Zivilgesellschaft und Klimapolitik in Kolumbien, Georgien und der Ukraine

04. November 2020

Im Jahr 2015 einigten sich viele Länder über das Pariser Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung und ihrer Auswirkungen, darunter auch Kolumbien, Georgien und die Ukraine. Allerdings reichen die Nationalen Verpflichtungen (Nationally Determined Contributions – NDCs) nicht aus, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert deutlich unter 1,5 ° C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Die Zeit, um dieses Ziel zu erreichen, läuft aus. Deshalb sind schnelle und weitreichende Veränderungen in allen Sektoren erforderlich. Zivilgesellschaftliche Organisationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung der Klimapolitik, weil sie als Beobachter agieren und einen fairen sozio-ökologischen Wandel einfordern. Der Umfang ihrer Aktivitäten reichen von der Sensibilisierung für den Klimawandel bis hin zu Capacity Building, Forschung, Entwicklung von Strategien und Maßnahmen sowie der Beeinflussung der Klimapolitik. Die Rahmenbedingungen für die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure unterscheiden sich jedoch stark von Land zu Land und sind leider nicht immer optimal. In der vom UfU veröffentlichten Studie „Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine “ wurden die Bedingungen für die Partizipation von zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Klimapolitik in Kolumbien, der Ukraine und Georgien untersucht. Dabei geht die Studie auf die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, auf vorhandene staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen und auf konkrete Beteiligungsprozesse ein. Außerdem werden gute Praxisbeispiele für Beteiligung an Klimapolitik aus acht weiteren Ländern vorgestellt.

Die vollständige Studie auf Englisch kann hier heruntergeladen werden:

Larissa Donges, Fabian Stolpe, Franziska Sperfeld, Sarah Kovac (2020):
Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine. Independent Institute for Environmental Issues. Berlin. ISBN 978-3-935563-42-0

 

Die Studie ist Teil des Projektes „Stärkung der Zivilgesellschaft in der nationalen Klimapolitik„, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert wird.


10.11.2020 - Umweltgerechtigkeit und Partizipation in Berlin

27. Oktober 2020

Für eine sozialverträgliche Entwicklung der wachsenden Hauptstadt bietet der Ansatz der Umweltgerechtigkeit erheblichen Mehrwert: Er erlaubt es, die Aspekte Umwelt, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit auf  einer  Fachebene  zu  betrachten  und  stärker  mit  einer nachhaltigen Stadtentwicklung  zu  verzahnen. Im Rahmen der Aktionswoche „Berlin spart Energie“ laden wir Sie dazu ein, am 10.11.2020 (10:30-12:00h) bei einer Online-Veranstaltung mit uns zu diskutieren, warum das Thema Beteiligung in diesem Zusammenhang eine große Rolle spielt und wie wirksame Beteiligungsprozesse gestaltet werden können.

Kostenfreie Anmeldung:

https://www.berlin-spart-energie.de/veranstaltung/umweltgerechtigkeit-und-partizipation-in-den-berliner-bezirken-117.html

Mehr zum Thema Umweltgerechtigkeit auch unter:

https://www.umweltgerechtigkeit-berlin.de


Neue Online-Plattform zur Verbändebeteiligung

12. Oktober 2020

Umwelt- und Naturschutzverbände, die nach § 3 des UmwRG oder entsprechender Regelungen auf Landesebene anerkannt sind und nach ihrer Satzung im Schwerpunkt die Ziele des Naturschutzes und der Landespflege fördern, haben nach den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 63 BNatSchG) und teilweise weiteren Regelungen in den Landesnaturschutzgesetzen besondere Mitwirkungsrechte. Diese beinhalten das Recht zur „Einsichtnahme in die einschlägigen Gutachten“ und das Recht zur „Gelegenheit zur Stellungnahme“. Beim Verfassen der Stellungnahmen stehen Umwelt- und Naturschutzverbände vor großen Herausforderungen: Es gibt eine Vielfalt an unterschiedlichen Verfahren, häufig sind die Fristen zur Einreichung einer Stellungnahme sehr kurz, es werden hohe qualitative Anforderungen an eine Stellungnahme gestellt, die ein fundiertes naturschutzfachliches Wissen und umfassende rechtliche Kenntnisse voraussetzen. All dies gilt es für die Verbände mit teils knappen finanziellen und personellen Kapazitäten zu bewerkstelligen. Darüber hinaus erfolgt die Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung zum Großteil ehrenamtlich.

