Fachtagung „Natur am Bau“ - 2022

Zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität gewinnen architektonische Maßnahmen zur Berücksichtigung von Tierarten beim Bauen sowie grüne Lösungen an Gebäuden zunehmend an Bedeutung. In Regierungsprogrammen wie dem ‚Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen’ oder auch im ‚Masterplan Stadtnatur’ und in der ‚Strategie zur vorbildlichen Berücksichtigung von Biodiversitätsbelangen auf allen Flächen des Bundes’ werden entsprechende Maßnahmen gefordert.

Fachübergreifende Planungsansätze wie zum Beispiel Animal Aided Design (AAD) leisten einen entscheidenden Beitrag zur Vermittlung ihrer Dringlichkeit und zur Förderung der Umsetzung. Von einem interdisziplinären Forscherteam entwickelt, gelingt es AAD erstmalig für den Artenschutz unbedingt notwendige, naturwissenschaftliche Parameter in ein nachvollziehbares und handhabbares Planungsinstrument für die Zielgruppe der Bauschaffenden zu überführen. Obwohl sehr erfolgreich, sind Ansätze wie diese jedoch nach wie vor noch die Ausnahme. Zudem beleuchten sie meist nur einen Teilaspekt des Problems.

Der wissenschaftliche Kenntnisstand zu den Ursachen und der Vermeidung von Vogelschlag an Glas oder den negativen Auswirkungen von Lichtverschmutzung auf Vögel und Insekten hat während der Letzten Jahre zwar stetig zugenommen. Trotzdem findet er sowohl in der Bau- und Stadtplanung, als auch in den Leitfäden für Nachhaltiges Bauen noch verhältnismäßig wenig Beachtung. Auch auf diesen Gebieten mangelt es nach wie vor an einem adäquaten Wissenstransfer in die Architekturszene.

Auf dem Gebiet des klimagerechten und energieeffizienten Bauens sind der Austausch und die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Architektur inzwischen weiter fortgeschritten und erfolgreiche Praxis. Jüngst gegründete Fachkreise für „Nachhaltiges Bauen und Planen“ in den Architektenkammern, Zusammenschlüsse wie Architects for Future, Architects for Biodiversity oder neue Studiengänge zum Thema „Nachhaltiges Bauen“ wie beispielsweise an der Frankfurt University of Applied Science oder der Beuth Hochschule Berlin belegen das Interesse und Engagement der Architektur- und Bauschaffenden an der Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen.

Die ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeitsbewertung beziehen sich jedoch hauptsächlich auf ressourcenschonende Baumaterialien und eine energie- und klimaschonende Betriebsweise. Der Schutz und die Förderung der lokalen Biodiversität am Projektstandort durch entsprechende Bauweise sind hier noch kein gängiges Thema.

Um neben Ressourcen- und Klimaschutz ebenso den Schutz und die Förderung der biologischen Vielfalt als festen thematischen Bestandteil zukünftiger Stadtentwicklung zu etablieren und einen interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaft und Architektur herbei zu führen, organisiert das UfU gemeinsam mit dem BUND Berlin in 2022 eine Fachtagung zum Thema „Natur am Bau“.

Ziel der Tagung ist es Architekt*innen, Projektentwickler*innen sowie Wohnungsunternehmen für die Themenfelder Lebensraumschutz- und -förderung durch Nisthilfen und Gebäudebegrünung, Vermeidung von Glaskollisionen und insektenfreundliche Beleuchtung zu sensibilisieren. Durch die Option zum direkten Austausch mit forschenden Wissenschaftlern sowie durch die Vermittlung anwendungsorientierter Lösungsmöglichkeiten sollen auf der Tagung Handlungsoptionen aufgezeigt und notwendiges Fachwissen vermittelt werden.

Mit der Vorstellung gelungener Umsetzungsbeispiele soll der Mehrwert positiver Synergien zwischen den Wirkungsfeldern Architektur, Stadtentwicklung und Ökologie aufgezeigt werden.

Laufzeit
12/2021 – 01/2023

Kooperationspartner
BUND Berlin

Gefördert durch
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

 

 

 

Bundesamt für Naturschutz

 

 

 

 

 

Kontakt
Larissa Donges