News - Fifty Fifty

Freie Mitarbeitende für Energiesparprojekte gesucht

10. Februar 2021

Das Fachgebiet Energieeffizienz & Energiewende sucht insbesondere im Rahmen des Projektes „Halbe-Halbe“ in Leipzig für die Betreuung von Schulen feste freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

  • Pädagogische Mitarbeitende mit gebäudetechnischem Know-how
  • Technische Mitarbeitende mit pädagogischem Know-how

Wir führen Energiesparprojekte an Schulen seit über 20 Jahren durch und beraten fortlaufend Kommunen, die Energiesparmodelle einführen möchten. Mit fifty/fifty werden einerseits Nutzer*innen in Schulen motiviert, durch eine Änderung ihres Verhaltens Energie im Alltag einzusparen, andererseits wird versucht, durch technische Optimierungen Einsparungen zu erzielen. Dabei wird durch pädagogische Arbeit nach den Prinzipien der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (BNE) ein optimiertes Nutzerverhalten erreicht. Auch für erkannte organisatorische und technische Probleme werden Lösungsmöglichkeiten entwickelt und punktuell realisiert. Heute steht fifty/fifty als Markenname für alle Formen von Energiesparprojekten mit finanziellem Anreizsystem.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Stellenangebot und eine ausführliche Stellenausschreibung


Dr. Pham Ngoc Han

Unser langjähriger Kollege Dr. Pham Ngoc Han gestorben

8. Februar 2021

In großer Traurigkeit geben wir bekannt, dass unser langjähriger Kollege Dr. Pham Ngoc Han nach kurzer und intensiver Krankheit in Hanoi/Vietnam im Alter von 80 Jahren verstorben ist.

Han ist mit 14 Jahren auf Einladung von Wilhelm Pieck, dem ersten und einzigen DDR-Präsidenten Mitte der 1950er Jahre in die DDR gekommen. Er kannte Ho Chi Minh. Han war begabt und nach seiner Berufsausbildung durfte er studieren und später promovieren. 1989 war er mitten in seiner Habilitation an der TU Chemnitz. 1996 kam er zum UfU. Ab 2000 baute er die Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Deutschland im Umweltbereich im UfU auf. 2014 wurde er für seine Verdienste um die Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Deutschland vom damaligen Staatsekretär des BMU Gunther Adler in Hanoi ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit des UfU in Vietnam umfasst heute fünf Projekte auf mehreren Ebenen. Ohne die Aufbauarbeit von Han wäre dies nie erreicht worden.

Auf seiner letzten Sitzung hat der Vorstand des UfU aufgrund seiner Verdienste Han vorgeschlagen, Ehrenmitglied des UfU zu werden und dies der nächsten Mitgliederversammlung vorzulegen.

Wir werden Han in unserem Herzen in Erinnerung behalten. Alle, die ihn kannten, werden einen freundlichen, fleißigen, hilfsbereiten, klugen und zugleich bescheidenen Kollegen vermissen. Er wird uns fehlen.

i.N.d. Vorstandes

Dr. Michael Zschiesche


Photo by Markus Spiske on Unsplash

Studie: Klimapolitik mit der Zivilgesellschaft?!

5. Februar 2021

Ambitionierte Klimapolitik mit der Zivilgesellschaft gestalten? Das UfU hat in einer umfassenden Studie untersucht, ob und wie in Kolumbien, der Ukraine und Georgien zivilgesellschaftliche Organisationen in nationale klimapolitische Prozesse einbezogen werden. Die Analyse geht auf die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Partizipation, auf vorhandene staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen und auf konkrete Beteiligungsprozesse in den drei Ländern ein. So wurde unter anderem untersucht, inwiefern Umweltorganisationen ihre Positionen in die aktuelle Ausarbeitung der nationalen Klimaschutzziele (Nationally Determined Contributions – NDCs) einbringen konnten. Das vom UfU entwickelte detaillierte Evaluationsschema ermöglicht es, auch in weiteren Ländern Rahmenbedingungen für Beteiligung und konkrete Partizipationsprozesse zu untersuchen. Gemeinsam mit den Projektpartner*innen und Akteur*innen vor Ort wurden unterschiedliche Hindernisse identifiziert, die eine wirksame Beteiligung der Zivilgesellschaft erschweren. Daraus ergeben sich länderspezifische Handlungsempfehlungen, wie Partizipation in Klimafragen zukünftig verbessert und verstetigt werden kann. Außerdem stellt die Studie gute Praxisbeispiele für Beteiligung an Klimapolitik aus acht weiteren Ländern vor, die richtungsweisend sein können.

