Das Gartendenkmal Park Dieskau liegt südöstlich von Halle (Saale) in der Gemeinde Kabelsketal im Saalekreis. Die historische Gartenlandschaft ist ein prägendes Kultur- und Naturerbe der Region. Doch die Folgen des Klimawandels setzen dem Park deutlich zu. Der Gehölzbestand verliert an Vitalität und auch die Parkgewässer zeigen spürbare Beeinträchtigungen. Um diesen Entwicklungen wirksam zu begegnen, verbindet das Vorhaben bürgerschaftliches Engagement mit wissenschaftlicher Expertise. Als Citizen-Science-Projekt angelegt, zielt es darauf ab, gemeinsam tragfähige Lösungen für die Revitalisierung des Gehölzbestands und der Parkgewässer zu erarbeiten.

Mithilfe der KoMoNa-Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit analysieren interessierte Bürger*innen zusammen mit Wissenschaftler*innen den Zustand der Gehölze und die hydrologische Situation im Park. Hierzu sind die zwei Arbeitsgruppen, „AG Gehölze“ und „AG Wasserrückhalt“ gegründet wurden. Bei regelmäßigen Treffen diskutieren die AG-Mitglieder die Forschungsfragen, erheben Daten und werten diese gemeinsam aus.

Wie definieren wir die anzustrebende Wasserhaltung im Park? Wer hat welche Staurechte im Park? Wo und wie kann Sediment aus den Gewässern entnommen werden? Welche Baumarten gibt es aktuell im Park? Gibt es Unterschiede in der Waldzustandserhebung je nach Parkregion? Welche Bestandbaumarten sollten aus Sicht der Denkmalpflege und des Naturschutzes gefördert werden und welche Klimaanpassungsmaßnahmen sind in diesem Rahmen möglich?

Die Arbeitsgruppen erfassen den Zustand von Gehölzen und Gewässern direkt vor Ort. Unterstützt durch Schulungen mit Expert*innen und eine systematische Datenerhebung untersuchen sie Vitalität, Belastungsfaktoren und mögliche Ursachen für Schäden. Ergänzend fließen Erkenntnisse aus der Fachliteratur in die Analyse ein. Aus den Ergebnissen entwickeln die AGs konkrete Ideen und Maßnahmen für einen widerstandsfähigen Gehölzbestand und einen verbesserten Wasserrückhalt in der Parklandschaft. Gleichzeitig schaffen sie eine fundierte Grundlage für den Dialog mit Behörden, Anliegerinnen und Flurstückseigentümer*innen.

In darauf aufbauenden Feldversuchen testen und evaluieren die Beteiligten exemplarisch Maßnahmen zur Revitalisierung des Baumbestands und Strategien zur Stabilisierung der Parkgewässer. So entsteht praxisnahes Wissen, das direkt vor Ort angewendet und weiterentwickelt werden kann. Gleichzeitig fördert das Projekt das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und stärkt die Identifikation der Bevölkerung mit dem Gartendenkmal.

Laufzeit
02/2026 – 01/2029

Kooperationspartner
zebralog GmbH und Co. KG, Berlin/Bonn

Gefördert durch
Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)

Kontakt
Luise Ohman