sie hier: www.aarhus-konvention.de

Für weitere Informationen über das EU-AarKo-Projekt und seinen Hintergrund klicken Sie bitte hier.


Ein Gesetz mit Lücken - Das Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz

21. September 2021

Ein Gesetz mit Lücken

UfU nimmt zum Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz Stellung

Am 19. August verabschiedete das Berliner Abgeordnetenhaus eine Novelle des Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetzes. Ein Gesetz, dass Berlin langfristig klimaneutral machen und die Energiewende forcieren soll.

Mit der Novelle hat das Abgeordnetenhaus das Gesetz nochmal deutlich verschärft, sodass es zu den ambitioniertesten Klimaschutzgesetzen in Deutschland zählt. In seiner Radikalität, Tiefe und Kurzfristigkeit gibt es kaum ein vergleichbares Landesgesetz. Die Klimaziele wurden drastisch erhöht, der Zeitrahmen, in dem die Ziele zu erreichen sind, teilweise um bis zu 5 Jahre verkürzt.

Das UfU hat sich intensiv mit dieser Novelle auseinandergesetzt und dazu Stellung bezogen. Grundsätzlich ist zu sagen: Wir begrüßen die ambitionierten Ziele des EWG Bln sehr. Der Dringlichkeit mit der wir uns der Energiewende in Berlin stellen müssen, wird mit diesem Gesetz Rechnung getragen. Allerdings haben wir begründete Zweifel an einer Zweckmäßigkeit der Verschärfung, wenn jetzt bereits absehbar ist, dass die Zielmarken des Gesetzes verfehlt werden. Das Gesetz droht zu einem weiteren Papier mit Zielsetzungen zu verkommen, die am Ende nicht umgesetzt werden.

Unsere Kernkritik: In dem Gesetz werden behördliche Verwaltungsprozesse und ihr Zeitaufwand konsequent vernachlässigt. Es werden beispielsweise Zielmarken mit Einsparungen von 80 Prozent im Primärenergieverbrauch bei öffentlichen Gebäuden gesetzt. Gleichzeitig wird ignoriert, dass es in sieben Berliner Bezirken bereits vollständig ausgearbeitet Sanierungsfahrpläne für diese Gebäude gibt, mit deutlich geringeren Einsparpotentialen. Es müsste also entweder doppelt saniert, die Planungen grundlegend überarbeitet werden oder die Zielsetzung des Gesetzes ist schon jetzt nicht haltbar. Schulen sollen neue Effizienzstandards bekommen, ohne zu berücksichtigen, dass durch die aktuelle Schulbauoffensive die Planungsverfahren und Genehmigungen für viele Schulen bereits abgeschlossen sind. Denn Arbeiten an öffentlichen Gebäuden wie Schulen werden teilweise Jahre im Voraus beantragt und genehmigt. Das Gesetz kann also nur durch Doppelsanierungen und erhöhten finanziellen Aufwand greifen.

Wir haben viele weitere Punkte im Gesetz gefunden, die wir mit der aktuellen personellen Besetzung auf allen Verwaltungsebenen für schlicht nicht umsetzbar halten. Der akute Fachkräftemangel, auch in den Bauämtern, verhindert schnelles und punktiertes Handeln. Dies sollten die Probleme sein, mit denen sich das Abgeordnetenhaus beschäftigt, bevor es weitere Novellen von Klimaschutzgesetzen verabschiedet, die so nicht einzuhalten sind.

Link: Hier geht’s zu unserer Stellungnahme: UfU nimmt zum EWG Bln Stellung


Klimavereinbarung in Schulen - Schülerinitiativen finden Gehör

2. September 2021

Handeln! Nicht nur planen, sondern auch machen! Wie oft erwarten wir als Gesellschaft, dass auch mal gehandelt wird und nicht nur geredet oder geplant. Wie also werden Menschen zum Handeln motiviert? Wie schafft man es, dass Menschen die Dinge selbst in die Hand nehmen? Indem ich die Voraussetzungen dafür schaffe!