Die Studie macht deutlich, dass es Verbesserungen auf diversen Ebene braucht, damit zivilgesellschaftliche Akteur*innen in Umwelt- und Klimafragen Gehör finden. In den untersuchten Fällen sind es vor allem prozessuale Barrieren, die einen Austausch von Ansichten, Interessen und Erfahrungen zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren und damit eine gemeinsame Lösungsfindung erschweren. Hinsichtlich der analysierten Beteiligungsformate lassen sich vor allem drei Arten von Defiziten benennen: erstens eine fehlende Umsetzung der Beteiligungsgesetzgebung, zweitens eine nur geringe Beteiligungstiefe sowie drittens eine unzureichende Berücksichtigung der Ergebnisse des Partizipationsprozesses. Viel tiefgreifender als diese Defizite der Beteiligungsprozesse schränkt jedoch die in den letzten Jahren in vielen Ländern zunehmende Beschneidung des „Civic Space“, also des Handlungsspielraums der Zivilgesellschaft, die Partizipationsmöglichkeiten von Umweltaktivist*innen ein. Neben Beschränkungen der zivilgesellschaftlichen Handlungsfähigkeit durch den Aufbau von aufwendigen Verwaltungs- und Bewilligungsprozessen und der staatlichen Einschränkung der Annahme von (ausländischen) Spenden sowie Einschränkungen der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit führen in vielen Staaten auch Schikanen, körperliche Gewalt, Kriminalisierung von Aktivist*innen, willkürliche Verhaftungen und Morde zu einer Verkleinerung des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums.

Die vollständige Studie finden Sie hier:

Larissa Donges, Fabian Stolpe, Franziska Sperfeld, Sarah Kovac (2020): Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine. Independent Institute for Environmental Issues. Berlin. ISBN 978-3-935563-42-0

Zur Kurzfassung geht es hier.

Außerdem wurden einzelne Länderberichte für Kolumbien, Georgien und die Ukraine verfasst und in die Landessprachen übersetzt:

Länderbericht Kolumbien, Englisch und Spanisch

Länderbericht Georgien, Englisch und Georgisch

Länderbericht Ukraine, Englisch und Ukrainisch

Die Studie ist Teil des Projektes „Stärkung der Zivilgesellschaft in der nationalen Klimapolitik“, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert wird.


Zivilgesellschaft und Klimapolitik in Kolumbien, Georgien und der Ukraine

04. November 2020

Im Jahr 2015 einigten sich viele Länder über das Pariser Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung und ihrer Auswirkungen, darunter auch Kolumbien, Georgien und die Ukraine. Allerdings reichen die Nationalen Verpflichtungen (Nationally Determined Contributions – NDCs) nicht aus, um den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur in diesem Jahrhundert deutlich unter 1,5 ° C über dem vorindustriellen Niveau zu halten. Die Zeit, um dieses Ziel zu erreichen, läuft aus. Deshalb sind schnelle und weitreichende Veränderungen in allen Sektoren erforderlich. Zivilgesellschaftliche Organisationen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Umsetzung der Klimapolitik, weil sie als Beobachter agieren und einen fairen sozio-ökologischen Wandel einfordern. Der Umfang ihrer Aktivitäten reichen von der Sensibilisierung für den Klimawandel bis hin zu Capacity Building, Forschung, Entwicklung von Strategien und Maßnahmen sowie der Beeinflussung der Klimapolitik. Die Rahmenbedingungen für die Beteiligung zivilgesellschaftlicher Akteure unterscheiden sich jedoch stark von Land zu Land und sind leider nicht immer optimal. In der vom UfU veröffentlichten Studie „Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine “ wurden die Bedingungen für die Partizipation von zivilgesellschaftlichen Organisationen an der Klimapolitik in Kolumbien, der Ukraine und Georgien untersucht. Dabei geht die Studie auf die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, auf vorhandene staatliche und zivilgesellschaftliche Strukturen und auf konkrete Beteiligungsprozesse ein. Außerdem werden gute Praxisbeispiele für Beteiligung an Klimapolitik aus acht weiteren Ländern vorgestellt.