Die Verbändelandschaft im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland ist vielfältig und doch vereint alle das gleiche Ziel: Den bestmöglichen Schutz unserer Natur und Umwelt zu erreichen. Vernetzung und Kooperation unter verschiedenen Umwelt- und Naturschutzverbänden, ein Austausch von relevanten Fachinformationen über Verbandsgrenzen hinweg und Voneinander lernen, hilft dabei, schneller und effektiver schlagkräftige Stellungnahmen zu verfassen. Das Projekt Verbändebeteiligung 4.0, das vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert und vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, die wichtige Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung durch digitale Hilfsmittel zu erleichtern. Auf Grundlage von mehreren Workshops, Einzelgesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern von Umwelt- und Naturschutzverbänden, einer Online-Umfrage und der Konferenz „Stärkung der Verbändebeteiligung durch digitale Vernetzung“ im Juni 2019 ist nun eine neue Online-Plattform für Umwelt- und Naturschutzverbände entstanden. Wir danken allen ganz herzlich, die an unserer Umfrage und unseren Veranstaltungen teilgenommen und ihre Ideen, Wünsche und Anregungen eingebracht haben! Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neuen Online-Plattform geleistet.

Die so im Rahmen des Projektes entstandene Datenbank.Umwelt-Beteiligung hat das Ziel, Umwelt- und Naturschutzverbände dabei zu unterstützen, leichteren Zugang zu relevanten Fachinformationen zu erhalten und untereinander Informationen auszutauschen. Sie enthält relevante Ressourcen, die für die Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung hilfreich sind. Dies beinhaltet unter anderem Fachartikel, Gutachten, Arbeitshilfen und Leitfäden aus den Kategorien Natur- und Umweltschutz, Rechtliches, Öffentlichkeitsbeteiligung, Bundesländer und Regionen sowie Sonstiges. Alle Mitglieder von in Deutschland anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbänden können sich kostenlos auf der Datenbank.Umwelt-Beteiligung registrieren. So entsteht ein geschützter Bereich, der nur den anerkannten Verbänden zur Verfügung steht. Nach der Registrierung können sie sämtliche zur Verfügung gestellten Ressourcen zur Unterstützung ihrer Arbeit abrufen. Die Datenbank.Umwelt-Beteiligung lebt und wächst durch ihre Nutzerinnen und Nutzer. Jede/r registrierte Nutzer*in kann sich aktiv daran beteiligen und ihre/seine Expertise einbringen, indem er/sie selbst relevante Ressourcen mit anderen Nutzer*innen teilt.

Die Unterstützung der anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbände in ihrer Beteiligungsarbeit ist für das UfU seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. Weitere Informationen zum Umweltinformationsrecht sowie zu Ihren Beteiligungs- und Klagerechten finden Sie auch unter: www.umwelt-beteiligung.de.

Direkten Zugang zur Datenbank.Umwelt-Beteiligung finden Sie unter diesem Link: https://datenbank.umwelt-beteiligung.de/

Einen Informations-Flyer zur Datenbank.Umwelt-Beteiligung können Sie hier herunterladen.


Neues Lernpaket „Blaues Gold – Unser Trinkwasser und der Klimawandel“

27. Juli 2020

Das sechste Lernpaket zu Umweltthemen mit dem Schwerpunktthema „Blaues Gold – Unser Trinkwasser und der Klimawandel“ ist erschienen. In Zusammenarbeit des UfU mit dem Reportage Projekt „Global Ideas“ der Deutschen Welle wurde das Lernpaket # 6 zum Thema „Trinkwasser“ erarbeitet, das hier verfügbar ist.
Das Lernpaket beschäftigt sich spielerisch mit dem kostbaren, zunehmend knapper werdenden Rohstoff Trinkwasser und der Frage, was wir tun können, damit alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben?

„Global Ideas“ ist ein multimediales Reportage-Projekt der Deutschen Welle (DW) rund um die Themen Klima- und Umweltschutz und Erhalt der Biodiversität.

