Stärkung der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung der nationalen Klimapolitik (ZIVIKLI, Hauptprojekt)

Umweltorganisationen haben bei der Umsetzung der 2015 beschlossenen Klimaziele von Paris auf nationaler und lokaler Ebene eine wichtige Aufgabe. In ihrer Rolle als Anwalt der Natur und zukünftiger Generationen fordern sie häufig einen ambitionierteren Klimaschutz ein. Sie sind durch Expertenwissen, prädestiniert dafür, die Entwicklung und Implementierung der Klimapläne ihres Landes kritisch zu begleiten. Insbesondere hilft ihre Verwurzelung in der Zivilgesellschaft dabei, auch soziale Gesichtspunkte, örtliche Besonderheiten und Gerechtigkeitsaspekte bei den Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung in den Blick zu nehmen.

In vielen Ländern hat die klimabewegte Zivilgesellschaft jedoch nur begrenzte Mittel, um die Klimapolitik von nationalen und subnationalen Regierungen erfolgreich zu begleiten.

Ein mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durchgeführtes Vorgängerprojekt hat gemeinsam mit Organisationen des Friends of the Earth – Netzwerkes die genannten Herausforderungen definiert, aber auch Ansatzpunkte für die Stärkung der klimapolitischen Arbeit der Zivilgesellschaft herausgearbeitet.

Im Projekt ZIVIKLI werden die erarbeiteten Handlungsoptionen gemeinsam mit Partnerorganisationen in Georgien, Kolumbien und der Ukraine nun umgesetzt. Während der BUND in enger Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen deren klimapolitische Profile und Aktivitäten und stärkt, begleitet UfU das Projekt vor allem wissenschaftlich und mit Blick auf Fragen zur zivilgesellschaftlichen Beteiligung in der Klimapolitik. So wurde eine Studie zum Status Quo und Good Practices der Beteiligung der Zivilgesellschaft veröffentlicht und für jedes der Partnerländer Handlungsempfehlungen definiert, wie die Beteiligung der Zivilgesellschaft in Klimaschutzstrategien verbessert werden kann.

Neben der klimapolitischen Arbeit ist auch eine bessere Vernetzung zwischen der klimabewegten Zivilgesellschaft in den Fokusländern, sowie die Verbreitung der aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Teilhabe in der Klimapolitik ein wichtiges Ziel des Projektes.

Veröffentlichungen:

Donges, L.; Kovac, S.; Sperfeld, F. (2021): Ambitionierte Klimapolitik von unten – Möglichkeiten und Hürden zivilgesellschaftlicher Beteiligung an der Ausarbeitung von Klimazielen und ihrer Umsetzung. Forschungsjournal Soziale Bewegungen: Analysen zu Demokratie und Zivilgesellschaft, 34 (3): 518-530, doi.org/10.1515/fjsb-2021-0054

Donges, L.,  Stolpe, F., Sperfeld, F., Kovac, S. (2020): Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine. Independent Institute for Environmental Issues. Berlin. ISBN 978-3-935563-42-0

Donges, L.,  Stolpe, F., Sperfeld, F., Kovac, S. (2020): Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine – The example of the Nationally Determined Contributions (NDCs). Independent Institute for Environmental Issues. Berlin.

Donges, L. & Aleksyeyeva, Y. (2020): Chancen und Grenzen der Beteiligung der Zivilgesellschaft an der nationalen Klimapolitik in der Ukraine. In: Ukraine Analysen 233, doi: 10.31205/UA.233.01. S. 19-23.

Policy Paper 2020: Online Participation in Climate Policy – A guide to engaging stakeholders digitally

Policy Paper 2019: Civil Society Engagement for Ambitious NDCs – Opportunities and challenges of civil society involvement in the update and implementation of Nationally Determined Contributions

UfU Paper 1/2019. Sarah Kovac, Franziska Sperfeld, Severin Ettl, Fabian Stolpe (2019): Zwischen Klimagerechtigkeit und der Implementierung der NDCs – Beiträge der Zivilgesellschaft zur Klimapolitik in sieben Ländern