Die vollständige Studie auf Englisch kann hier heruntergeladen werden:

Larissa Donges, Fabian Stolpe, Franziska Sperfeld, Sarah Kovac (2020):
Civic space for participation in climate policies in Colombia, Georgia and Ukraine. Independent Institute for Environmental Issues. Berlin. ISBN 978-3-935563-42-0

 

Die Studie ist Teil des Projektes „Stärkung der Zivilgesellschaft in der nationalen Klimapolitik„, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) gefördert wird.


Visionen für eine grüne Stadtentwicklung in Hue (Vietnam)

2. November 2020

Am 31. Oktober 2020 wurde im Rahmen des GreenCityLabHuế-Projekts der erste Stakeholder-Workshop durchgeführt, um die Szenarioentwicklung für die Implementierung naturbasierter Lösungen (NBS) in der Stadt Hue (Zentral-Vietnam) zu erörtern. Der Workshop wurde unter der technischen Anleitung der Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) und des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen (UfU) organisiert und von den vietnamesischen Partnern, dem Mientrung-Institut für wissenschaftliche Forschung (MISR) und dem Thua-Thien-Hue-Institut für Entwicklungsstudien (HueIDS) und der Fakultät für Architektur der Hue University of Sciences (HUSC) ausgerichtet.

Der Stakeholder-Workshop ist Teil des Co-Design- und Co-Learning-Prozesses zur Erstellung von Zukunftsszenarien für die Entwicklung von grünen und blauen Infrastrukturen (GBI) in Hue. In der folgenden Phase des Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist es wichtig, relevante Schritte des Modellierungsprozesses an die lokalen Bedingungen anzupassen und die Standorte für die Modellierung naturbasierter Lösungen (NBS) auf Standortebene partizipativ auszuwählen.

Zu Beginn des Stakeholder-Workshops präsentierte MSc. Hoang Thi Binh Minh (MISR) und Dr. Nguyen Vu Minh (HUSC) einige wichtige Ergebnisse der Definitionsphase des GreenCityLabHuế-Projekts, darunter (1) Vorteile von naturbasierten Lösungen (NBS) für die Stadt Hue, (2) eine Typologie von grün-blauen Infrastruktur-Elementen und ihre ökologische Leistung, (3) eine Kategorisierung der Landnutzungsklassen und eine Bestandsaufnahme der grün-blauen Infrastrukturen (GBI), (4) die Entwicklung der Stadt Hue zu einer Stadt der Zentralregierung, (5) die Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zur Eindämmung der Thua Thien Provinz Hue, (6) eine Karte der Hauptakteure für die NBS-Entwicklung in Hue City, (7) und eine Bewertung des Bewusstseins für den Klimawandel und soziale Aspekte für NBS in der Stadt Hue. Der Präsentation folgten mehrere Diskussionsrunden, in denen folgende Fragen behandelt wurden:

  • Sind die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Entwicklung grün-blauer Infrastruktur (GBI) realistisch und akzeptabel?
  • Welche Visionen bezüglich der NBS-Entwicklung haben die Teilnehmer für Hue? Was würden die Teilnehmer in den entwickelten Szenarien generell ändern? Welche Elemente von NBS sollten Teil der Zukunftsszenarien sein?
  • Sollten Maßnahmen und Interventionen innerhalb eines bestimmten Szenarios zwischen verschiedenen Teilen der Stadt Hue unterschieden werden?
  • Gibt es räumliche Zonen, in denen keine Interventionen und Maßnahmen durchgeführt werden sollten oder in denen bestimmte Maßnahmen nicht zulässig sind?
  • Gibt es detailliertere Informationen zu den erwarteten Konversionsraten (sowie zu den Standorten der geplanten Erweiterungen)?

An dem Workshop nahmen 20 Stakeholder aus verschiedenen relevanten Institutionen und Organisationen aus Hue teil: das Amt für Planung und Investitionen, das Amt für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, die Umweltschutzbehörde DONRE, der Landverwaltungsbeamte der Gemeinde Huong So, die Greenery Company, HEPCO, HueWaco, das Hue Monuments Conservation Center, das Institut für Bauplanung, die Fakultät für Umweltwissenschaften der HUSC, die Fakultät für Landressourcen und landwirtschaftliche Umwelt der Hue Universität für Forstwirtschaft und Landwirtschaft, die Seniorenvereinigung, das Institut für Ressourcen und Umwelt der Hue University, das Institut für öffentliche Gesundheitsforschung, das Happiness School Program, die Ho Chi Minh Communist Youth Union, die Imkervereinigung und einige weitere junge Menschen, die in der Stadt Hue leben und arbeiten.