Mit Fördermitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) produziert die DW seit 2009 unter anderem TV-Reportagen, Hintergrundberichte und Webspecials, um Menschen auf der ganzen Welt über vorbildliche Schutzprojekte zu informieren und zum eigenen Handeln zu inspirieren.

Für den neuen Projektabschnitt „Great Solutions – The Road from Paris“ von 2017 bis 2022 strebt die DW eine Ausweitung der Bildungsarbeit an. Rund um ausgewählte Schlüsselthemen aus dem Bereich Klima- und Umweltschutz werden ansprechende Lernpakete entwickelt, um Kinder und Jugendliche für den Umweltschutz zu begeistern und komplexe Themen leicht verständlich zu vermitteln. Das Angebot richtet sich an Schüler*innen zwischen 12 und 16 Jahren weltweit und kann von Lehrkräften und Bildungseinrichtungen kostenlos auf Deutsch, Englisch und Spanisch sowohl im Präsenzunterricht als auch im Homeschooling eingesetzt werden.

Gemeinsam mit dem „Global Ideas“- Redaktionsteam der Deutschen Welle entwickelt das UfU bis 2022 Lernpakete zu verschiedenen Umweltthemen. Bisher sind fünf weitere Lernpakete zu den Themen „Plastik“, „Wald“, „Grünflächen in Städten“, „Lebensmittelverschwendung“ und „Bestäuber“ erschienen.


Grün-blaue Infrastruktur zur Klimaanpassung in Vietnam

14. Juli 2020

Städte sind sowohl Treiber der globalen Erwärmung als auch verstärkt von ihren Auswirkungen betroffen. Aus diesem Grund wächst die Bedeutung urbaner grün-blauer Infrastrukturen (GBI) in der strategischen Planung städtischer Räume, da sie als Bestandteile naturbasierter Lösungen (nature-based solutions, NBS) wichtige Elemente der Klimawandelfolgenanpassung darstellen. GBI sind darüber hinaus stark mit der Aufenthaltsqualität, der Umweltgerechtigkeit, der Gesundheit und dem menschlichen Wohlbefinden in Städten verbunden.

Das Projekt GreenCityLabHuế zielt darauf ab, die Klimaresilienz der Stadt Hue (Provinz Thua Thien Hue, Zentralvietnam) durch naturbasierte Lösungen (NBS) mit Schwerpunkt auf Hitzeanpassung und Verbesserung der Luftqualität zu stärken. Es wird ein multidisziplinärer Forschungs- und Experimentierraum geschaffen, um Ideen und Konzepte zur Wiederherstellung und Erweiterung der GBI und damit zur Förderung und Implementierung von NBS im Stadtgebiet von Hue zu entwickeln, zu testen, zu visualisieren, zu diskutieren und umzusetzen.

Während seiner Definitionsphase erstellte das GreenCityLabHuế-Projekt eine Typologie zu grün-blauen Infrastruktur-Elementen (GBI Elemente) und auf dieser Grundlage erste Narrative und Szenarien für die GBI-Entwicklung in Hue. Erste Untersuchungen zur aktuellen Situation und zu den Voraussetzungen für zukünftige Entwicklungen von GBI in Hue sind im Status Quo-Bericht aufgeführt.

Der Bericht enthält Informationen zur Stadtentwicklung von Hue, zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen durch den Klimawandel, eine Status-Quo-Analyse von GBI in der Stadt Hue, den politischen Rahmen für die NBS-Entwicklung und soziale Aspekte für die NBS-Entwicklung in Hue.

Hue ist eines der ältesten städtischen Gebiete in Vietnam. Die Kernstadt umfasst eine Fläche von ca. 71 km² und ist eine der am dichtesten besiedelten vietnamesischen Städte. Mit ca. 12,9 m² / Person ist die Grünfläche pro Kopf in Hue vergleichsweise hoch. Grünflächen (und blaue Flächen) sind jedoch nicht gleichmäßig über die Stadt verteilt – wobei der Zugang zu Grünflächen im historischen Zentrum der Stadt besonders eingeschränkt ist -, was die Notwendigkeit der Implementierung neuer GBI-Elemente aufzeigt.

