Klimaneutrale öffentliche Gebäude: Berlin zeigt, wie es geht
Berlin will bis 2045 klimaneutral werden und das Innovationslab klimaneutrales Berlin ist ein wichtiger Schritt dorthin. Bei der Auftaktveranstaltung am 01. Juli 2026 in der Berliner Stadtwerkstatt wurde dabei eines klar: Die Technologien und das Know-how für klimaneutrale öffentliche Gebäude sind vielfach bereits da. Was fehlt, ist oft der Mut zur Umsetzung, die richtige Koordinierung und die passenden Rahmenbedingungen. Diese Aspekte werden wir vom UfU im Innovationslab klimaneutrales Berlin in den Fokus rücken. Die Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Ute Bonde begrüßt dies als wichtigen Baustein für die Berliner Klimaziele und hat Unterstützung für das UfU im Vorhaben angekündigt.
Das Innovationslab klimaneutrales Berlin wird von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin gefördert und läuft bis März 2029.
Öffentliche Gebäude haben eine besondere Verantwortung. Sie sind nicht nur selbst große Energieverbraucher, sondern können als Vorbilder für die ganze Stadt wirken. Das Innovationslab bringt Akteur*innen aus verschiedenen Verwaltungsebenen, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um konkrete Lösungen, die Treibhausgasemissionen einsparen zu entwickeln und zu verbreiten. Dabei geht es nicht um abstrakte Strategien, sondern um Machbares, z.B. von der Optimierung bestehender Heizungsanlagen über KI-gesteuerte Regelungssysteme bis hin zu einfachen Maßnahmen wie der Anpassung von Belegungszeiten oder der Sensibilisierung von Nutzer*innen. Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat bereits vorbildlich gezeigt, wie es funktioniert. Mit einer smarten Heizungssteuerung in 69 Liegenschaften spart der Bezirk jährlich 2.500 Tonnen CO₂ und eine Million Euro Energiekosten ein – und das bei laufendem Betrieb.

Damit solche Vorhaben nicht die Ausnahme bleiben, braucht es klare politische Weichenstellungen. Denn aus der Veranstaltung wurden dringende Handlungsfelder deutlich. Sei es die Finanzierungssicherheit für Klimaschutzmaßnahmen, vereinfachte Entscheidungsprozesse oder eine stärkere Lobbyarbeit, um Barrieren zu überwinden. Dazu zählen etwa getrennte Haushalte und auch bürokratische Hürden. Das UfU fordert daher:
- Separates, zusätzliches Budget für Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden, die nicht bei knappen Kassen als Erstes gestrichen werden.
- Vereinheitlichung von Vergabeverfahren zwischen den Bezirken, um innovative Lösungen schneller umzusetzen.
Gemeinsam die Stadt verändern
Das Innovationslab klimaneutrales Berlin ist mehr als ein Projekt. Es ist ein offener Lern- und Entwicklungsraum, der zeigen will, dass Klimaneutralität kein fernes Ziel ist, sondern ein machbarer Weg. Mit der Umsetzung konkreter Maßnahmen, Best-Practice-Lösungen und einer starken Vernetzung und Beteiligung der Akteur*innen will das UfU dazu beitragen, dass Berlin seine Klimaziele erreicht.
Sie wollen mitmachen oder mehr erfahren? In den kommenden Monaten gibt es weitere Workshops, Vernetzungsveranstaltungen und viele Möglichkeiten, sich einzubringen.
Praxisleitfäden für Schulen und Kommunen: Gemeinsam aktiv für die klimaneutrale Stadt
Wie können Schulen zu Impulsgebern der Klimaneutralität werden – und dabei gleich ganze Städte inspirieren? Genau hier setzt das europäische Kooperationsprojekt Visions2045 – Schulen als Impulsgeber für Klimaneutralität in Städten an.
In Bulgarien, Polen und Slowenien erarbeiteten 12 Schulgemeinschaften eigene Maßnahmenfahrpläne hin zur klimaneutralen Schule, die Sie in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Kommune und weiteren Stakeholdern umsetzen. Die Maßnahmen zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel sollen in erster Linie Treibhausgasemissionen vermeiden und reduzieren. In verschiedenen Handlungsfeldern, wie etwa Energieverbrauch und Ernährung, wurden dazu diverse Pilotprojekte umgesetzt.
Die zentralen Ergebnisse und Erfahrungen dieses Prozesses wurden in praxisorientierten Handreichungen übersichtlich aufbereitet. Sie bieten Schulen und Kommunen konkrete Ansätze und Werkzeuge für den Einstieg in die Klimaneutralität.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Schulen sind nicht nur Orte des Lernens, sondern auch bedeutende Akteure im kommunalen Klimaschutz. Als große Energieverbraucher mit entsprechend hohem CO₂-Ausstoß haben sie ein enormes Potenzial zur Einsparung und Vorbildfunktion. In Visions2045 werden Schulen dabei unterstützt, klimaneutral zu werden – mit einem ganzheitlichen Ansatz, der alle mitnimmt: Schüler*innen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern, Verwaltung und lokale Organisationen.
Machen Sie sich die gewonnenen Erkenntnisse und Anleitungen zu Nutze und gestalten Sie aktiv den Wandel mit.
Jetzt verfügbar: Praxisleitfäden für Schulen und Kommunen, die konkrete, praxisnahe Handlungsempfehlungen enthalten – von der ersten Vision bis zur Umsetzung gezielter Maßnahmen.
Die Materialien sind kostenfrei auf Deutsch, Englisch, Bulgarisch, Polnisch und Slowenisch erhältlich.
Gefördert durch: Europäische Klimaschutzinitiative (EUKI) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.