Genau dies findet jetzt mit der Klimavereinbarung für Berliner Schulen statt. Die Themen Klimaschutz und Klimawandel sind vor Allem für jüngere Generationen wichtige Themen des Alltags, das zeigten die vielen Schulstreiks in den vergangenen Jahren. Die Idee hinter der Klimavereinbarung ist, den Schüler*innen ein Instrument an die Hand zu geben, mit welchem Sie selbst etwas für den Klimaschutz an der eigenen Schule unternehmen können. Denn das Problem des Klimawandels wirkt oft übermächtig, Strukturen erscheinen zu kompliziert um sie zu verändern und die Auswirkungen der eigenen Verhaltensänderung auf das Problem erscheinen einem dagegen viel zu klein.

Die neue Klimavereinbarung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ermöglicht es Schüler*innen eine verbindliche Vereinbarung mit ihrer Schule zu treffen, dass die eigenen Klimaschutzinitiativen durchgeführt werden. Die Schüler*innen haben also die Möglichkeit, eigene Initiativen zum Klimaschutz an ihrer Schule ins Leben zu rufen und diese mit Hilfe der Schule durchzuführen. Die Schule, ein bürokratisch erscheinendes System, wird durch die Klimavereinbarung zum Partner der Schüler*innen.

Durch die Klimavereinbarung soll außerdem der Einfallsreichtum, lösungsorientiertes Denken und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung bei Schüler*innen gestärkt werden. Das UfU als ein Beiratsmitglied war bei der Ausarbeitung der Klimavereinbarung mit der Senatsverwaltung, Vertreter*innen des Landesschülerausschusses, Fridays for Future Berlin und der BUNDjugend beteiligt. Florian Kliche, Geschäftsführer vom UfU: „Wir finden es wichtig, dass Schüler*innen die Möglichkeit bekommen, eigenständiges Handeln in Bezug auf Klimaschutz zu entwickeln. Das ist der erste Schritt um Veränderung zu bewirken. Dass die Schule ihnen dabei helfend zur Seite steht fördert nicht nur Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein, sondern auch Vertrauen in unser Bildungssystem“.

Mehr Infos zur Klimavereinbarung gibt es hier: Klimavereinbarung


Kleine Vereine unterstützen - mit dem Umwelteuro

05. August 2021

Florian Kliche, Geschäftsführer vom UfU ist ehrenamtlich Beiratsmitglied beim Umwelt€uro. Was er dort macht und was der Umwelt€uro ist, erklärt er uns in einem kurzem Interview.

UfU: Lieber Florian, du bist seit 2019 Beiratsmitglied im Projektbeirat vom Umwelt€uro. Was ist der Umwelt€uro und wie kommt es dazu?

Florian Kliche: Zunächst muss man wissen, dass es in Berlin einfach unglaublich viele gemeinnützige Organisationen gibt, die gute Ideen und Projekte haben und sich für diese Stadt einsetzen. Gleichzeitig ist das Pflaster gerade für die kleinen Initiativen wie Nachbarschaftsgärten, gemeinnützige Werkstätten oder Bildungsinitiativen hart. Viele Vereine benötigen regelmäßig Spendengelder und überleben nur durch ehrenamtliche Helfer, die in ihrer Freizeit die Vereine unterstützen. Der Umwelt€uro ist eine Aktion des Berliner Unternehmens GASAG, koordiniert durch Berlin 21 e.V., um genau diese kleine Initiativen und Projekte in Berlin zu fördern.

UfU: Wie funktioniert der Umwelt€uro?

Florian Kliche: Als gemeinnützige Organisation kann ich mich mit meiner Initiative beim Umwelt€uro bewerben. Zum Beispiel haben sich bereits Initiativen zum Schutz von Stadtbäumen, zum Anpflanzen von Gemüse für Kinder oder zum Reparieren von Spendenfahrrädern angemeldet. Die Bedingung ist, dass das Projekt einen Umweltbezug und einen Berlinbezug hat. Wir als Projektbeirat schauen uns die eingegangenen Bewerbungen an und nehmen sie dann in die Aktion mit auf.

UfU: Ist ein Projekt in die Aktion mit aufgenommen, wie geht’s dann weiter?

Florian Kliche: Jetzt kann das Sammeln beginnen. Die GASAG stellt 50.000 Euro für die Aktion bereit. Welche Initiative wieviel Geld bekommt, entscheiden die Verbraucher über die Umwelt€uro-Codes. Diese Codes gibt es bei verschiedenen GASAG-Aktionen und auch bei den Initiativen. So können Verbraucher entscheiden, welche Initiative sie unterstützen möchten.