Weiterführende Informationen zum Projekt finden Sie unter www.greencitylabhue.com


10.11.2020 - Umweltgerechtigkeit und Partizipation in Berlin

27. Oktober 2020

Für eine sozialverträgliche Entwicklung der wachsenden Hauptstadt bietet der Ansatz der Umweltgerechtigkeit erheblichen Mehrwert: Er erlaubt es, die Aspekte Umwelt, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit auf  einer  Fachebene  zu  betrachten  und  stärker  mit  einer nachhaltigen Stadtentwicklung  zu  verzahnen. Im Rahmen der Aktionswoche „Berlin spart Energie“ laden wir Sie dazu ein, am 10.11.2020 (10:30-12:00h) bei einer Online-Veranstaltung mit uns zu diskutieren, warum das Thema Beteiligung in diesem Zusammenhang eine große Rolle spielt und wie wirksame Beteiligungsprozesse gestaltet werden können.

Kostenfreie Anmeldung:

https://www.berlin-spart-energie.de/veranstaltung/umweltgerechtigkeit-und-partizipation-in-den-berliner-bezirken-117.html

Mehr zum Thema Umweltgerechtigkeit auch unter:

https://www.umweltgerechtigkeit-berlin.de


Neue Online-Plattform zur Verbändebeteiligung

12. Oktober 2020

Umwelt- und Naturschutzverbände, die nach § 3 des UmwRG oder entsprechender Regelungen auf Landesebene anerkannt sind und nach ihrer Satzung im Schwerpunkt die Ziele des Naturschutzes und der Landespflege fördern, haben nach den Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 63 BNatSchG) und teilweise weiteren Regelungen in den Landesnaturschutzgesetzen besondere Mitwirkungsrechte. Diese beinhalten das Recht zur „Einsichtnahme in die einschlägigen Gutachten“ und das Recht zur „Gelegenheit zur Stellungnahme“. Beim Verfassen der Stellungnahmen stehen Umwelt- und Naturschutzverbände vor großen Herausforderungen: Es gibt eine Vielfalt an unterschiedlichen Verfahren, häufig sind die Fristen zur Einreichung einer Stellungnahme sehr kurz, es werden hohe qualitative Anforderungen an eine Stellungnahme gestellt, die ein fundiertes naturschutzfachliches Wissen und umfassende rechtliche Kenntnisse voraussetzen. All dies gilt es für die Verbände mit teils knappen finanziellen und personellen Kapazitäten zu bewerkstelligen. Darüber hinaus erfolgt die Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung zum Großteil ehrenamtlich.

Die Verbändelandschaft im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes in Deutschland ist vielfältig und doch vereint alle das gleiche Ziel: Den bestmöglichen Schutz unserer Natur und Umwelt zu erreichen. Vernetzung und Kooperation unter verschiedenen Umwelt- und Naturschutzverbänden, ein Austausch von relevanten Fachinformationen über Verbandsgrenzen hinweg und Voneinander lernen, hilft dabei, schneller und effektiver schlagkräftige Stellungnahmen zu verfassen. Das Projekt Verbändebeteiligung 4.0, das vom Umweltbundesamt (UBA) und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert und vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) durchgeführt wurde, hatte zum Ziel, die wichtige Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung durch digitale Hilfsmittel zu erleichtern. Auf Grundlage von mehreren Workshops, Einzelgesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern von Umwelt- und Naturschutzverbänden, einer Online-Umfrage und der Konferenz „Stärkung der Verbändebeteiligung durch digitale Vernetzung“ im Juni 2019 ist nun eine neue Online-Plattform für Umwelt- und Naturschutzverbände entstanden. Wir danken allen ganz herzlich, die an unserer Umfrage und unseren Veranstaltungen teilgenommen und ihre Ideen, Wünsche und Anregungen eingebracht haben! Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neuen Online-Plattform geleistet.