Erste Abschätzungen der Klimawandelfolgen deuten darauf hin, dass generell wärmere Bedingungen und eine Erhöhung der jährlichen Niederschlagssumme zu erwarten sind. Für die Stadt Hue wird eine niedrige bis moderate Zunahme der bodennahen Lufttemperatur (sowohl bezogen auf das Jahresmittel wie auch auf die Extremtemperaturen) sowie eine moderate bis vergleichsweise hohe Zunahme der Jahresniederschläge prognostiziert. Bereits heute signifikante Ereignisse – Hitzestress und Hochwasser – werden daher durch den Klimawandel höchstwahrscheinlich verstärkt. Luftverschmutzung und Lärmbelastung stellen weitere Umweltherausforderungen dar, vor allem im dichten Zentrum der Kernstadt und dem Universitätsgelände.

Die Erweiterung der GBI in Hue adressiert die zuvor genannten Umweltprobleme durch eine optimierte Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen und der Erhöhung der urbanen Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen und Klimawandel. Darüber hinaus werden auch die ökonomischen und sozialen Vorteile der GBI als NBS anvisiert, welche unter anderem die Positionierung der Stadt Hue als (öko-)touristische Destination, die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, die Etablierung eines kompetitiven Vorteils gegenüber anderen vietnamesischen Städten, die Verbesserung der Lebensqualität durch Schaffung öffentlicher Räume und die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung von grün-blauen Infrastrukturen umfassen.

Basierend auf Co-Creation und Co-Learning schlägt das GreenCityLabHuế-Projekt eine Typologie von 64 GBI-Elementen vor, die berücksichtigt werden sollen, darunter unter anderem, verschiedene Typen von privaten, kommerziellen oder institutionellen Grüns, Kleingärten, Gemeinschaftsgrünanlagen, Erholungsparks und -gärten, und landwirtschaftliche GBI. Die erfassten Elemente umfassen dabei gemeinsame, sowohl für (Zentral-)Vietnam als auch für Deutschland (bzw. Europa) typische GBI-Elemente, wie auch für Hue einzigartige Infrastrukturen. Zu letzteren zählen beispielsweise grün-blaue Gärten, Cafés mit Gartenflair, und die für Hue traditionellen Gartenhäuser. Im weiteren Projekt dient die entwickelte Typologie in Kombination mit einer Analyse relevanter Planungs- und Entwicklungsleitlinien sowie der Sichtung vorausgegangener, aktueller und zukünftiger Projekte zur Implementierung von NBS als Grundlage für die Umsetzung von Landnutzungsänderungsszenarien und für die Evaluation der Nutzen-Effekte, welche durch die Verbesserung der GBI in der Stadt Hue entstehen.

Neben der Einführung neuer grüner (und blauer) Bereiche wurde auch die Notwendigkeit erkannt, bestehende Elemente der GBI zu schützen, zu erhalten und zu verbessern. Dies umfasst z. B. die Aufrechterhaltung der Straßenbaumdichte durch jährliche Baumpflanzkampagnen, da besonders gereifte Bäume aufgrund des Klimawandels unter Druck stehen.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.greencitylabhue.com

Inventar der grün-blauen Infrastruktur in der Stadt Hue, abgeleitet aus Landnutzungsdaten aus dem Jahr 2014 von DONRE- und OpenStreetMap

Kombinierte Trends bei Klimaindikatoren für die Jahre 2050 und 2070 sowie für die RCP-Szenarien RCP2.6 und RCP8.5

PlanetScope-Satellitenbild der Stadt Hue am 20. Februar 2020 (A), der auf dem PlanetScope-Bild (B) berechnete normalisierte Differenzvegetationsindex (NDVI) des Erdbeobachtungsindikators, die Vegetationsklassifizierung auf der Grundlage des NDVI (C) und der Landnutzungskarte (D)


Fahrradkino-Schulung in Bulgarien und Rumänien

7. Juli 2020

Im Rahmen der BEACON Initiative (Bridging European and Local Climate Actions) arbeitet das UfU mit National Trust Ecofund Bulgaria (NTEF) in Sofia, sowie der Association Sistemul National de Reciclare a Bateriilor (SNRB) in Bukarest zusammen um unter anderem das Fahrradkino in bulgarischen und rumänischen Schulen zum Einsatz zu bringen.