UfU: Du bist gleichzeitig Geschäftsführer beim UfU. Warum liegt dir die Aktion am Herzen?

Florian Kliche: Ich bin in einer sehr guten Position. Das UfU hat inzwischen fast 40 hauptberuflich bei uns arbeitenden Mitarbeitende. Dadurch sind wir in der Lage an komplizierten Ausschreibungen teilzunehmen und uns auf große Töpfe zu bewerben. Man darf aber nicht vergessen, dass es viele Vereine und Initiativen gibt, die diese Chance nicht oder noch nicht haben. Deshalb finde ich es wichtig, diese Aktion zu unterstützen.

UfU: Gibt es noch freie Plätze für Initiativen?

Florian Kliche: Ja, man kann sich immer noch bewerben. Wir freuen uns über weitere tolle Projekte und Initiativen die an der Aktion mitmachen möchten.

 

Zur Aktion geht es hier: https://unternehmen.gasag.de/nachhaltigkeit/umwelteuro


KlimaGesichter: Fachwerkstatt in Bremerhaven

02. August 2021

Fachwerkstatt in Bremerhaven – Unser Klimagesichterprojekt geht in die letzte Runde.  

Das große Finale: Nach 1,5 Jahren gemeinsamer Arbeit, vielen Workshops und erfolgreichem Einsatz wurden 45 Menschen aus 23 Nationen zu Klimabotschaftern qualifiziert. Das Projekt, über welches wir schon öfter berichtet haben, bildet Menschen mit Migrationshintergrund und Fluchtgeschichte zu Klimabotschaftern aus. Denn schon heute beeinflusst der Klimawandel das Leben vieler Menschen und ist eine der Hauptursachen für Flucht. Diesen Menschen werden im Projekt die Kernkompetenzen vermittelt, um als Klimabotschafter von den Auswirkungen des Klimawandels in ihren Ländern zu berichten und Workshops zu diesem Thema abzuhalten.

Am letzten Workshopwochenende dieses Projekts trafen sich unsere 45 Klimagesichter zum ersten Mal in Person in Bremerhaven und setzten sich gemeinsam mit drängenden Fragen auseinander, die ihre Heimatländer bestreffen: Klimakapriolen der Erde, Geschichten des Gelingens des Klimawandels, Klimakommunikation oder auch die Arbeitsmarktsituation für Geflüchtete/Migrierte und eine Beratung.

Den krönenden Abschluss des Wochenendes bildete die Verleihung der Zertifikate. Nach nun 1,5 Jahren gemeinsamen Austauschs und voneinander lernen kommt die Weiterbildung zur Klimabotschafter*in nun zu einem Ende. Der offizielle Abschluss des Projektes „KlimaGesichter- Interkulturelle Umweltbildung“ wird die Abschlusskonferenz im am 11.11.2021 in Bremerhaven sein.

 

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es hier: https://www.ufu.de/projekt/klima-gesichter-2/


Europäische Umweltpolitik beeinflussen - neue Kurzfilme

12. Juli 2021

Welche Möglichkeiten gibt es, sich auf EU-Ebene für den Umweltschutz einzusetzen und Einfluss auf Umweltpolitik sowie relevante Rechtssetzungsprozesse zu nehmen? Vier neue Kurzfilme des UfU erklären die Bedeutung der Aarhus-Konvention und deine Informations-, Beteiligungs- und Klagerechte auf EU-Ebene.

 

Die Aarhus-Konvention: Ein umweltvölkerrechtlicher Vertrag, der die Zivilgesellschafft im Umweltbereich stärken und die Möglichkeit der Beteiligung schaffen soll. Die Aarhus Konvention ist der erste umweltvölkerrechtliche Vertrag, der internationale Mindeststandards für den Zugang aller Menschen zu Umweltinformationen setzt, die Beteiligung an umweltrelevanten Entscheidungen regelt und den Zugang zu Gerichten bei Umweltbelangen verankert. Wie das funktioniert hat das UfU versucht in Kurzfilmen verständlich zu machen.