Die so im Rahmen des Projektes entstandene Datenbank.Umwelt-Beteiligung hat das Ziel, Umwelt- und Naturschutzverbände dabei zu unterstützen, leichteren Zugang zu relevanten Fachinformationen zu erhalten und untereinander Informationen auszutauschen. Sie enthält relevante Ressourcen, die für die Arbeit im Bereich der Verbändebeteiligung hilfreich sind. Dies beinhaltet unter anderem Fachartikel, Gutachten, Arbeitshilfen und Leitfäden aus den Kategorien Natur- und Umweltschutz, Rechtliches, Öffentlichkeitsbeteiligung, Bundesländer und Regionen sowie Sonstiges. Alle Mitglieder von in Deutschland anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbänden können sich kostenlos auf der Datenbank.Umwelt-Beteiligung registrieren. So entsteht ein geschützter Bereich, der nur den anerkannten Verbänden zur Verfügung steht. Nach der Registrierung können sie sämtliche zur Verfügung gestellten Ressourcen zur Unterstützung ihrer Arbeit abrufen. Die Datenbank.Umwelt-Beteiligung lebt und wächst durch ihre Nutzerinnen und Nutzer. Jede/r registrierte Nutzer*in kann sich aktiv daran beteiligen und ihre/seine Expertise einbringen, indem er/sie selbst relevante Ressourcen mit anderen Nutzer*innen teilt.

Die Unterstützung der anerkannten Umwelt- und Naturschutzverbände in ihrer Beteiligungsarbeit ist für das UfU seit vielen Jahren ein wichtiges Anliegen. Weitere Informationen zum Umweltinformationsrecht sowie zu Ihren Beteiligungs- und Klagerechten finden Sie auch unter: www.umwelt-beteiligung.de.

Direkten Zugang zur Datenbank.Umwelt-Beteiligung finden Sie unter diesem Link: https://datenbank.umwelt-beteiligung.de/

Einen Informations-Flyer zur Datenbank.Umwelt-Beteiligung können Sie hier herunterladen.


Neues Lernpaket „Blaues Gold – Unser Trinkwasser und der Klimawandel“

27. Juli 2020

Das sechste Lernpaket zu Umweltthemen mit dem Schwerpunktthema „Blaues Gold – Unser Trinkwasser und der Klimawandel“ ist erschienen. In Zusammenarbeit des UfU mit dem Reportage Projekt „Global Ideas“ der Deutschen Welle wurde das Lernpaket # 6 zum Thema „Trinkwasser“ erarbeitet, das hier verfügbar ist.
Das Lernpaket beschäftigt sich spielerisch mit dem kostbaren, zunehmend knapper werdenden Rohstoff Trinkwasser und der Frage, was wir tun können, damit alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben?

„Global Ideas“ ist ein multimediales Reportage-Projekt der Deutschen Welle (DW) rund um die Themen Klima- und Umweltschutz und Erhalt der Biodiversität.

Mit Fördermitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums (BMU) produziert die DW seit 2009 unter anderem TV-Reportagen, Hintergrundberichte und Webspecials, um Menschen auf der ganzen Welt über vorbildliche Schutzprojekte zu informieren und zum eigenen Handeln zu inspirieren.

Für den neuen Projektabschnitt „Great Solutions – The Road from Paris“ von 2017 bis 2022 strebt die DW eine Ausweitung der Bildungsarbeit an. Rund um ausgewählte Schlüsselthemen aus dem Bereich Klima- und Umweltschutz werden ansprechende Lernpakete entwickelt, um Kinder und Jugendliche für den Umweltschutz zu begeistern und komplexe Themen leicht verständlich zu vermitteln. Das Angebot richtet sich an Schüler*innen zwischen 12 und 16 Jahren weltweit und kann von Lehrkräften und Bildungseinrichtungen kostenlos auf Deutsch, Englisch und Spanisch sowohl im Präsenzunterricht als auch im Homeschooling eingesetzt werden.

Gemeinsam mit dem „Global Ideas“- Redaktionsteam der Deutschen Welle entwickelt das UfU bis 2022 Lernpakete zu verschiedenen Umweltthemen. Bisher sind fünf weitere Lernpakete zu den Themen „Plastik“, „Wald“, „Grünflächen in Städten“, „Lebensmittelverschwendung“ und „Bestäuber“ erschienen.