Deshalb fand am 30.06.2020 in Sofia und am 02.07.2020 in Bukarest eine Schulung für die Teams beider Organisationen und Lehrkräfte der beteiligten Schulen statt, in der durch Mitarbeiter des UfU technisches und pädagogisches Wissen in Sachen Fahrradkino vermittelt wurde.

Doch wie funktioniert ein Fahrradkino? Durch die Muskelkraft von zehn Fahrradfahrer*innen wird elektrische Energie erzeugt, durch die ein Laptop, ein Beamer und ein Sound System betrieben werden. Dadurch wird dem Publikum ein einzigartiges Kinoerlebnis bereitet, ohne dass zusätzlicher Strom aus der Steckdose benötigt wird.

Neben dem Kinovergnügen wird jedoch auch ein pädagogischer Zweck erfüllt. Das Fahrradkino ermöglicht es, Energieerzeugung erlebbar zu machen und sich auf sehr praktische Weise mit nachhaltiger Energiegewinnung auseinanderzusetzen. Außerdem bietet es Gelegenheit über Mobilität nachzudenken: Welche Vorteile hat das Fahrrad im Vergleich zum Auto als Verkehrsmittel in der Stadt?

Diese und ähnliche Fragen wurden in den Fahrradkino-Schulungen besprochen und die Teilnehmenden in die Funktionsweise und die Durchführung einer Fahrradkinoveranstaltung eingeführt. In Zukunft soll das Fahrradkino schwerpunktmäßig in bulgarischen und rumänischen Schulen zur Sensibilisierung für die Themen Energiesparen und Klimaschutz eingesetzt werden.


Stellungnahme des DNR und des UfU zum Planungssicherstellungsgesetz

14. Mai 2020

Zur Sicherstellung der Durchführung der Öffentlichkeitsbeteiligung in Genehmigungs- und Zulassungsverfahren auch während der Corona-Pandemie hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf vorgelegt. Der Gesetzentwurf stammt vom 30.4.2020 und soll nächste Woche durch den Bundestag beschlossen werden. Er regelt in erster Linie die Öffentlichkeitsbeteiligung in Zeiten der Pandemie und gilt vorerst befristet bis zum 31.3.2021, kann aber jederzeit verlängert werden. Der Deutsche Naturschutzring (DNR) und das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) nehmen gemeinsam dazu Stellung. Die Stellungnahme kann hier eingesehen werden:

Stellungnahme des DNR und des UfU zum Entwurf des Planungssicherstellungsgesetzes – PlanSiG zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Planungs- und Genehmigungsverfahren während der COVID-19-Pandemie – Kabinettsentwurf vom 30.04.2020


Erster KlimaFilmSpot online: Zeugen unserer Zeit - Indonesien

11. Mai 2020

Der erste KlimaFilmSpot aus dem Projekt KlimaGesichter vom Fachgebiet Klimaschutz & Transformative Bildung ist online abrufbar.

Die KlimaFilmSpots entstehen in Zusammenarbeit mit dem Bildungszentrum Jugendwerkstatt Felsberg e.V. und der Deutschen Klimastiftung Bremerhaven im laufenden Projekt KlimaGesichter. Das Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu Klimabotschafter*innen zu qualifizieren, um als u. a. vom Klimawandel betroffene Vermittler*innen in Bildungseinrichtungen dem Klimaschutz ein Gesicht zu geben und im interkulturellen Austausch konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu initiieren oder vorhandene zu stärken.

In insgesamt fünf Filmspots reden Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund über den Klimawandel in ihrem Heimatland. Dabei erzählen sie als Zeugen unserer Zeit sowohl über die sichtbaren Auswirkungen des Klimawandels, als auch über ihre eigene Geschichte, ihre persönlichen Erfahrungen sowie ihre Wünsche für eine Veränderung.

Die weiteren KlimaFilmSpots werden im Projektverlauf folgen. Außerdem wird demnächst eine Broschüre zum Projekt erscheinen.