Die ersten beiden Filme sind inzwischen online und führen in das Thema ein und gehen der Frage nach, was man unter Umweltinformationen versteht und wie man sie von EU-Organen, also z.B. von der Europäischen Kommission bekommt.

Die Aarhus-Konvention auf EU-Ebene 1: Einführung

https://www.youtube.com/watch?v=gusgm1o5szw

Die Aarhus-Konvention auf EU-Ebene 2: Informationszugang

https://www.youtube.com/watch?v=gSb6HsUOsF0

Zwei weitere Kurzfilme, die die Beteiligungsmöglichkeiten und Klagrechte auf EU-Ebene erklären, werden im Herbst folgen.


Vier Pfoten und zwei Füße auf der Suche nach invasiven Pflanzenarten

11. Juni 2021

Es gibt in Deutschland Pflanzen- und Tierarten, die sich hier zwar ausgesprochen wohl fühlen, eigentlich aber nicht hierher gehören. Sogenannte gebietsfremde Arten nennt man Neobiota. Nicht jede dieser gebietsfremden Arten ist per se schlecht, allerdings verhalten sich manche invasiv. Da sie in einem fremdem Ökosystem auf wenig Konkurrenz oder Fressfeinde stoßen, breiten sie sich stark aus und gefährden die heimische Flora und Fauna.

Die Ausbreitung dieser Arten zu überwachen ist schon lange die Aufgabe unseres Korina-Projekts in Sachsen-Anhalts. Die invasiven Neophyten werden dokumentiert und ihre Verbreitung in Karten genau festgehalten. Die Neophyten zu finden ist aber nicht immer einfach. Besonders bei Pflanzen wird eine genaue Artenkenntnis benötigt und gerade wenn die Pflanzen noch sehr klein sind, kann man sie leicht verwechseln. Noch dazu wachsen Pflanzen nicht immer zugänglich am Wegesrand, sondern oft an Orten, die leicht übersehen werden. Also holt sich das UfU gemeinsam mit dem UFZ und dem Wildlife Detection Dogs e.V Hilfe bei flauschigen Vierbeinern mit einer besonders guten Nase.

Hunde eignen sich perfekt für die Suche nach invasiven Arten. Mit ihren feinen Nasen können sie Pflanzen wesentlich besser aufspüren und unterscheiden als der Mensch. Das Projekt IGAMon-Dog bildet in den nächsten Jahren die geselligen Vierbeiner mit ihren Hütern zu Artenspürhunden aus. Das Tolle dabei: Wir verwenden normale Haushunde. Es kann also jeder mitmachen, vorausgesetzt der Hund bringt bestimmte Fähigkeiten mit und ist lernwillig. In einer gemeinsamen Ausbildung mit den anderen Hundehalter*innen verwandeln sich die Hunde in echte Spürhunde und spüren dann gemeinsam mit den Halter*innen invasive Arten auf.

Das Ziel ist eine bessere Kenntnis der Fundorte und des Ausbreitungsverhaltens dieser Arten.

Das Projekt hat eine Laufzeit von April 2021 bis September 2024 und wird im Rahmen des Förderbereichs Bürgerforschung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Sie möchten sich mit Ihrem Hund bewerben? Hier geht’s zur Teilnahme: Teilnahme am Artenspürhundeprojekt


Unsere neuen Räume im Haus der Demokratie und Menschenrechte

Photo by Erda Estremera on Unsplash

  1. Juni 2021

Das UfU ist umgezogen. Die Adresse bleibt zwar dieselbe, aber im Haus der Demokratie und Menschenrechte befinden wir uns jetzt in neuen noch größeren Büroräumen. Für das UfU ist dieser Umzug in Zeiten von Corona und Homeoffice auch eine Investition in die Zukunft. Wir wachsen stetig  und wenn wir glauben, dass Homeoffice nach der Pandemie weiterhin ein Thema sein wird, möchten wir unseren Mitarbeitenden auch in Zukunft die Möglichkeit geben, im Büro zu arbeiten.

Das UfU befindet sich jetzt im Mittel- und Hinterhaus auf der vierten Etage und führt damit auch zwei vorher getrennte Teile des Instituts wieder zusammen.

Teilweise sind wir noch mit dem Auspacken der Kisten beschäftigt, freuen uns aber jetzt schon über Besuch im Institut.