Grün-blaue Infrastruktur zur Klimaanpassung in Vietnam

14. Juli 2020

Städte sind sowohl Treiber der globalen Erwärmung als auch verstärkt von ihren Auswirkungen betroffen. Aus diesem Grund wächst die Bedeutung urbaner grün-blauer Infrastrukturen (GBI) in der strategischen Planung städtischer Räume, da sie als Bestandteile naturbasierter Lösungen (nature-based solutions, NBS) wichtige Elemente der Klimawandelfolgenanpassung darstellen. GBI sind darüber hinaus stark mit der Aufenthaltsqualität, der Umweltgerechtigkeit, der Gesundheit und dem menschlichen Wohlbefinden in Städten verbunden.

Das Projekt GreenCityLabHuế zielt darauf ab, die Klimaresilienz der Stadt Hue (Provinz Thua Thien Hue, Zentralvietnam) durch naturbasierte Lösungen (NBS) mit Schwerpunkt auf Hitzeanpassung und Verbesserung der Luftqualität zu stärken. Es wird ein multidisziplinärer Forschungs- und Experimentierraum geschaffen, um Ideen und Konzepte zur Wiederherstellung und Erweiterung der GBI und damit zur Förderung und Implementierung von NBS im Stadtgebiet von Hue zu entwickeln, zu testen, zu visualisieren, zu diskutieren und umzusetzen.

Während seiner Definitionsphase erstellte das GreenCityLabHuế-Projekt eine Typologie zu grün-blauen Infrastruktur-Elementen (GBI Elemente) und auf dieser Grundlage erste Narrative und Szenarien für die GBI-Entwicklung in Hue. Erste Untersuchungen zur aktuellen Situation und zu den Voraussetzungen für zukünftige Entwicklungen von GBI in Hue sind im Status Quo-Bericht aufgeführt.

Der Bericht enthält Informationen zur Stadtentwicklung von Hue, zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen durch den Klimawandel, eine Status-Quo-Analyse von GBI in der Stadt Hue, den politischen Rahmen für die NBS-Entwicklung und soziale Aspekte für die NBS-Entwicklung in Hue.

Hue ist eines der ältesten städtischen Gebiete in Vietnam. Die Kernstadt umfasst eine Fläche von ca. 71 km² und ist eine der am dichtesten besiedelten vietnamesischen Städte. Mit ca. 12,9 m² / Person ist die Grünfläche pro Kopf in Hue vergleichsweise hoch. Grünflächen (und blaue Flächen) sind jedoch nicht gleichmäßig über die Stadt verteilt – wobei der Zugang zu Grünflächen im historischen Zentrum der Stadt besonders eingeschränkt ist -, was die Notwendigkeit der Implementierung neuer GBI-Elemente aufzeigt.

Erste Abschätzungen der Klimawandelfolgen deuten darauf hin, dass generell wärmere Bedingungen und eine Erhöhung der jährlichen Niederschlagssumme zu erwarten sind. Für die Stadt Hue wird eine niedrige bis moderate Zunahme der bodennahen Lufttemperatur (sowohl bezogen auf das Jahresmittel wie auch auf die Extremtemperaturen) sowie eine moderate bis vergleichsweise hohe Zunahme der Jahresniederschläge prognostiziert. Bereits heute signifikante Ereignisse – Hitzestress und Hochwasser – werden daher durch den Klimawandel höchstwahrscheinlich verstärkt. Luftverschmutzung und Lärmbelastung stellen weitere Umweltherausforderungen dar, vor allem im dichten Zentrum der Kernstadt und dem Universitätsgelände.

Die Erweiterung der GBI in Hue adressiert die zuvor genannten Umweltprobleme durch eine optimierte Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen und der Erhöhung der urbanen Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen und Klimawandel. Darüber hinaus werden auch die ökonomischen und sozialen Vorteile der GBI als NBS anvisiert, welche unter anderem die Positionierung der Stadt Hue als (öko-)touristische Destination, die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten, die Etablierung eines kompetitiven Vorteils gegenüber anderen vietnamesischen Städten, die Verbesserung der Lebensqualität durch Schaffung öffentlicher Räume und die Förderung der öffentlichen Wahrnehmung von grün-blauen Infrastrukturen umfassen.