Der Filmspot zu den KlimaGesichtern steht auf der folgenden Seite zur Verfügung:

https://klimagesichter.de/klimafilmspots/

Weitere Informationen zum Projekt KlimaGesichter finden Sie unter:

https://klimagesichter.de


UfU-Büro derzeit nur teilweise besetzt. Bitte kontaktieren Sie uns per E-Mail

16. März 2020

Auf Grund der aktuellen Ausgehbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie ist unser Büro bis auf weiteres nur zum Teil besetzt und Sie können uns nur eingeschränkt unter den angegebenen Telefonnummern erreichen. Viele Mitarbeitende des UfU befinden sich in Telearbeit zu Hause, sind aber innerhalb der Geschäftszeiten per E-Mail erreichbar. Die entsprechenden E-Mail-Adressen finden Sie hier. Wenn Sie uns Ihre Telefonnummer per E-Mail hinterlassen, werden wir Sie so schnell wie möglich zurückrufen.

Wir bitten Sie, dadurch entstehende Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.


Vietnamesische Delegation informiert sich über Luftreinhaltung in Deutschland

11. Dezember 2019

Im Rahmen das Projektes „Untersuchung und Bewertung der Anwendbarkeit von internationalen „best Practices“ für die Luftreinhaltung in Vietnam“ organisierte das UfU gemeinsam mit dem Ecologic Institut und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine einwöchige Studienreise zum Thema Luftreinhaltung für eine Delegation vietnamesischer Funktionäre.

Die vietnamesische Regierung befasst sich derzeit mit der Überarbeitung des vietnamesischen Umweltschutzgesetzes. In der neuen Version des Gesetzes ist ein eigenes Kapitel zur Luftreinhaltung vorgesehen. Bei der Ausarbeitung der Vorschriften für dieses Kapitel suchen die vietnamesischen Entscheidungsträger den Austausch mit ExpertInnen, die Erfahrungen mit Vorschriften und Maßnahmen im Bereich der Luftreinhaltung haben. Die Teilnehmenden der Studienreise sind direkt in den Gesetzgebungsprozess eingebunden und interessierten sich sowohl für die Erfolge als auch Herausforderungen in der deutschen Erfahrung.

Das Programm der Studienreise ist in Abstimmung mit den Delegationsteilnehmenden ausgehend von ihren Interessen und Schwerpunkten entwickelt worden. Die Agenda umfasste den Besuch von wissenschaftlichen (z.B. Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), Umweltbundesamt (UBA), UfU, Ecologic Institut) wie politischen Institutionen (z.B. Bundesministerium für Umwelt (BMU), Berliner Senatsverwaltung, Bundestag) auf Bundes- und Länderebene. Dadurch gewannen die Teilnehmenden ein umfassendes Bild des Luftreinhaltemanagements in Deutschland. Bei den Terminen stellten die Referierenden nicht nur erfolgreiche Maßnahmen vor, sondern erläuterten auch Herausforderungen und Schwierigkeiten. Die Teilnehmenden konnten zudem Kontakte zu konkreten Ansprechpartnern zu knüpfen, um sich zukünftig genauer zu bestimmten Fragen informieren zu können.

Die Teilnehmenden verfolgten die Vorträge der Referierenden aufmerksam, anschließend blieb Raum für angeregte Q&A-Sessions und Diskussionen. Die Delegationsteilnehmenden zeigten großes Interesse an den deutschen Regelungen und Institutionen, während sie die Instrumente auch kritisch betrachteten und die Übertragbarkeit der Maßnahmen in das vietnamesische System eruierten. Dank des unterschiedlichen Fachwissens der Referierenden konnten viele Fragen geklärt werden und neue Ideen entstehen.

Am Ende der Woche stand ein Workshop, um die gewonnenen Erkenntnisse zu bündeln und herauszuarbeiten, inwiefern die Ergebnisse für den weiteren Gesetzgebungsprozess genutzt werden können. Dabei wurde auch erörtert, in welchen Bereichen Interesse an noch tiefergehenden Informationen besteht. UfU, das Ecologic Institut und die GIZ übergaben den Teilnehmenden die im Vorfeld abgeschlossene Best-Practice-Studie zu Instrumenten der Luftreinhaltung „Review and assessment of applicability of international best practices for air quality management in Vietnam“. Die Teilnehmenden zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Studienreise und erklärten, wichtige Eindrücke daraus mit in den Gesetzgebungsprozess zu nehmen.