Basierend auf Co-Creation und Co-Learning schlägt das GreenCityLabHuế-Projekt eine Typologie von 64 GBI-Elementen vor, die berücksichtigt werden sollen, darunter unter anderem, verschiedene Typen von privaten, kommerziellen oder institutionellen Grüns, Kleingärten, Gemeinschaftsgrünanlagen, Erholungsparks und -gärten, und landwirtschaftliche GBI. Die erfassten Elemente umfassen dabei gemeinsame, sowohl für (Zentral-)Vietnam als auch für Deutschland (bzw. Europa) typische GBI-Elemente, wie auch für Hue einzigartige Infrastrukturen. Zu letzteren zählen beispielsweise grün-blaue Gärten, Cafés mit Gartenflair, und die für Hue traditionellen Gartenhäuser. Im weiteren Projekt dient die entwickelte Typologie in Kombination mit einer Analyse relevanter Planungs- und Entwicklungsleitlinien sowie der Sichtung vorausgegangener, aktueller und zukünftiger Projekte zur Implementierung von NBS als Grundlage für die Umsetzung von Landnutzungsänderungsszenarien und für die Evaluation der Nutzen-Effekte, welche durch die Verbesserung der GBI in der Stadt Hue entstehen.

Neben der Einführung neuer grüner (und blauer) Bereiche wurde auch die Notwendigkeit erkannt, bestehende Elemente der GBI zu schützen, zu erhalten und zu verbessern. Dies umfasst z. B. die Aufrechterhaltung der Straßenbaumdichte durch jährliche Baumpflanzkampagnen, da besonders gereifte Bäume aufgrund des Klimawandels unter Druck stehen.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.greencitylabhue.com

Inventar der grün-blauen Infrastruktur in der Stadt Hue, abgeleitet aus Landnutzungsdaten aus dem Jahr 2014 von DONRE- und OpenStreetMap

Kombinierte Trends bei Klimaindikatoren für die Jahre 2050 und 2070 sowie für die RCP-Szenarien RCP2.6 und RCP8.5

PlanetScope-Satellitenbild der Stadt Hue am 20. Februar 2020 (A), der auf dem PlanetScope-Bild (B) berechnete normalisierte Differenzvegetationsindex (NDVI) des Erdbeobachtungsindikators, die Vegetationsklassifizierung auf der Grundlage des NDVI (C) und der Landnutzungskarte (D)


Fahrradkino-Schulung in Bulgarien und Rumänien

7. Juli 2020

Im Rahmen der BEACON Initiative (Bridging European and Local Climate Actions) arbeitet das UfU mit National Trust Ecofund Bulgaria (NTEF) in Sofia, sowie der Association Sistemul National de Reciclare a Bateriilor (SNRB) in Bukarest zusammen um unter anderem das Fahrradkino in bulgarischen und rumänischen Schulen zum Einsatz zu bringen.

Deshalb fand am 30.06.2020 in Sofia und am 02.07.2020 in Bukarest eine Schulung für die Teams beider Organisationen und Lehrkräfte der beteiligten Schulen statt, in der durch Mitarbeiter des UfU technisches und pädagogisches Wissen in Sachen Fahrradkino vermittelt wurde.

Doch wie funktioniert ein Fahrradkino? Durch die Muskelkraft von zehn Fahrradfahrer*innen wird elektrische Energie erzeugt, durch die ein Laptop, ein Beamer und ein Sound System betrieben werden. Dadurch wird dem Publikum ein einzigartiges Kinoerlebnis bereitet, ohne dass zusätzlicher Strom aus der Steckdose benötigt wird.

Neben dem Kinovergnügen wird jedoch auch ein pädagogischer Zweck erfüllt. Das Fahrradkino ermöglicht es, Energieerzeugung erlebbar zu machen und sich auf sehr praktische Weise mit nachhaltiger Energiegewinnung auseinanderzusetzen. Außerdem bietet es Gelegenheit über Mobilität nachzudenken: Welche Vorteile hat das Fahrrad im Vergleich zum Auto als Verkehrsmittel in der Stadt?

Diese und ähnliche Fragen wurden in den Fahrradkino-Schulungen besprochen und die Teilnehmenden in die Funktionsweise und die Durchführung einer Fahrradkinoveranstaltung eingeführt. In Zukunft soll das Fahrradkino schwerpunktmäßig in bulgarischen und rumänischen Schulen zur Sensibilisierung für die Themen Energiesparen und Klimaschutz eingesetzt werden.